Halle/Stendal l Weder Boyband noch Konditionswunder, dennoch ziemlich erfolgreich.

Die Herren der SG Einheit Stendal haben am letzten Spieltag der Landesoberliga ihr persönliches Meisterstück mit einem 6:0-Auswärtssieg beim TSV Leuna vollendet.

Partie ist Abbild der Wintersaison

Ausschlaggebend für den hohen Erfolg war einerseits zwar auch das Fehlen von Leuna-Spitzenspieler Erik Voloshin, aber auch die erneute starke mannschaftliche Leistung im Verbund. „Die Begegnung war ein kleines Abbild des gesamten Saisonverlaufs“, brachte es Einheit-Kapitän Philipp Wille auf den Punkt. Dabei war die erste Einzelrunde ein Fingerzeig, in welche Richtung sich die Partie entwickeln würde.

Im Eiltempo brachte Carsten Zeihn seine Farben in Führung, zeigte sich gegen einen überforderten Gegner dominant und hatte nur wenige Mühen bei seinem 6:1,6:0-Erfolg über Stefan Welle.

Bahn macht es spannend

Zeitgleich verlief das Einzel von Danilo Bahn spannungsgeladener. Gewann der 41-jährige den ersten Satz noch souverän mit 6:2 gegen Gattner, lief der dienstälteste Akteur des Einheit-Teams im zweiten Durchgang einem 2:4-Rückstand hinterher.

„Bei 6:2, 2:0 habe ich mich wohl zu sicher gefühlt, da lässt man dann zehn Prozent nach. Auf diesem Niveau kann das dann ganz schnell kippen, daher musste ich wieder ans Limit gehen“, erklärte Bahn den kurzzeitigen Bruch im Spiel.

Der Magdeburger meisterte jedoch die kritische Phase, kämpfte sich Punkt für Punkt zurück und wurde belohnt. Ein entscheidendes Break ließ sich der Routinier nicht mehr aus der Hand nehmen und vollendete die Partie mit seinem zweiten Matchball zum 6:2, 7:5.

Sysel gewinnt sicher

Nur kurze Zeit später durften die Einheit-Akteure erneut jubeln. Frantisek Sysel sorgte mit einem souveränen 6:2,6:2-Erfolg für den dritten Stendaler Einzelpunkt.

Volleywinner sichert Titel

Die Entscheidung lag nun in den Händen von Michael Seeber. Im Spitzeneinzel lieferte sich der 32-Jährige ein Spiel auf Augenhöhe mit TSV-Kapitän Maximilian Behling, das im Match-Tiebreak des dritten Satzes entschieden werden musste. Gut, dass Seeber im Elfmeterschießen des Tennissports nervenstark blieb, die Ballwechsel bestimmte und den ersten Matchball nutzte. Diesen verwandelte der Einheit-Spitzenspieler nach starkem Aufschlag mit einem Volley-Winner, ließ die Teamkollegen kräftig jubeln und auch die nackten Zahlen positiv bestätigen.

Denn besonders in der entscheidenden Phase zeigte sich die SG Einheit meisterlich, gewann sechs von acht Tiebreaks im dritten Satz und legte damit einen großen Grundstein für den Gewinn des Meistertitels.

Nachdem auch die Doppel erfolgreich abgeschlossen wurden, kannte der Jubel beim Einheit-Team keine Grenzen mehr. „Landesmeister, Landesmeister“ skandierten die Einheit-Spieler in einer überschwänglichen Jubeltraube, ließen die Sektkorken knallen und feierten im Anschluss den überraschenden Landesmeistertitel bis in die frühen Morgenstunden.

Zeihn lobt die Leistung

„Hut ab vor unserer Mannschaft. Wir sind in einem Alter, in der man die Prioritäten abwägen muss. Dass wir die jungen Spieler, die weitaus mehr Zeit zum Training haben, so deutlich bezwingen ist für mich eine Hausnummer“, lobt Carsten Zeihn die Leistung seines Teams. „Wir sind eigentlich das Team der dicken Bäuche, wenn ich so unsere Fitness betrachte“, erklärt Zeihn ironisch und spricht damit den sportlich hohen Altersdurchschnitt des Teams von insgesamt 30 Jahren an.

Dass der Erfolg viele Facetten hat, weiß auch Zeihn, der den Spielerfrauen „für den tollen Rückhalt“ dankt.

Statistik

TSV Leuna - Einheit Stendal 0:6

Einzel: Behling - Seeber 7:6, 2:6, 7:10 ; Gattner - Bahn 2:6, 5:7 ; Gille - Sysel 2:6, 2:6 ; Welle - Zeihn 1:6, 0:6

Doppel: Behling/Welle - Seeber/Bahn 1:6, 1:6 ; Gattner/Gille - Sysel/Zeihn 4:6, 4:6