Wefensleben l Das Spitzenspiel in der Handball-Bezirksliga haben die Frauen vom TSV Wefensleben überraschend deutlich für sich entschieden. Gegen den Tabellenführer HV Ilsenburg hieß es 38:22.

TSV Wefensleben ist nervös

Beim TSV Wefensleben war die Nervosität zu Beginn erkennbar. Die ersten 15 Minuten gehörten darum dem Spitzenreiter, der mit 4:1 und 7:4 führte. Die Deckung hatte sich bis dato noch nicht gefunden. Ilsenburg war vor allem aus dem Rückraum zielsicher. Für den Ausgleich sorgte vom Siebenmeterpunkt Christin Bortfeldt (7:7/13.).

Mit der Einwechslung von Torhüterin Anja Thiede, die gleich einen Strafwurf beim 9:9 parierte, war der Wendepunkt erreicht. Es ging ein Ruck durch das Team, die Abwehr stand nun sicher mit Keeperin Thiede dahinter, die den Rücken zusätzlich stärkte. Im Angriff wurden mit Teamgeist die Spielzüge konzentriert ausgespielt. Immer wieder fand der TSV Wefensleben jetzt die Lücken. Lohn war eine „zarte“ Führung (11:10, 14:13). Das 16:14 für den Gastgeber fiel fünf Sekunden vor dem Pausenpfiff per Siebenmeter.

Wefenslebens Deckung steht

Auch mit Beginn der zweiten Halbzeit setzte der HV Ilsenburg die persönliche Deckung gegen Bortfeldt fort. So hatten alle anderen Wefensleberinnen Platz, um bei Ballgewinn die zweite Welle zu gehen. Die TSV-Deckung stand felsenfest und Anja Thiede schien weiter kaum überwindbar. Fünf Treffer in Serie – davon zwei Strafwürfe von der treffsicheren Janice Haberkorn – brachten den TSV Wefensleben mit 23:15 in Front.

Auch ein Schreckmoment, als sich Alexandra Bode nach einem Zweikampf die Nase brach, brachte den Gastgeber nicht mehr aus dem Konzept. Zu diesem Zeitpunkt lag der TSV Wefensleben bereits mit zehn Toren vorne (27:17). Ilsenburg fehlte es nun auch an Leidenschaft, die Gegenwehr blieb aus. So waren die letzten zehn Minuten ein munteres „Scheibenschießen“. Auch wenn die Verletzung die Stimmung etwas dämpfte, das Team hatte sich und Geburtstagskind Annika Hart mit einem tollen Heimsieg beschenkt.

Großen Anteil hatte Anja Thiede mit ihrem ersten Saisonspiel überhaupt. Sie wurde kurzfristig für die kränkelnde Sarah Schumann um Unterstützung gebeten und sagte prompt zu. 45 Minuten lang machte sie ihre Sache sehr gut.

Den Spitzenreiter geschlagen

Mit diesem 38:22-Sieg hat der TSV Wefensleben ganz nebenbei den direkten Vergleich mit Spitzenreiter HV Ilsenburg für sich entschieden. Wefensleben hat es bei drei Punktspielen nun selbst in der Hand, Staffelsieger zu werden.

Das Fazit gehörte Alex Bode: „Manchmal ist unser Sport ganz schön brutal, aber es macht genauso viel Spaß mit so einer tollen Mannschaft im Rücken. Jetzt wollen wir auch die letzten drei Spiele gewinnen.“

TSV Wefensleben: Schumann, Thiede - Haberkorn (11/4), Wilken (2), Ziem (1), Bode (4), Dorsch (3), Bortfeldt (10/2), Klinghammer (5), Hart (2);

Siebenmeter: TSV Wefensleben 7/6, HV Ilsenburg 6/5; Zeitstrafen: TSV Wefensleben 4, HV Ilsenburg 2.