Berlin l Sie waren an Nummer eins gesetzt, Titelverteidiger und haben es bei der 20. Auflage der Deutschen Meisterschaften im Familienschach wieder nach ganz oben geschafft: Die Zwillinge Karsten und Stephan sind in Berlin zusammen mit Vater Torsten zum zweiten Mal Deutscher Familienmeister im Schach geworden.

Stendaler stehen unter Druck

Unter 53 Teams hatte die Stendaler/Potsdamer Kombination mit 12:2-Mannschaftspunkten die Nase vorn. Der Turniersieg war in diesem Jahr hart erkämpft. In der ersten und speziell in der vierten Runde standen die gebürtigen Stendaler Zwillinge, die in dieser Saison für Potsdam in der 2. Bundesliga an die Bretter gehen, gehörig unter Druck. Doch mit dem nötigen Glück und in den darauffolgenden Runden auch mit dem nötigen Können setzten sich die 23-jährigen Hansch-Zwillinge im Endklassement verdient durch.

Das Teilnehmerfeld bei der 20. Auflage in Berlin – ein würdiger Ausrichter war einmal mehr der Deutsche Schachbund – konnte sich mit einem Internationalen Meister, drei Fide-Meistern und einer Handvoll Spielern mit mehr als 2000 deutschen Wertzahlpunkten wahrlich sehen lassen. In allen sieben Runden durfte Familie Hansch am Spitzenbrett spielen. In einigen Runden war ihre Taktik gegen starke Gegner mindestens 1,5 Punkte zu sammeln, um die beiden wichtigen Mannschaftspunkte zu sichern. Auch mal Remis gespielt, weil sich die Zwillinge untereinander vertrauten und vorteilhafte Stellungen auf dem Nebenbrett dann konsequent ausnutzen.

Glückliches Unentschieden

Nur in Runde vier sollte der Plan nicht ganz aufgehen, als sich Stephan eine Niederlage einhandelte und die Stellung von Karsten zu diesem Zeitpunkt unklar war. Letztlich setzte Karsten die weibliche Kontrahentin in Zeitnot mit zwei Springern matt. Glückliches Unentschieden, aber beide wussten, dass man durch dieses Ergebnis weiterhin im Geschäft war.

Die folgenden Partien der beiden – Vater Torsten Hansch war während der Brisanz und Spannung im gesamten Turnierverlauf moralischer Unterstützer – sollten danach besser angelegt sein. Und vor der Schlussrunde fehlte Familie Hansch lediglich noch ein Mannschaftspunkt zum zweiten Deutschen Meistertitel nach 2019. Und es sollte in Runde sieben eine Punktlandung werden. Taktik wieder beherzigt: Karsten remisierte in nahezu ausgeglichener Stellung, weil Stephan zu diesem Zeitpunkt eine vorteilhafte Stellung besaß, diese letztlich ohne selbst riskant weiter zu spielen zu einem sicheren Remis vollendete. Das reichte. Familie Hansch war nach sieben gespielten Runden mit zwölfminütiger Bedenkzeit und einer Zeitgutschrift von fünf Sekunden pro Zug neuer Deutscher Meister. 2021 ist das Trio wieder das gejagte Team.