Stendal l  Dass das mit der besten Leistung der jungen Saison gelang, darüber herrscht Einigkeit. Dennoch war die Freude bei den Stendalern verhalten. Zu viele Chancen blieben ungenutzt. Am Ende war der Punkt sogar glücklich, weil den Lok-Kickern durch Denis Neumann erst in der 89. Minute der Ausgleich gelang.

Stendal dominierte weite Strecken des Spiels und brannte ein kleines Offensiv-Feuerwerk ab. Zur Pause hätten die Stendaler mit zwei Toren vorn liegen müssen. Ein guter Konter der Platzherren zum 1:0 hätte dann fast für ein Debakel gesorgt. So blieb nach der besten Leistung der Saison wenigstens ein Punkt.

Hoffnung auf das rettende Ufer bleibt

Doch der Lohn dafür ist nur der letzte Tabellenplatz. Dafür sorgten die Ergebnisse anderer Kellerkinder der Liga. Am Sonnabend gewann der Rostocker FC gegen Greifswald und Charlottenburg punktete am Sonntag gegen Strausberg. Die Stendaler stehen jetzt mit vier Punkten gemeinsam mit Strausberg, das ein Spiel weniger hat, ganz unten. Allein, dass es bis zum elften Tabellenplatz nur fünf Punkte Unterschied sind, macht Hoffnung. Auf diesem Rang steht Blau-Weiß Berlin, Stendals nächster Gegner.

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Lok überrascht mit offensiver Ausrichtung

In Brandenburg zeigten die Lok-Kicker, dass sie auch offensiv können. Die Vielzahl der Abschlüsse macht Mut, und soviel Pech vor dem Tor wie gegen den SC Süd hat man nicht in jeden Spiel. So war Lok-Trainer Jörn Schulz nach der Partie auch ganz zufrieden mit der Leistung seiner Elf. „Wir waren mutig, sind hoch angelaufen und haben uns einige Chancen erspielt. Der letzte Ball passt noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Wir müssen hier ein Tor vorlegen. Als wir dann das Gegentor bekommen haben, war das eine Situation, an der können Mannschaften zerbrechen. Aber wir haben nicht aufgehört, Fußball zu spielen, haben Moral gezeigt. Darum haben wir uns den einen Punkt auch verdient und ich bin nicht ganz unzufrieden damit“, sagte er auf der Pressekonferenz.

Auf der äußerte sich auch Brandenburgs Trainer Mario Block. Im Gespräch mit einigen Fans ließ er sich ein wenig in die Karten schauen. So zeigte er sich über die offensive Ausrichtung der Stendaler überrascht, sagte, dass er fünf Lok-Spiele gesehen habe, und dass dies die beste Leistung gewesen wäre und ernannte Niclas Buschke zum besten Spieler der Lok-Mannschaft. Er legte aber auch den Finger in die Wunde und verwies auf die Vielzahl an neuen Spielern, die er integrieren und auch ausbilden muss. Dabei kam auch zur Sprache, dass eben einige Spieler den Verein wegen 150 € monatlicher Zuwendungen verlassen haben und es seine Aufgabe ist, den Klassenerhalt sportlich zu sichern. Dabei lag schon eine gewisse Betonung auf dem Wort sportlich.

Jugend forscht beim 1. FC Lok Stendal

Zuvor hatte Jörn Schulz den Stendaler Weg angesprochen und darauf verwiesen, dass in Stendal einige Leistungsträger den Verein im Sommer verlassen haben und dass sie bewusst durch Nachwuchsspieler und Spieler aus der Region ersetzt wurden. Einer davon ist Lukas Pfeiffer, der für den im Abschlusstraining verletzten Martin Gödecke in die Startelf rückte. Er machte seine Sache ordentlich. Genauso, wie die anderen neuen und jungen Spieler im Team.