Stendal l Und wie schon in der Hinserie hat sich sowohl oben als auch unten im Klassement wenig getan. Nur im Mittelfeld gab es Rotation.

Es droht Langeweile an der Tabellenspitze. Der Erstplatzierte Rossauer SV hat sich durch den 1:0-Sieg den ärgsten Kontrahenten vom Leib gehalten, wobei die SG Havelberg/Kamern nicht aufsteigen kann. Somit sind es auf den Dritten, Blau-Gelb Goldbeck, bereits 16 Punkte Vorsprung.

RSV-Trainer mit Understatement

Wer soll die Rossauer von da oben noch runterholen? Eine berechtigte Frage, doch RSV-Coach Christian Schulze hält den Ball flach: „So langweilig finden wir es jetzt nicht. Es ist ja noch nichts entschieden. Jedes Spiel ist wieder eine Herausforderung und es gibt noch genügend Stolpersteine für uns.“

Dennoch, es steht außer Frage, am Rossauer SV gibt es diese Saison kein Vorbeikommen mehr. Das sieht auch Coach Gerd Marx vom letzten Kontrahenten des Tabellenführers so: „Glückwunsch an den wohl zukünftigen Kreismeister.“ Er erkannte auch den Sieg der Gastgeber an: „Im Hinspiel hatten sie beim damaligen 3:2 extrem viel Glück, dieser ging schon eher in Ordnung, wobei eine Punkteteilung absolut gerechter gewesen wäre.“

Dass es nicht zu einem Punkt gereicht hat, lag an der Verwertung der Möglichkeiten der Spielgemeinschaft. Unter anderem scheiterte SG-Kapitän Toni Leppin am Keeper oder in der Nachspielzeit rettete Lucas Sannemann im letzten Moment, bevor Patrick Seidel das Leder über die Linie drückte. Am Ende jubelten wieder die Rossauer, während die Kicker von Havelberg/Kamern mit leicht hängendem Kopf den Platz verließen. An der Einstellung lag diese Niederlage aber nicht.

Gladigau weiter Tabellenschlusslicht

Im Tabellenkeller hat sich ebenfalls nichts getan. Blau-Weiß Gladigau bleibt weiter Letzter hinter dem SV Krüden/Groß Garz. Die Punkteteilung ist für beide Teams zu wenig, um da unten rauszukommen. Die Gladigauer führten in der Partie bereits 2:1, doch bekamen postwendend das 2:2. „In der Folge hatte der Schiedsrichter das Spiel nicht mehr im Griff. Wir haben mindestens einen Elfmeter nicht bekommen und damit war auch der Spielfluss weg“, erläuterte Gladigaus Trainer Torsten Dirk das Ergebnis. Dennoch konnte er dem Spiel was Positives abgewinnen: „Unsere Niederlagenserie ist erstmal gerissen“, meinte er mit einem zwinkernden Auge.

Auch für Krüden/Groß Garz ist der Punkt zu wenig. Am Ende können sie wohl eher damit leben. Erst geführt, dann zurück gelegen und noch den Ausgleich erzielt. Das lässt zumindest hoffen. „Die Punkteteilung geht in Ordnung. Wir haben viele junge Spieler im Kader, die erst einmal zusammenfinden müssen. Dennoch hätten wir mehr daraus machen müssen. Aber daran arbeiten wir“, erklärte Co-Trainer Ingo Benecke.

Veränderungen im Mittelfeld

Das Mittelfeld der Tabelle wurde nach dem Spieltag etwas durcheinander gewürfelt. Dies lag zum einen daran, dass die Partie des Post SV Stendal gegen Preußen Schönhausen aufgrund schlechter Platzverhältnisse ausgefallen ist (Spiel verlegt auf den 20. April, 15 Uhr, Anm. d. Red.) und zum anderen an den Erfolgen von Germania Klietz, dem Schinner SV Eintracht und der KSG Berkau.

