Cracau l Im Spitzenspiel musste sich der 1. FC Magdeburg II dem TSV Niederndodeleben mit 1:2 (1:2) geschlagen geben.

TSV-Taktik fruchtet

Schuld daran, da waren sich im Nachgang alle einig, war die „verpennte Anfangsphase“ der Gastgeber. Denn im Vergleich zu den Gästen aus der Börde, die nach beeindruckenden 17 Treffern aus den ersten beiden Spielen schwungvoll loslegten, wirkten die FCM-Reservisten nahezu lethargisch. „Da waren sie uns glasklar überlegen, haben uns mit ihrem druckvollen Start eiskalt erwischt“, gestand FCM-Angreifer Christian Gropius. „Mit ihrem Anlaufen wie die Berserker haben sie uns total überfordert“. Von Beginn an attackierten die Gäste hoch, zwangen die FCM-Zweite damit zu „fatalen Fehlern“ und bestraften diese eiskalt. „Wir mussten uns erst einmal an dieses brutale Pressing gewöhnen. Und bis das geschehen war, stand es schon 0:2“, ärgerte sich Christopher Fechtner, der diesmal die Kapitänsbinde trug. Aus Ballgewinnen tief in der gegnerischen Hälfte profitierten Jan Voigt (6.) per Abstauber nach einem Lattenkracher sowie Alexander Felgentreff (16.).

In der Folge kamen die Hausherren zwar besser rein, taten sich aus dem Spiel heraus aber mit dem „ekligen Gegner“ schwer. „Diese Körperlichkeit und Härte hat uns schon beeindruckt. Das kannten wir aus den letzten Spielen einfach nicht“, meinte Fechtner.

Anschlusstreffer vor der Pause

Dennoch verkürzte die Mannschaft von Andreas Heyse noch vor der Pause. Nachdem Christian Gropius einen Freistoß an den linken Pfosten platzierte, setzte Tobias Ginter als Schnellster nach. Dies nahmen die Gäste wohl zum Anlass, ihr Offensivspiel in der Folge auf das Äußerste zu beschränken. Nach dem Seitenwechsel rührten sie im Abwehrblock regelrecht Zement an, setzten nur vereinzelt aus Umschaltmomenten ihre offensiven Akzente.

Das klare Plus an Spielanteilen und Chancen lag so bei den sehr engagierten Hausherren. Ob durch Gropius, Ginter oder den sehr auffälligen Lasse Schlotter, immer wieder wurden sie gefährlich. „Bis zum Strafraum haben wir das gut gespielt, nur haben wir den Abschluss nicht zielstrebig genug gesucht“, meinte Fechtner das Manko ausgemacht zu haben. Gropius hatte derweil das Gefühl: „Das Tor war wie vernagelt, immer waren drei Abwehrbeine dazwischen. Wir hätten wohl noch eine Stunde spielen können und hätten nicht getroffen.“

So schmerzten nach dem Abpfiff ob des „brutalen Spiels“ nicht nur die Knochen, sondern auch die verlorenen Punkte. „Wenn man nahezu die gesamte Partie auf ein Tor spielt, nur auf die Socken bekommt und dann auch noch ohne Punkte da steht, ist das extrem bitter“, erklärte Gropius, dem nach dem verlorenen Abnutzungskampf ein abgebrochener Zahn und eine gestauchte Schulter blieben.

Bei Fechtner machten sich derweil zweierlei Gefühle breit. „Zuerst kam die Enttäuschung, danach der Ärger“, erklärte der 28-Jährige, „eben, weil wir uns als Mannschaft wegen einer völlig verpennten Anfangsphase für einen guten Auftritt nicht belohnen konnten.“