Ummendorf l Der Ummendorfer SV, von vielen als Meisterschaftsanwärter gehandelt, hat das Spieljahr 2017/18 in der Landesklasse 3 auf Platz vier abgeschlossen. Im Interview mit der Volksstimme zieht Chris Sacher, Trainer des USV, eine Bilanz und blickt auf das neue Spieljahr voraus.

Volksstimme: Herr Sacher, entspricht die erreichte Platzierung Ihren Erwartungen?

Chris Sacher: Wir hatten uns schon mehr vorgestellt, aber nicht zwingend vorgenommen Erster zu werden. Nach dem, wie die Hinrunde gelaufen ist, war die Platzierung okay, aber Dritter und beste Bördemannschaft wären wir schon gern geworden. Dass wir diesen Platz durch die Niederlage am letzten Spieltag gegen Seeland verloren haben, ist ärgerlich.

Was hat eine mögliche bessere Platzierung verhindert?

Die Einstellung in der Hinrunde war grundsätzlich ausschlaggebend dafür. Wir hatten auch ein paar Verletzte, aber einigen Spielern war nicht klar, was wir von ihnen erwarten. In der Rückrunde wurde das viel besser.

Was hat zu diesem Wandel geführt?

Einzelgespräche, in denen wir nochmal besprochen haben, was es bedeutet, für Ummendorf zu spielen, was erwartet wird. Außerdem war unser gemeinsames Trainingslager in der Winterpause hilfreich.

Welche Spiele bleiben Ihnen in Erinnerung?

Positiv waren die Spiele gegen Blankenburg zu Hause und gegen Quedlinburg. Das erste Heimspiel gegen Langenstein ist auch im Gedächtnis geblieben: Wir haben 1:4 verloren und gleich gemerkt, wie es in der Landesklasse abgeht.

Wer waren die Leistungsträger im Team?

Auf jeden Fall hat uns Max Köhler, der zur zweiten Halbserie kam, weitergeholfen. In der Rückrunde war auch Felix Krause, der in der Hinrunde noch unter seinen Möglichkeiten gespielt hat, ein Leistungsträger. Außerdem ist Andreas Sommermeyer ein absolutes Zugpferd auf dem Platz gewesen.

Welche Mannschaft hat Sie in der zurückliegenden Saison überrascht und warum?

Blankenburg, weil die sehr guten Fußball gespielt und ohne unnötige Härte ihr Ding komplett durchgezogen haben, Das hat mich überrascht. Namentlich hatte sich der Verein in der Sommerpause eigentlich nicht so verstärkt, nur den Trainer gewechselt. Der hat auf jeden Fall sehr ordentliche Arbeit geleistet.

Welche personellen Veränderungen gibt es in Ihrem Team in der Sommerpause?

Als Abgänge sind Eike Pitschmann, der seine Karriere beendet, Tom Gruhle und René Hasse, die beide nach Seehausen wechseln, und zumindest derzeit Ronny Bree zu nennen. Wobei ich mir sehr wünsche, dass Ronny nach seinem Schienbeinbruch vielleicht doch noch einmal spielen kann. Das ist nicht das passende Ende für seine Laufbahn. Unsere Neuzugänge sind Robin Marschke und Eric Strauß vom SV Seehausen. Kurzfristig wechselt nun auch noch Maik Müller vom SVS zu uns. Vom Verbandsligisten Haldensleber SC kommt Philipp Neubauer, vom SV Hötensleben Björn Ohnesorge und vom Eilslebener SV ergänzen Robert Kuhlmann und Martin Raebsch die Mannschaft.

Einen neuen Co-Trainer habe ich, nachdem Andreas Sommermeyer ja Coach in Schönebeck wird und uns nur noch als Spieler zur Verfügung steht, noch nicht. Wir suchen aber auch nicht intensiv danach. Es muss sich einfach jemand finden, mit dem es passt. In der Vorbereitung werden aber Florian Köhler und Kai Heimrath verschiedene Trainingsgruppen leiten.

Welche Erwartungen dürfen die Anhänger Ihrer Mannschaft für die neue Saison haben?

Na, dass wir wieder guten, offensiven Fußball spielen. Auf jeden Fall wollen wir auch eine bessere Platzierung als letztes Spieljahr erreichen, also ganz oben angreifen. Ich will aber jetzt nicht sagen, dass wir unbedingt Erster werden müssen. Die Vorbereitung wird auch zeigen, wohin es geht. Wir müssen uns erstmal finden. Dann wollen wir im Landespokal eine Runde überstehen und im Kreispokal auch wieder weit kommen. Um das zu stemmen, ist der Kader auch breiter geworden.

Welche Teams sehen Sie als Meisterschaftsanwärter?

Langenstein, den Quedlinburger SV, Thale – auch den OSC, nicht zu vergessen. Ich sehe da einfach ein paar mehr gleichwertige Teams und habe keinen richtigen Favoriten. Man hat es bei Blankenburg gesehen wie es ist, wenn man einen Lauf hat.

Wann startet der Ummendorfer SV in die Vorbereitung?

Wir starten vom 11. bis 19. Juli in ein individuelles Programm. Das ist etwas Neues, das wir versuchen. Jeder hat sein Programm selbst zu absolvieren, aber es gibt für jeden Bereich einen Verantwortlichen. Am 19. Juli treffen wir uns dann zum richtigen Auftakt in Ummendorf.