Málaga/Arneburg l Als Lothar Huchthausen vor den WM in Málaga nach seiner Zielstellung gefragt wurde, äußerte er, dass drei Medaillen schon super wären. Wie immer aktuell berichtet, wurde es vier mal Edelmetall. Als Weltmeister im Kugelstoßen, Speerwurf und Wurf-Fünfkampf sowie Vize-Meister im Diskuswurf überbot Huchthausen seine eigene Zielstellung.

Viele Eindrücke brachte der für den SV Rot-Weiß Arneburg startende 83-Jährige mit zurück in die almärkische Heimat, wobei nicht alles positiv war.

Organisation ausbaufähig

„Bei der Organisation der Wettkämpfe wünschte ich mir, die Organisatoren des Stendaler LV könnten hier ihre Erfahrungen einbringen, denn vieles war einfach einer WM nicht würdig“, so der O-Ton des dreifachen Weltmeisters, als er am Dienstag seinem ehemaligen Trainer Siggi Wille stolz die vier Medaillen präsentierte. Ein Beispiel tischte er dann auch auf.

Huchthausen erzählte weiter: „Am 10. September sollte der Speerwurfwettkampf um 8:30 Uhr beginnen. Geplant war ein gemeinsamer Wettkampf der der Altersklassen M80 und M85. Das waren insgesamt 29 Athleten. Zwei 400 Gramm Wettkampfspeere waren da. Dann wurden die Altersklassen doch getrennt und wir begannen mit einer Stunde Verzug unseren Wettkampf. Durch die Trennung hatte aber jede AK nur noch einen Speer. Nach den 88 Würfen mit diesem Speer stand schließlich fest, dass ich mit 37,45 Metern der neue Weltmeister der M80 war“

Diskussion über Einteilung

Viele Diskussionen gab es auch über die unterschiedliche Altersklasseneinteilung zwischen WMA, EMA (Welt- bzw. Europa-Verband) und dem DLV (DeutscherLeichtathletikVerband).

In Deutschland startet man ab dem 1. Januar des Jahres in der neuen Altersklasse, international aber erst, wenn man am ersten Tag der Meisterschaften das Alter für die neue Alterklasse erreicht hat. Es zählt international also der Geburtstag. So kann es passieren, dass ein Deutscher Rekord über dem Europa- beziehungsweise Weltrekord liegt. Ulrich Klemm vom SV 90 Havelberg war bei den Deutschen Meisterschaften des Jahres 2018 in der Altersklasse M 70 erfolgreich, in Málaga musste er aber noch chancenlos in der M 65 starten, weil er erst nach den Weltmeisterschaften 70 wird.

DLV gefordert

Hier muss ohne jeden Zweifel der Deutsche Leichtathletikverband möglichst schnell handeln und sich der WMA/EMA anpassen.

Und noch etwas fehlte Lothar Huchthausen in Málaga, was Stendal seit Jahren auszeichnet, „Im Mittelpunkt der Wettkämpfe muss der Athlet, nicht der Funktionär stehen.“

Die nächsten Wettkampf-Höhepunkte sind dem Arneburger Lothar Huchthausen schon bekannt, aber jetzt will er sich erstmal von dieser WM erholen.

WM-Teilnahme in Polen noch offen

Ob es zur Winterwurf-WM vom 24. bis zum 30. März 2019 nach Torun/Polen geht, wird er erst zu Beginn des neuen Jahres entscheiden.