Wernigerode l Die Hasse­röder zwangen den Oberligisten 1. FC Lok Stendal in der 1. Hauptrunde nach einem Rückstand in der Verlängerung mit 3:1 in die Knie.

Bereits in der letzten Saison hatten sich beide Mannschaften im Landespokal gegenüber gestanden, im Achtelfinale hatten die Stendaler am Ende etwas glücklich mit 1:0 die Oberhand behalten. Die Neuauflage schien sich für den FC Einheit zu einem Dejá vù zu entwickeln, lange Zeit glich der Spielverlauf dem des letzten Duells. In Halbzeit eins hatten die Altmärker viel Ballbesitz, doch der FC Einheit machte die Räume eng und verteidigte hochkonzentriert. So ergaben sich lediglich zwei Schusschancen für die Stendaler, der Versuch von Martin Krüger wurde vom eigenen Mitspieler geblockt (36.), Max Salge konnte Einheit-Keeper Robert Schmidt vor keine ernsthaften Probleme stellen (44.).

Gastgeber nach der Pause couragiert

Nach Wiederanpfiff agierte der FC Einheit deutlich mutiger, von einem Klassenunterschied war nun nichts mehr zu sehen. Stendals Salge verzog nach Rückpass (50.), im Gegenzug wurde bei der ersten guten Einheit-Chance der Schuss von Danny Wersig geblockt. Kurz darauf war Gordon Stammer von Tim Schaarschmidt nur durch ein Textilfoul zu stoppen (55.), nach abgewehrter Ecke setzte Denny Wersig einen Schlenzer über den Balken (61.).

Schaarschmidt trifft zur Lok-Führung

Die offensivere Spielweise der Heimelf ermöglichte Stendal nun gefährliche Konter, einen dieser Gegenstöße über Felix Behling unterband Artur Galeza am Strafraumeck mit einem Halten – Elfmeter. Kapitän Denis Neumann lief an, doch Robert Schmidt ahnte die Ecke und lenkte das Leder mit den Fingerspitzen an den Pfosten (71.). Kurz darauf konnte der Stendaler Anhang doch Jubeln, nach einem Freistoß von Tim Kolzenburg und Flugkopfball von Tim Schaarschmidt rustchte Keeper Schmidt der Aufsetzer unglücklich durch die Hände. Der FC Einheit zeigte Moral, im direkten Gegenzug traf Gordon Stammer den Ball nach Rentz-Eingabe nicht voll. Auf der anderen Seite bewahrte Robert Schmidt die Gastgeber nach einem Konter im Eins-gegen-Eins gegen Martin Krüger vor dem K.o.

Die Stendaler schienen wie im Vorjahr mit einem 1:0-Sieg das Sportforum zu verlassen, als kurz vor der Ende der regulären Spielzeit das Anrennen belohnt wurde. Nach schlecht geklärter Flanke wurde das Leder in die Mitte gespielt und der eingewechselte Tobias Plantikow traf flach zum 1:1 – es ging in die Verlängerung.

Einheit macht die Überraschung perfekt

Diese verlief zunächst ausgeglichen, bis sich Andy Wipperling-Brendle von rechts in den Strafraum dribbelte und den Ball zurück passte. Wieder stand Plantikow goldrichtig und schoss den FC Einheit in Führung. Die Stendaler drängten zwar auf den Ausgleich, bissen sich jedoch an der kampfstarken Einheit-Defensive die Zähne aus. Kapitän Denis Neumann hatte nach Eingabe von Maurice Schmidt die einzige Großchance zum Ausgleich, schoss aber bedrängt von Felix Kanter aus Nahdistanz drüber (110.). Mit einem schnell ausgeführten Freistoß machte Einheit schließlich den Deckel drauf: Plantikow leitete den Ball weiter zu Nick Schmidt, der frei vor Bryan Giebichenstein die Ruhe bewahrte, den Stendaler Keeper umkurvte und zum erlösenden 3:1 einschob.

Statistik

1. FC Lok Stendal: Bryan Giebichenstein, Tim Schaarschmidt, Patrick Baudis, Hardy Wolff (55. Felix Behling), Max Salge, Martin Krüger, Vincent Kühn, Tim Kolzenburg, Lukas Breda (66. Maurice Pascal Schmidt), Benjamin Bubke, Denis Neumann.

Schiedsrichter: Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg);

Zuschauer: 162;

Tore: 0:1 Tim Schaarschmidt (79.), 1:1 Tobias Plantikow (89.), 2:1 Tobias Plantikow (97.), 3:1 Nick Schmidt (119.).