Stendal l Man nehme eine Prise Glück, ein gutes Stück Routine, packt eine große Portion Nervenstärke dazu und fertig ist das „Erfolgsrezept“.

Auch wenn der Erfolg nach dem 3:3-Unentschieden der SG Einheit Stendal gegen den Titelfavoriten TC Wernigerode ausblieb, so konnte sich das Einheit-Quartett nach einer packenden Partie wie der „vermeintliche Sieger“ fühlen. „Vom Spielverlauf her können wir mit dem Punktgewinn sehr zufrieden sein“, berichtete Carsten Zeihn nach dem Ausgang des Punktspiels.

Rückstand nach der ersten Einzelrunde

Besonders auf seinen Schultern lastete ein enormer Druck, da die Stendaler in der ersten Einzelrunde zunächst das Nachsehen hatten.

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So musste sich Maximilian Pefestorff, nach Steigerung und 4:3-Führung im zweiten Satz, gegen einen gut aufspielenden Michael Salhab mit 1:6, 4:6 geschlagen geben. Ähnlich verlief das zeitgleiche Einzel von Michael Seeber, der gegen Sebastian Beilecke, nach Satzrückstand, im zweiten Durchgang bereits 4:1 führte. Jedoch schlichen sich in der Folge wieder leichte Fehler ein, so dass Seeber mit 4:6, 4:6 unterlag.

Mit reichlich schwerem Gepäck belastet mussten nun Carsten Zeihn und Daniel Ferl in der zweiten Einzelrunde für die Wende sorgen, um die drohende Niederlage abzuwenden.

Zeihn liefert großen Kampf

Mit Erfolg, denn zunächst gewann Carsten Zeihn gegen das junge syrische Talent Adam Salhab. Dabei wusste der gebürtige Tangerhütter besonders im ersten Satz mit druckvollem und präzisem Grundlinienspiel zu überzeugen. Ganz zum Leidwesen des 14-jährigen Kontrahenten, der nicht nur mit seinem Spiel, sondern auch mit sich selbst unzufrieden war. Doch Salhab kämpfte sich nach Satzrückstand zurück, drehte die Partie und erzwang die Entscheidung im Match-Tiebreak des dritten Satzes.

Dort sah Zeihn nach 5:0-Führung bereits wie der sichere Sieger aus. Doch der junge Syrer konterte zurück, glich auf 6:6-Punkte aus und schien nun mehr als motiviert den Sieg einzufahren. Nur gut, dass Zeihn im anschließenden langen Ballwechsel Nervenstärke zeigte, die gelbe Filzkugel an die Linie spielte und mit dem Punktgewinn auch die Moral des jungen Gegners brach. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, so ein völlig erschöpfter Carsten Zeihn nach dem 6:1, 2:6, 10:7-Sieg.

Ferl gewinnt im Match-Tiebreak

Nicht minder spannend verlief das Spitzeneinzel von Daniel Ferl, der erst Mitte der Woche vom Studium aus den USA zurückkehrte. In einer Partie, die von starken Aufschlägen geprägt war, musste auch Ferl in den Match-Tiebreak des dritten Satzes gegen Tom Glücklederer gehen. Dort bewies der 21-jährige Routine, ließ sich von verbalen Entgleisungen des Kontrahenten nicht irritieren und gewann ohne Punktverlust.

Wie sollten nun die Doppel aufgestellt werden? Da war guter Rat teuer. „Wir spielen auf einen Punkt“, so Seeber. Mit Erfolg, denn das erste Doppel um Ferl/Seeber gewann und fixierte damit den Punkt.

Statistik

SG Einheit Stendal - TC Wernigerode 3:3

Einzel: Ferl - Glücklederer 6:4, 6:7, 9:0 w.o. ; Seeber - Beilecke 4:6, 4:6; Zeihn - Salhab, A. 6:1, 2:6, 10:7 ; Pefestorff - Salhab, M. 1:6, 4:6

Doppel: Ferl/Seeber - Glücklederer/Salhab,A. 6:2, 6:1 ; Zeihn/Pefestorff - Beilecke/Salhab,M. 1:6, 2:6