Stendal l Pure Erleichterung herrschte bei allen Lok-Spielern, -Fans und -Trainer Jörn Schulz am Sonntag nach diesem knappen Heimsieg. Im sogenannten "Sechs-Punkte-Spiel" gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf wurden drei wichtige Zähler eingefahren

Loks-Pressesprecher Sven Jaluschka sprach nach der Partie von einem „verdienten Sieg für unsere Mannschaft“.

Gästetrainer ist unterschiedlicher Auffassung

Diese Meinung teilte der Gästetrainer Jeffrey Seitz nicht: „Aus meiner Sicht war es nicht unbedingt ein verdienter Heimsieg, sondern das Spiel wurde über eine Standard-Situation entschieden. Uns war klar, dass Stendal von der Körpergröße her mehr einbringen kann. Meine Mannschaft hat alles reingeworfen. Es ist auch eine Nervensache, den Ball im letzten Drittel nicht ins Tor zu bringen. Wir hatten die klareren Tormöglichkeiten. Defensiv haben wir nicht viel zugelassen. Wir werden aber noch den einen oder anderen Punkt, mit dem niemand rechnet, holen.“

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Kapitän der Gästeelf fehlt

Die Gäste beklagten zwölf Ausfälle (Seitz: „Davon fünf Stammspieler“) und waren nach den 90 plus vier Nachspielminuten über diese Niederlage stinksauer. Sie hatten zwar in der ersten Halbzeit einige Chancen, schafften es aber nicht, nach dem Gegentor genügend Druck aufzubauen, um das Spiel zu kippen. Kapitän Tim Lampert (1,93 Meter groß) wurde besonders schmerzlich vermisst.

Völlig anders sah die Sache bei den glücklichen Stendalern aus, auch wenn Trainer Schulz den Sieg eher nüchtern und sachlich einordnete: „Wir wussten, was uns erwartet und dass Staaken sehr gut auf dieses Spiel vorbereitet ist. Das hat man gesehen. Wir wollten das Spiel breit machen und mutig von hinten heraus spielen. Das Spiel war kein fußballerischer Leckerbissen. Aber das war mir klar. Für uns Trainer war es ein intensives Spiel, für die Zuschauer haben sicher die Tormöglichkeiten gefehlt. Ich bin total erleichtert. Meine Vorgaben haben die Spieler eins zu eins umgesetzt.“

Johannes Mahrhold, Schütze des goldenen Tores, meinte nach dem Match. „Es herrscht natürlich große Erleichterung nach fünf Wochen harter Arbeit. Wir sind sehr emotional zum Sieg gelangt. Mein Treffer war schön, ist aber auch nur drei Punkte wert.“

Hey als Stürmeraushilfe

Bleibt noch die Antwort auf die Frage: Wann hatte Schulz die Idee, Innenverteidiger Sebastian Hey im Sturm aufzustellen? „Beim Testspiel in Barleben, das nach der Absage von Schwerin kurzfristig angesetzt war, fehlten mir die Stürmer, deshalb haben wir das probiert.“ Hey rackerte und kämpfte zwar vorn, ist aber wohl hinter besser aufgehoben. „Wenn Stürmer da sind, ist das keine Alternative“, schloss Schulz diesen taktischen Spielzug in der Zukunft aus. Sprach es und ging mit drei Punkten im Gepäck völlig erleichtert aus der Pressekonferenz.