Stendal l Die Ostaltmärker haben damit fünf der sechs Saisonspiele in den Sand gesetzt und stehen – wie zu Beginn der Saison auch befürchtet – im Tabellenkeller. Dort, wo niemand hin will. Das ist die schlechte Nachricht.

Drei Mannschaften mit drei Punkten

Mit Charlottenburg und dem Rostocker FC haben weitere zwei Mannschaften, wie die Stendaler, nur drei Punkte auf der Habenseite. Zudem sind Brandenburg-Süd und Strausberg mit nur vier Zählern in Schlagweite. Das ist vielleicht die gute Nachricht. Aber nach der Vorstellung der Stendaler am Sonntag kann man sicher nicht von guten Nachrichten sprechen. Auf eigenem Platz ohne eine dicke Chance 0:3 unterzugehen, ist natürlich extrem bitter. Zudem war der Gegner nicht übermächtig.

Staakens Trainer Jeffrey Seitz betonte nach der Partie, dass seine Mannschaft nicht in Bestbesetzung in die Altmark gereist ist. „Wir haben zuletzt immer wieder Spieler kompensieren müssen. Heute haben wir es hinbekommen, bei einem Kader von 25 Mann 17 Spieler mitzunehmen. Einige sind gerade aus dem Urlaub wiedergekommen.“ Er wusste natürlich auch, dass das Hölzchen in den vergangenen Jahren eigentlich immer ein Machtgebiet der Platzherren gewesen ist. „Kompliment an meine Mannschaft, die eine gute Einstellung gezeigt hat. Wir wussten, was uns hier erwartet. Wir hatten aber von Anfang an viel Kontrolle über das Spiel und viele Balleroberungen, haben uns aber in der ersten Halbzeit nicht viele Torchancen herausspielen können.“

In der Pausensitzung wurden bei Staaken diese Dinge angesprochen. Seitz: „Wir wollten uns in den Halbräumen besser bewegen, den Gegner da mehr vor Problemen stellen, das ist uns in der zweiten Halbzeit dann gut gelungen.“

Ähnlich analysierte auch ein mächtig enttäuschter Lok-Trainer Jörn Schulz die Partie: „Wir wollten gut stehen und die Räume eng machen, Staaken sollte Lösungen suchen. In der ersten Halbzeit ist uns das gut gelungen, wir haben die Halbräume gut zubekommen und kompakt gestanden. Durch den Fokus auf die Defensive gab es aber kaum Entlastung nach vorne. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Probleme, der Gegentreffer hat sich angebahnt. Dann wurde es natürlich schwer.“

Schulz hat versucht, seine Mannschaft nach dem 0:1-Rückstand umzustellen. Durch die Offensivversuche gab es hinten aber größere Löcher, die Viererkette wurde rissiger. Mit dem 0:2 war das Spiel dann gelaufen.

Schulz übt Kritik an der Mannschaft

Stendals Trainer legte auch gleich den Finger in die Wunde: „Es ist schwierig, das Niveau über 90 Minuten zu halten. Dafür fehlt es auch an Qualität und auch an der ganzen Rundherum-Einstellung. Wir sind eine Mannschaft, die viel investieren und in der Trainingswoche viel arbeiten muss. Wie es aktuell abläuft, gefällt mir das nicht ganz so. Das sind oft entscheidende Dinge, da kommt man einen Schritt zu spät. Wir haben nicht diese große Durchschlagskraft nach vorne, dadurch wenig Chancen und wenig Entlastung.“

Er gibt aber auch gleich eine Kampfansage: „Wir müssen jetzt das Ergebnis akzeptieren. Unser Ziel ist es weiterhin, die Klasse zu halten. Wir wussten, dass es schwer wird. Wir werden im Training neu angreifen und versuchen die nötigen Punkte einzufahren. Der Abstand wird immer größer.“

Nächstes Punktspiel in Brandenburg

Fakt ist: Der 1. FC Lok Stendal hat eine recht junge Mannschaft. Der Verein hat im Sommer einen, auch aus finanzieller Sicht, notwendigen Umbruch vollzogen. Jetzt müssen aber positive Signale her. Sonst kann die schon leicht angespannte Stimmung zwischen Fans und Mannschaft schnell kippen. Nach dem Pokalwochenende spielen die Altmärker am 17. Oktober beim BSC Brandenburg-Süd. Da kann man schon zu einem frühen Saison-Zeitpunkt von einem Sechs-Punkte-Spiel sprechen.