Arneburg l  Demnächst geht es zu den Weltmeisterschaften seiner Zunft nach Spanien. Er hat alles erreicht, was man in der Senioren– Leichtathletik erreichen kan, denn er ist Welt-, Europa-, Deutscher, Landes- und Altmarkmeister sowie Weltrekordhalter. Mehr geht nicht!

Der 29. Mai 2015 bleibt sicher für Lothar Huchthausen in besonderer Erinnerung, denn an diesem Tag „schraubte“ er in Burg den Weltrekord im Speerwurf der M80 auf 42,72 Meter. Das ist eine Weite, an der sich kommende Generationen die Zähne „ausbeißen“ werden.

Vor 60 Jahren spielte der Name Lothar Huchthausen in der Leichtathletik bereits eine bedeutende Rolle, wobei er zum Beispiel mit vorderen Platzierungen in neun Wettbewerben der Bestenliste 1956 glänzte. Kreismeister war er über 200 Meter, im Hochsprung und natürlich im Speerwurf, seiner heutigen Spezialdisziplin. Die 50,92 Meter waren damals eine Top-Leistung.

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Huchthausen überzeugt im hohen Alter

Dann dauerte es einige Jahrzehnte, bevor der Sportlehrer im Ruhestand, animiert durch die Erfolge des SLV-Seniorenteams, wieder in die Stadien zurück kehrte. Als Lothar Huchthausen am 25. Februar 2007 bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften im Winterwurf in Düsseldorf auftauchte, kannte ihn keiner der erfolgverwöhnten Wurfspezialisten, was sich aber rasch ändern sollte, denn Lothar wurde auf Anhieb mit 38,41 Metern Deutscher Vizemeister im Speerwurf der Altersklasse M 70.

Danach eilte der Altmärker von Erfolg zu Erfolg, sammelte Titel und Medaillen.

2018 wurde für Lothar bereits im März ein Erfolgsjahr, denn von den EM im Winterwurf kehrte er aus Madrid als dreifacher Titelträger zurück.

Am 1. Mai holte sich Lothar in Wolmirstedt mit 5063 Punkten den Deutschen Rekord im Wurffünfkampf der M80, und am vergangenen Wochenende wurde er im thüringischen Zella-Mehlis mit 4846 Punkten Deutscher Meister in diesem Mehrkampf.

Gold im Speerwurf

Von den Deutschen Seniorenmeisterschaften aus Mönchengladbach brachte er einen kompletten Medaillensatz mit nach Arneburg, darunter natürlich Speerwurf-Gold.

Ein besonderer Wettkampf war am 26. Mai 2018 der Start beim 6. Hanse-Cup in Stendal, denn da traf er im Stadion „Am Galgenberg“ auf den Speerwurf Olympiasieger von Moskau 1980, Dainis Kula (M55). Mit 39,95 Meter erreichte der 83-jährige Huchthausen seine bisherige Jahresbestleistung, mit der er den Olympiasieger sehr beeindruckte.

Nun bereitet sich Lothar Huchthausen auf den Wettkampfhöhepunkt 2018 vor, denn vom 4. bis 16. September startet er im spanischen Málaga bei den Senioren Weltmeisterschaften. Einen Zehnkampf wird er dann absolvieren, denn nach den Einzelwettbewerben Kugel, Diskus, Hammer, Speer und Gewichtwurf wird er in diesen fünf Wettbewerben im Wurffünfkampf nochmals antreten.

Im Speerwurf geht Lothar als Favorit in den Wettkampf, aber auch in den anderen Disziplinen hat er berechtigte Medaillenchancen. Auf das Daumendrücken in der Heimat kann sich Lothar Huchthausen verlassen, genau wie auf den würdigen Empfang, den man ihm nach den Meisterschaften in der Elbestadt bestimmt bereiten wird.