Stendal l Dabei sammelte die deutsche Nationalmannschaft insgesamt zwölf Medaillen. Unter ihnen auch ein junger Mann aus Stendal - Paul Berghoff.

Berghoff sorgt für goldenen Moment

Der 18-jährige Altmärker setzte sich bei diesem Championat in Ostasien, das auf der Olympiastrecke 2020 absolviert wurde, im Doppelvierer der Alterskategorie U 19 durch und gewann sogar WM-Gold. Zusammen mit Elrond Kullmann (Dresden), Alexander Finger (Berlin) und Sören Henkel (Waltrop) eroberte Berghoff zunächst im Vorlauf Rang eins. Diesen Platz verbuchte das deutsche Quartett auch im Halbfinale. „Danach galten wir schon als die Meisterschaftsfavoriten“, so der Stendaler.

Doch im WM-Finale über 2000 Meter dominierten zunächst die Italiener. Und zwar teilweise mit einer Bootslänge, die beträgt satte zwölf Meter, Vorsprung. „600 Meter vor dem Ziel hat Elrond Kullmann etwas gebrüllt, was nicht zu verstehen war“, so Paul Berghoff. Doch damit war des Zeichen für den deutschen Endspurt gegeben.

Der Favorit rüstete zum Schlussspurt und holte sich am Ende mit einer halben Bootslänge Vorsprung das begehrte WM-Gold. Berghoff; „Das ist mein bislang größter sportlicher Erfolg.“

Berghoff wird in der Schule gesichtet

Wie ist der heute 1,85 Meter große Athlet eigentlich zum Rudern gekommen?

Das nahm im Jahr 2013 seinen Anfang. Eine Ruder-Trainerin vom SC Magdeburg hat mögliche Talente für die Sportart im Stendaler Schulsport gesichtet. Paul fiel auf und wurde bis 2014 einmal im Monat zum Training und Tests in die Landeshauptstadt eingeladen. Allmählich verfestigte sich bei den Verantwortlichen der Eindruck, dass er sich zu einem guten Ruderer entwickeln würde.

Seit 2014 startet er für den Magdeburger Club. Deutschlandweit lief es für ihn so gut, dass er auch international angreifen durfte.

Das war 2017 beim Baltic-Cup im weißrussischen Brest erstmals der Fall. Dort wurde er im Doppelzweier Pokalsieger.

Karriere nimmt steilen Verlauf

Ein Jahr später folgte die erste Weltmeisterschafts-Teilnahme (Racice in Tschechien) für den Altmärker. Mit seinen Teamgefährten belegte er im Doppelvierer den Bronzeplatz.

Seit diesem Jahr aber darf er sich also gar Weltmeister nennen. „Dazu haben wir zuvor richtig hart trainiert. In den letzten vier Wochen vor der WM wurde auf der Strecke in Berlin-Grünau gemeinsam geackert“, so Paul Berghoff.

In den letzten Wochen vor dem Championat wurde auch ermittelt, wer von fünf Kandidaten schließlich in den Vierer einsteigen durfte. Berghoff war dabei.

Das Interesse an Sport ist bei dem jungen Mann, der als eine seiner Lieblingsspeise Hamburger Schnitzel auserkoren hat, richtig groß. „Als Ruderer verfolge ich natürlich unsere Sportart, aber auch Kanu ganz genau. Darüber hinaus bin ich generell sehr sportinteressiert.“

Eltern unterstützen den Sohn tatkräftig

Übrigens sind seine Eltern Carsten und Anette Pauls größte Fans. Bei allen größeren Wettkämpfen des Sohnes sind sie vor Ort, so auch in Tokio.

In diesem Jahr steht noch ein Wettkampf an, im Dezember die Langstrecke von sechs Kilometern in Dortmund.

Nunmehr startet der junge Altmärker in der Altersklasse U 23. Er hat weiterhin ehrgeizige Ziele. Bei den Deutschen Meisterschaften 2020, die in Köln stattfinden werden, will sich Berghoff neuerlich für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften empfehlen. Die finden im kommenden Jahr im slowenischen Bled statt.

Olympia-Teilnahme ist das große Ziel

Sein ganz großes sportliches Ziel ist natürlich, und das ist bei einem frischgebackenen Weltmeister nicht anders zu erwarten, die erfolgreiche Teilnahme an Olympischen Spielen.

Sein Clubtrainer in Magdeburg, Paul Zander, urteilt über seinen Schützling: „Pauls besonders große Stärke ist sein Kampfgeist. Er geht dahin, wo es weh tut.“

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio kommen für den Stendaler sicherlich noch zu früh. Doch er hat den Ehrgeiz, einen Startplatz 2024 in Paris zu erkämpfen.