Zum Abbruch von Maßnahmen für Ein-Euro-Jobber zum Ende des Jahres 2011 erreichte die Sportredaktion folgender Leserbrief des Präsidenten des Kreissportbundes Börde.

Eigentlich sollten wir stolz sein, dass die Zahl der Arbeitslosen in Haldensleben so niedrig ist. Wenn Maßnahmen wie Aufstockung, Weiterbildung oder dergleichen einbezogen werden, schaut das schon anders aus.

Letztlich bleibt bei allen Bemühen ein Teil der Arbeitslosen, die faktisch nicht auf dem 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln sind. Die Gründe sind offenkundig wie bekannt. Einem Teil dieser Menschen kann aber über die Tätigkeit als Ein-Euro-Jobber noch sinnvolle Tätigkeit, Aufgabe und Würde erhalten werden. Dem hat sich der KSB Börde bisher immer verpflichtet gefühlt. Unsere Mitarbeiter (auch Ein-Euro-Jobber sind Kollegen) haben in Vereinsarbeit und Jugendförderung eine Menge Gutes geleistet und für sich das Gefühl gehabt, gebraucht und geachtet zu werden.

Jetzt werden alle Maßnahmen, zum Teil vorfristig beendet und allein durch Abbruch der Maßnahme 137 werden 70 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2011 entlassen. Begründung: Niedrige Arbeitslosigkeit und Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt haben Vorrang.

Aber: Ist es so schwer zu begreifen, dass gerade diese Menschen, die nur besonders im "Grünen Bereich" arbeiten, keine Chancen auf dem offenen Arbeitsmarkt haben, dass sie damit völlig auf die Alimentation durch die Gesellschaft angewiesen sind? Ist es so schwer zu begreifen, dass die Arbeit der Sportvereine massiv beeinträchtigt wird, weil diverse Kommunen in der Konsolidierung sind und sich zusätzliche Arbeitskräfte nicht leisten können? Sachsen-Anhalt ist nicht Bayern oder Baden-Württemberg, hier müssen andere Maßnahmen gelten.

Das Präsidium des KSB wird versuchen, am 22. Dezember im Landesarbeitsamt ein Umdenken anzustoßen. Wir sind uns darüber klar, nur Bittsteller zu sein. Aber ein Aufgeben kommt für Sportler nicht in Frage!

Ralf Geisthardt,

Präsident KSB Börde