Tangerhütte l Ein hartes Stück Arbeit hatten am Sonnabend die Mannen von Eintracht-Trainer Burghardt Schulze zu bewerkstelligen. Beim sehr kampfstarken und gut eingestellten Gastgeber SV Germania Tangerhütte tat sich der ambitionierte SV Eintracht Salzwedel lange schwer, konnte aber trotz Unterzahl zehn Minuten vor Ultimo das Tor des Tages in Person von Stefan Schmidt erzielen. Die Jeetzestädter kletterten durch den Dreier auf Rang vier der Landesklasse und halten somit weiterhin den Kontakt zur Spitze. Die Ostaltmärker hingegen belohnten sich für eine sehr mitreißende Leistung nicht, stehen zum wiederholten Male mit leeren Händen da und befinden sich folgerichtig weiter im Keller des Klassements.

Vor 78 Zuschauern wurde vom Anpfiff weg deutlich, wie die Partie laufen sollte. Die Gäste aus Salzwedel suchten in der Anfangsphase durch viel Ballbesitz die eigene Sicherheit im Spiel, kamen jedoch lange nicht mit den mäßigen Platzverhältnissen klar. Die Elf von Vasco Lühmann hatte einen klaren Matchplan. Während man Philip Müller in Manndeckung nahm, ging man überall auf dem Platz resolut zu Werke und setzte auf schnelles Umschaltspiel. Beide Teams neutralisierten sich zu Beginn der ersten 45 Minuten. Da das Spiel zumeist eher zwischen den Strafräumen stattfand, waren Torchancen Mangelware.

Erst Mitte der ersten Hälfte nahm die Partie langsam an Fahrt auf. Während SVE-Schlussmann Dean Kamith die Riesenchance von Tim Reiter (22.) vereitelte, schob Mario Schulz nach einem gut heraus gespielten Konter knapp rechts vorbei (25.). Trotz weiterer guter Möglichkeiten ging es mit dem 0:0 in die Kabinen.

In den zweiten 45 Minuten bot sich den Zuschauern kein verändertes Bild. Weiterhin war kaum erkennbar, welche Mannschaft im Tabellenkeller um Punkte kämpft und welche Ambitionen nach oben hat, auch wenn die Westaltmärker fußballerisch die etwas feinere Klinge schlugen. Die Platzherren hatten durch Sascha Studte (53./über das Tor) und Tim Reiter (55.) zwei richtig gute Möglichkeiten. Doch auch die Schulze-Elf versteckte sich nicht und nahm den Kampf nun an. Erst traf Stefan Schmidt (59.) nur die Latte und drei Zeigerumdrehungen später schoss SVE-Spielführer Gregor Roth knapp vorbei. Dann allerdings wurde es hitzig. Nachdem Wagner im ersten Abschnitt bereits wegen Meckerns die Gelbe Karte sah, wurde er nach einem überharten Foul an Reiter des Platzes verwiesen. Obwohl sich das Geschehen nun etwas mehr in die Hälfte von Salzwedel verlagerte, konnte man weiterhin von einer ausgeglichenen Partie reden. Müller für Salzwedel (76.) verpasste ebenso wie Frederic Gürtler (77.) den Dosenöffner.

In der 80. Minute dann aber doch die Führung für den Favoriten. Wie es dann so ist, wenn eine Mannschaft aus der oberen Region gegen eine aus dem Tabellenkeller spielt: Nach feinem Freistoß von Schulz stand Schmidt am zweiten Pfosten und nickte den Ball per Kopf über die Torlinie – 1:0 (80.).

In den Schlussminuten verwalteten die Kreisstädter die Führung zunächst souverän, dezimierten sich dann aber teils unnötig weiter. Erst verletzte sich Schulz in einem Zweikampf schwer und musste ausgewechselt werden und dann kassierte Marcel Peters wegen eines unerlaubten Einsatzes des Ellenbogens die Rote Karte (90.+3). Nichtsdestotrotz überstand der Gast die fünf Minuten Nachspielzeit ohne Gegentor und nahm teure drei Punkte mit nach Salzwedel.

 

Tor: 0:1 Stefan Schmidt (80.).

SR.: Rüdiger Meier.

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte gegen Benjamin Wagner wegen Meckerns und wiederholten Foulspiels (65./SV Eintracht Salzwedel); Rote Karte gegen Marcel Peters wegen Einsatzes des Ellenbogens (90.+3/SV Eintracht Salzwedel).

Anmerkung: Die Salzwedeler Eintracht beendete die Partie mit acht Feldspielern. Nachdem das Wechselkontingent erschöpft war, verletzte sich Mario Schulz vermutlich schwerer und wurde vorsorglich ins Stendaler Krankenhaus eingeliefert.

Zuschauer: 78.

SV Germania Tangerhütte: Roussiere – Döhmann, Riethmüller (88. Schulze), Gürtler, Buchholz, Ramm, Schwarz, Reiter, Knackmuß (63. Rodt), Lücke, Taube (11. Studte).

SV Eintracht Salzwedel 09: Kamith – Seehausen, Roth, Liestmann (54. Gebert), Wagner, Peters, Müller, Gille, Schmidt, Schulz, Werner (83. Kietzke).