Halle/Stendal l Drei Turniertage, 36 Teilnehmer und zahlreiche spannende Partien. Die 29. Auflage der Tennis-Landesmeisterschaften ist mit vielen positiven Eindrücken beendet worden. „Wir haben gutes, umkämpftes, teils dramatisches Tennis gesehen“, bilanzierte Maximilian Pefestorff, Vizepräsident und Ressortleiter Sport im Tennisverband Sachsen-Anhalt, das Championat aus sportlicher Sicht.

Marscheider bestätigt die Form

Mit Blick auf die Altmark zeigte sich der junge Funktionär besonders über das Abschneiden des Einheit-Talents Amy Marscheider erfreut, die den Einzug in das Damen-Finale schaffte. „Der Fleiß und die Zielstrebigkeit im Training zahlen sich aus“, zeigt sich Pefestorff mit der positiven Entwicklung der 16-Jährigen sehr zufrieden.

Im Teilnehmerfeld der Damen, für das lediglich acht Spielerinnen meldeten, bezwang sie in der ersten Runde Kristin Böhler vom 1. TC Trinum in zwei Sätzen mit 6:1, 6:3.

Ein Erfolg, der teuer bezahlt wurde. Nach einem Stoppversuch der Gegnerin sprintete Marscheider an das Netz, rutschte zum Ball und zog sich dabei eine Blessur am Oberschenkel zu. „Danach hat es ganz schön gezwickt“, gab die Nachwuchsspielerin zu Protokoll. Über die Schwere der Blessur äußerlich sichtlich verunsichert, versuchte die Stendalerin innerlich die Ruhe zu bewahren.

Der Oberschenkel hat gezwickt

Der Oberschenkel wurde gelockert und massiert, bevor es galt, den Fokus auf das kommende Halbfinale gegen die topgesetzte Leni Hirschmann (TC Sandanger Halle) zu legen.

Ein Unterfangen, das die Einheit-Spielerin mental als auch physisch zunächst belastete. Mit schweren Schulten und gesenktem Kopf geriet Marscheider rasch mit 0:5 in Rückstand. Doch das Tennis-Talent kämpfte sich zurück, zeigte Herz und brachte die Entscheidung des ersten Satzes in den Tiebreak. Auch dort lag die Gymnastin zunächst zurück, zeigte erneut mentale Stärke und gewann den Tiebreak.

Mit dem positiven Momentum im Rücken ließ sich die Rolandstädterin im zweiten Durchgang die Partie nicht mehr aus der Hand nehmen, zeigte sich in den Ballwechseln konstanter und belohnte sich beim 7:6,6:2-Sieg mit dem Einzug in das Endspiel.

Endspiel gegen Kuc

Dort wartete Amina Kuc vom Biederitzer TC, die in allen bisherigen Duellen mit der Einheit-Spielerin erfolgreich blieb. Doch die große Favoritin strauchelte im Turnierverlauf, stand in der ersten Runde kurzzeitig vor dem Aus und wirkte nicht in der normalen Form. So gab es nicht wenige Experten vor Ort, die im Finale die Stendalerin im Vorteil sahen.

Doch sie machten die Rechnung ohne die amtierende Hallen-Landesmeisterin aus Biederitz. Zwar gestaltete sich die Partie im ersten Satz bis zum Stand von 4:3 für die Stendalerin sogar recht ausgeglichen, doch die leichten optischen Vorteile bis zu diesem Zeitpunkt fanden keine Belohnung. Kuc fand mehr Sicherheit in den Schlägen, entschied nicht nur lange Ballwechsel für sich sondern auch knappe Spiele und gewann das Finale verdient mit 6:4, 6:1.

Entwicklung zeigt nach oben

„Ich konnte im Finale nicht mein ganzes Potenzial abrufen. Ein Endspiel zu spielen, das ist auch immer nochmal etwas anderes“, analysierte Marscheider kurz den Ausgang des Endspiels. Zwar zeigte sich das Einheit-Talent kurz nach der Niederlage geknickt, konnte mit der Leistung im Turnierverlauf aber sehr zufrieden sein. „Bei den Hallen-Landesmeisterschaften war der Finaleinzug noch überraschend, nun wirkte sie schon leicht favorisiert. Wenn Amy weiter zielstrebig bleibt, dann wird sie bald die Früchte ihrer Arbeit ernten“, kann TSA-Sportwart Pefestorff der jetzigen Entwicklung viel Positives abgewinnen und drückt der Nachwuchsspielerin die Daumen, dass sie bald in der deutschen Dame-Rangliste stehen wird.