Stendal l Nach dem 1:1 gegen die TSG Neustrelitz hat sich Lok Stendal um einen Platz verbessert und stehen auf Rang zwölf. Lok hat nach Punkten zu Seelow aufgeschlossen, besitzt aber das bessere Torverhältnis.

Der Abstand zu den Abstiegsrängen hat sich dagegen wieder verringert, da der Charlottenburger FC am Samstag bei BW Berlin überraschend 2:0 gewann. Somit waren die Stendaler wieder unter Zugzwang, etwas mitzunehmen.

Lok bestätigt gute Form

Doch die Altmärker nahmen am Sonntag die Herausforderung gegen den starken Gegner aus Mecklenburg-Vorpommern sehr gut an. Die beiden letzten guten Auswärtsauftritte waren den Spielern anzumerken, die nach kurzer Anlaufphase mutig nach vorn agierten. Mit viel läuferischen Aufwand wurde der Gegner beschäftigt. Auch bei Ballverlusten schalteten die Stendaler blitzschnell den Rückwärtsgang ein, eroberten die Bälle schnell zurück und scheuten nicht die Zweikämpfe. Und das trotz einer sehr langen Ausfallliste. So kam neben den Ausfällen von Buschke, Mahrhold, Schmidt und Kolzenburg noch der erkrankte Baudis dazu.

Kolzenburg und Mahrhold nahmen zwar auf der Bank platz, doch sie wären nur Alternativen für einen Kurzeinsatz gewesen. Das alles erkannte auch Gästetrainer Tomacz Grzegorzcyk an. „Die erste Phase bis zur 25. Minute war Stendal besser im Spiel. Hat sich schneller mit dem Boden akklimatisiert. Sie hatten zwar keine richtige Chance, ab wir auch nicht. Wir haben in der Vorwärtsbewegung zu leicht die Bälle verloren.“

Trotzdem war da schon zu sehen, wie variabel die TSG auftrat. Die Abwehr agierte flexibel. Mal standen sie als Viererkette. Daraus wurde dann auch mal zwischendurch eine Dreier- oder Fünferkette. Und im Offensivbereich wurden die Positionen ständig gewechselt.

Zehn starke Minuten genügten dann Neustrelitz, um den Führungstreffer zu setzen nach einem Standard. „In der Kabine habe ich gesagt, wir sollen jetzt noch mehr Druck aufbauen“, so Grzegorzcyk. Das tat die TSG zunächst auch.

Gästetrainer hadert mit dem Schiedsrichter

Ein wenig haderte der Gästecoach mit dem Schiedsrichter, ohne die direkte Schuld bei ihm zu suchen. „Wir hätten einen klaren Elfmeter kriegen müssen.“

Gemeint war ein Kontakt zwischen Tim Schaarschmidt und Boris Hass.

Doch da lag wohl eher der Mann in Schwarz richtig, denn gegen den kräftigen Abwehrstrategen war der Offensivmann eher ein Leichtgewicht, sodass es für einen Elfmeter keinen Anlass gab.

Lok nach dem Ausgleich in Überzahl

Nach zehn Minuten war Lok wieder drin im Spiel und belohnte sich schließlich mit dem Ausgleichstreffer.

Und nach gut einer Stunde hieß es Überzahl für die Lok-Kicker, als Nils Röth nach einer Ampelkarte vom Feld musste.

Trainer Jörn Schulz, der wie seine Mannschaft an der Außenlinie alles gab, forderte von draußen. „Schneller spielen und mutig sein.“

Doch die Gäste zogen sich zurück, ließen so nicht viel zu. Die Chancen für Stendal, noch das Siegtor zu setzen, gab es trotzdem. Es blieb aber beim Remis mit dem Jörn Schulz sehr zufrieden war.

Trainingsarbeit zahlt sich aus

Im anschließenden Pressegespräch meinte der Lok-Coach. „Wir haben die ganze Woche Standard- und Flankentraining gemacht. Den Spielern hing es schon zum Hals raus. Wir wussten aber auch, dass wir an einem guten Tag, wenn wir gut stehen und gut auf diesem Platz ins Spiel reinkommen, dass wir gegen diesen Gegner, obwohl sie eine ganz andere Qualität haben als wir, dagegen halten können.“ Ein Lob muss auch den Abwehrecken Tim Schaarschmidt und Sebastian Hey ausgesprochen werden, die bis auf beim Gegentor hinten wenig zuließen.

Das letzte Risiko ging Schulz nicht ein. „Nach der roten Karte, die für mich keine war, haben wir kurzzeitig überlegt, was zu machen. Mir haben die Alternativen in der Offensive gefehlt, um auf ein drei, vier, drei umzustellen. Ich habe mich aber an das Rostock-Spiel erinnert, wo der Schuss nach hinten los ging. Ich denke, dass wir mit dem Punkt sehr gut in die nächsten Wochen gehen können.“

Nun geht es für Stendal am Sonntag zum Sechs-Punkte-Spiel nach Charlottenburg.