Möringen l Volksstimme-Mitarbeiter Uwe Meyer hat sich mit Tim Neffe unterhalten.

Volksstimme: Sie sind jetzt vier Monate Trainer und haben kein Spiel gehabt. Wie fühlt sich das an?

Tim Neffe: Vier Monate ist ja nicht ganz richtig. Ich bin ja schon zweieinhalb Jahre, zuvor als Torwartrainer, hier. Das ist für mich keine ungewohnte Situation. Wir haben zwischendurch mit den Jungs immer wieder Mal gekickt und versucht uns nicht aus den Augen zu verlieren. Von daher freue ich mich auf die erste Einheit und bin guter Dinge.

Wie lief die Kommunikation und das Training mit dem Team während der Coronazeit?

Zwischen der Mannschaft, Vorstand und mir lief das alles hervorragend. Wir haben uns sofern es Neuigkeiten gab zwecks Corona, Transfers oder Testspiele, sowie sämtliche Sachen, die den Fußball betreffen, gegenseitig abgestimmt. Mit allen, die hier was zu sagen haben, mit denen habe ich ein super Verhältnis. Es ist hier mit den Jungs ein ganz angenehmes Arbeiten.

Ist Möringen Ihre erste Trainerstation?

Kann man so nicht sagen. Ich habe mit 17 angefangen B-Junioren Landesliga in Jerichow zu trainieren. Dann mit Steffen Säger zusammen die A-Junioren bei Lok Stendal. So ein halbes, dreiviertel Jahr, bis dann der Anruf aus Möringen kam. Da hat mich Steffen Säger mit rüber genommen. Seitdem habe ich alles überlebt, was gekommen und gegangen ist.

Wie sehen Sie den freiwilligen Rückzug aus der Landesliga?

Ich sehe es geteilt. Es ist unglaublich schade, weil sich die Jungs das gewünscht hatten mit der Landesliga. Dieser Moment des Aufstiegs am letzten Spieltag. Das nimmt ihnen keiner mehr. Um so schlimmer ist es eigentlich, dass die Mannschaft so auseinander gefallen ist, dass eine andere Möglichkeit überhaupt nicht in Frage stand. Wir sind in diesem Jahr voll auf die zweite Mannschaft angewiesen. So war es unumgänglich. Wir nehmen es nicht mit traurigen Augen. Das ist eine Chance, hier was Neues zu formen. Und das ist die Aufgabe, die wir hier angehen werden. Man kann viel hinterher trauern. Das ist Vergangenheit. Jetzt müssen wir nach vorne schauen und was Neues schaffen.

Wie läuft die Vorbereitung ab?

Wir werden definitiv zweimal die Woche trainieren plus ein Spiel die Woche. Das kann aber auch variieren, zweimal Training und zwei Spiele. Wir halten uns das offen. Wir haben schon vier fünf Spiele sicher. Und wenn man dem FSA Glauben schenken kann, sind es viereinhalb Wochen Vorbereitung. Das ist eng bemessen. Deshalb müssen wir so schnell wie möglich anfangen, um ordentlich zu arbeiten.

Auf was legen Sie in den nächsten Wochen besonders Wert?

Die Grundlagen müssen definitiv erstmal zurückkommen, Kraft, Ausdauer und Grundschnelligkeit. Danach werden wir in den letzten Einheiten taktisch arbeiten, dass wir die Abgänge im Verbund ersetzt kriegen. Eins zu eins werden wir es nicht gestemmt bekommen.

Was streben Sie mit der Mannschaft im kommenden Spieljahr an?

Platzierungen werde ich nicht nennen. Wir wollen uns finden, eine neue Hierarchie aufbauen. Viele Stammspieler sind weg. Wir wollen eine gesunde Saison spielen und uns so finden, dass wir in den nächsten Jahren wieder nach oben schauen können. Nicht den Aufstieg aber mittelfristig eine gute Rolle in der Landesklasse spielen.

Wie schätzen Sie allgemein die Liga ein und wer sind die Favoriten?

Favoriten ist schwierig. Wahrburg verstärkt sich Jahr für Jahr. Ich weiß nicht, ob sie irgendwann mal fällig sind. Liesten und Salzwedel haben Abgänge. Da ist es an der Spitze schwierig einzuschätzen. Ich gehe davon aus, dass vier bis fünf oben mitspielen. Dann wird es ein gesundes Mittelfeld geben und ein paar Mannschaften, die ums Überleben kämpfen. Einen echten Favoriten kann ich nicht ausmachen.