Stendal l Es gab viele spannende Momente, es wurde mitgefiebert und angespornt. Die Mehrkämpfer holten auch die letzte Energie aus sich heraus und zeigten ein Mal mehr, auf welchem Weltklasseniveau sie die einzelnen Disziplinen im Mehrkampf bestritten.

Schon vorab stach die Meldung von Angel Estuardo Diaz Granillo aus dem mittelamerikanischen Guatemala in der Altersklasse M 55 heraus. Er bereitete sich seit November auf den Stendaler-Hanse-Cup vor, denn sein besagtes Ziel in der Altmarkstadt war es, den Weltrekord zu knacken.

Amtierender Weltmeister dabei

Als ehemaliger Olympiateilnehmer blieb er der Leichtathletik um den Zehnkampf immer treu und reiste als amtierender Weltmeister an.

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Der Guatemalteke wird wohl als der Springer der drei Versuche in Erinnerung bleiben. Sowohl beim Stab- als auch beim Hochsprung überflog er die Höhen sauber - aber immer wieder erst gepeitscht vom Druck des dritten Versuches (Hochsprung: 1,76 Meter, Stabhochsprung: 3,60 Meter). Die Kugel wuchtete er auf 10,75 Meter und der Speer stach bei knapp über 40 Meter in den Rasen. Die letzte Disziplin, der 1500 m Lauf, sollte die Entscheidung bringen. Angel musste unter 5,20 Minuten laufen, um den aktuellen Weltrekord zu knacken.

Internationales Fairplay

Er bekam dabei Hilfe von Timo Ritte und Christian Herbst (beide LAV Bayer Uerdingen/Dormagen), die sich vorab schon absprachen, ihn bei dem doch sehr starken Wind mitzuziehen. Und genau so war es auch. Ein internationales Fairplay ohne Gleichen. Angel schaffte es mit einer Zeit von 5:15,49 Minuten ins Ziel und wurde sofort von allen gefeiert.

Noch zu erwähnen ist, dass er den alten Rekord von Rolf Geese geknackt hat. Geese hält seit letztem Jahr jedoch auch den Weltrekord im Zehnkampf der M 70 - den kann Diaz dann in einigen Jahren erneut anpeilen. Als Sahnehäubchen sicherte sich Angel auch den SHC-Gesamtsieg der Männer.

Mitreißender Zweikampf

Apropos Geese: Ein mitreißender Zweikampf fand seinen Lauf in der Altersklasse M 70 zwischen dem Göttinger und Basilius Balschalarski (TuSpo Borken). Die beiden Zehnkämpfer rangen Kopf an Kopf um die Punkte und mit einer knappen Führung von 160 Punkten und somit einer Gesamtpunktzahl von 7672 Punkten gewann Rolf diesen Fight.

Für Rolf sicher spannend und neu, in seiner Altersklasse einen Gegner auf Augenhöhe zu haben.

Frauen schenken sich nichts

Auch die Frauen schenkten sich im Siebenkampf nichts und auch hier fielen Rekorde. Gudrun Liedtke (LG Nord Berlin) ersprintete den Deutschen Rekord in der W 70 über die 80 m Hürden in sagenhaften 17,81 Sekunden. Gunild Kreb (VfL Winterbach) erkämpfte sich den Würtembergischen Landesrekord in der W 35 und Linda Holmström (Nyköping Bis Friidrott, Schweden) sicherten sich den Schwedischen Rekord ebenfalls in der W 35.

Nach schwerer Verletzung und eigentlich einer Absage zum 5. SHC punktete Anja Akkerman (DEM Bevermyjk, Niederlande) mit starken 4498 Zählern in der W 60 und zeigte ein Mal mehr, wie viel Energie und Ehrgeiz in ihr steckt.

Sie sicherte sich stolz den ersten Platz ihrer Altersklasse und war froh, als „Urgestein“ des SHC doch wieder dabei gewesen zu sein. Bekannt wurde sie in Stendal 2015 durch ihren Weltrekord im Siebenkampf der W 60.

Nicht zu vergessen ist Christina Sowa (WE LC Paderborn) mit einer starken Leistung bei den Frauen der W45. Sie holte sich den Sieg in ihrer Altersklasse und bringt zudem den Gesamtsieg über den 5. SHC aller Frauen nach Hause. Sie brachte eine starke Leistung in den Wettkampf ein, kämpfte allerdings auch mit ihren Bronchen.

So sind sie, die leichtathletischen Mehrkämpfer - die Erholung darf nach dem Wettkampf kommen.