Die Klietzer mussten in ihrem Heimspiel früh verletzungsbedingt wechseln. Florian Hochheim und Adrian Blümner „werden gerade in der Offensive erstmal fehlen“, sagte Klietz’ Trainer Sören Stamer. Der durfte sich aber über einen „Neuzugang“ freuen. Patrick Blümner wurde nach einer Viertelstunde für Hochheim eingewechselt und gab nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback. Durch diese drei Punkte kletterte Klietz auf den vierten Platz und „den wollen wir versuchen zu behalten“, so Stamer.

Spektakel in Lüderitz

Ein Spiel mit viel Unterhaltungsfaktor gab es für die Zuschauer zwischen Eintracht Lüderitz und dem Schinner SV Eintracht. Sieben Tore, Regenschauer mit Hagel und einem Blitzeinschlag 500 Meter weiter auf dem Acker. Eine vermeintlich sichere 3:1-Führung gab der SSV um Neu-Trainer Gordon Besa bis zur 85. Minute wieder aus der Hand. Jonas Fabian traf zum 3:3. Am Ende reichte es aber für Lüderitz nicht zu einem Punkt, denn die Gäste machten aus einer Ecke noch den 4:3-Siegtreffer.

„Das war ein Wahnsinnsspiel. Diesen Sieg hätten wir vor sechs Monaten noch nicht eingefahren. Da wären wir ohne Punkte heimgefahren. Aber wir haben gefightet und das Glück auf unsere Seite zurück erkämpft. Es war ein glücklicher aber auch verdienter Sieg“, so Schinnes Coach Gordon Besa.

Der Trainer kannte aber auch die Leistung der Lüderitzer Eintracht an: „Lüderitz hat gut gespielt und gefightet. Und das bis zu unserer Zwei-Tore-Führung sogar mehr, mit den besseren Chancen. Wenn sie es mit dem Mut und der Überzeugung wie nach dem 3:3 von Beginn an gespielt hätten, hätten sie wohl auch die drei Punkte nicht abgegeben.“ Beide Mannschaften tauschten somit die Plätze im Klassement.

Niederlage mit Erfahrungswerten

Für die junge Lüderitzer Mannschaft war die Niederlage natürlich enttäuschend. Lüderitz‘ Trainer Sven Stiewe sagte: „Ich kann der Mannschaft nur einen Vorwurf machen das, wenn man zu Hause drei Tore schießt darf man keine vier Gegentore bekommen. Aber nichts desto trotz haben wir sehr gut gespielt und waren auch in meinem Augen spielerisch besser. Aber wenn man seine Chancen nicht nutzt, verliert man auch mal zu Hause 3:4. Das muss meine sehr junge Mannschaft noch lernen. Sonst bin ich mit der Einstellung und dem Spiel zufrieden außer das wir zwei oder drei individuelle Fehler machen, die zu Gegentoren geführt haben. Das hat Schinne sehr gut gemacht.Glückwunsch an Schinne, der Glücklichere hat gewonnen.“

Einen großen Schritt machte die KSG Berkau. Vor dem Spieltag mit 17 Punkten auf Platz zehn stehend, kletterten die Berkauer auf Rang acht. Das hatte mit dem 3:2-Sieg im Nachbarschaftsduell gegen die SG Bismark II/Kläden zu tun. Der musste hart erkämpft werden, denn die 2:1-Führung durch Andreas Duhm glich Sebastian Fricke erstmal aus. Doch die SG brachte sich um den Lohn, als die KSG einen Strafstoß zugesprochen bekam, den Andreas Duhm zum 3:2-Sieg verwandelte. Und dazu ein historischer, denn die Berkauer hatten seit April 2015 als TuS Bismark II noch alleine spielte, später als SG mit Dobberkau und jetzt mit Kläden zusammen, nicht gewonnen. Na, wenn das nicht Auftrieb gibt.