Blankenburg l Für die beiden Blankenburger hatte es nicht für eine Medaille gereicht, so dass in der Vorrunde Schluss war. Dennoch können beide auf ihre gezeigten Leistungen stolz sein.

Ali Rashid (Weltergewichtskampf) kam in Runde 1 gegen El Abid Anas (Nordrhein-Westfalen) gut in den Kampf, sicherte sich auch mit guten und klaren Treffern die Punkte und die Rundenwertung. Die Runde 2 begann auf beiden Seiten etwas verhalten. Rashid ließ Treffer zu und kam etwas vom besprochenen Kampfverlauf ab, holte dennoch in der letzten Minute noch die entscheidenden klaren Trefferpunkte.

Rashid verliert knapp

In der letzten Pause gab das Trainerteam, bestehend aus dem Heimtrainer Marcel Höfer und dem Sportwart des Landes Sachsen-Anhalt, nochmal Instruktionen zum Sichern entscheidender Punkte. In Runde 3 gab Ali Rashid die Deckung auf und der Gegner reagierte auch, es kam zum offenen Schlagabtausch, die zu einer Punkteverteilung führte, welche für die fünf Punktrichter schwer zu zählen war. Ein Gegentreffer mehr zu Gunsten für El Abid Anas machte letztendlich den entscheidenden Unterschied aus und die Runde 3 ging an seinen Gegner.

Somit war es ein denkbar knapper Kampf von beiden Boxern in der Gewichtsklasse bei den Männern. Eine atemberaubende Leistung und sehr sehenswerte Beweglichkeit, welche vom zahlreich erschienenen Publikum mit tosendem Beifall honoriert wurde. Im Interview nach dem Kampf mit Marcel Höfer wurde die abrufbare Leistung lobend erwähnt, die Vorbereitung war passend und die Kleinigkeiten werden bis zur Deutschen Meisterschaft 2019 korrigiert, dann sollte auch die Medaille greifbar sein. Schon jetzt zählt Ali Rashid zu den Top-Ten der Boxer im Weltergewicht in Deutschland.

Boxen auf gutem Niveau

Im Mittelgewicht ging Nawres Salim in Runde 1 mit solider Deckung in den Kampf. Sein Gegner, Kevin Boakye-Schumann (Mecklenburg-Vorpommern), nutzte kaum Deckung und war sehr beweglich. Es kam zu ersten Treffern beider Boxsportler und diese trafen hammerhart. Die Schlagkraft war gewaltig und beide waren gut aufeinander eingestellt. Das Trainerteam aus Blankenburg (Manfred Weigl, Marcel Höfer, Ingo Meier und Pierre Rümkasten) hatte viel Vorbereitungzeit in die bedingungslose Trainingsbereitschaft ihres Sportlers investiert, um das Niveau zu erreichen, welches von den besten Boxsportlern Deutschlands verlangt wird, um sich zur Teilnahme zu qualifizieren.

Trainerteam mahnt zur Vorsicht

Am Ende der ersten Runde stand es Unentschieden und beide Sportler waren von der Härte der klaren Treffer gezeichnet. Die Pause in beiden Ringecken waren ruhig und sortiert im Gespräch mit ihren Sportlern. Das Trainerteam von Nawres Salim (Marcel Höfer und Sportwart des Landes Sachsen-Anhalt) mahnte zur Vorsicht: „Riskiere nicht leichtsinnig einen Niederschlag!“

In Blankenburg werden regelmäßig Schlag-Härte-Messungen während des Trainings vorgenommen um darauf aufbauend das Training auszurichten.

Der Boxer aus Mecklenburg-Vorpommern, der auch schon einige Bundesliga-Wettkämpfe erfolgreich und vorzeitig gewinnen konnte, blieb in Runde 2 seiner Linie treu und nutzte offene Deckungsmomente zum Sichern der klaren Wirkungstreffer.

Nawres Salim nutzte taktisch klug seine Möglichkeiten, um in der Halbdistanz die schweren, kraftvollen Wirkungstreffer zu erzielen und somit einen vorzeitigen Sieg für sich zu erarbeiten. Der Gegner teilte mindestens genauso hart aus und die zweite Runde endete endlich zum Luft holen für beide. Das schlaggewaltige Dauerfeuer beider Mittelgewichtler in Runde 3 zeugte von unglaublichem Konditionshaushalt und unbändigen Siegeswillen. Nach einigen Schwingern beruhigte sich für zehn Sekunden das Gefecht und der Ringrichter hob den Zahnschutz von Nawres Salim auf und ging mit ihm in die Heimecke zum Ausspülen und Einsetzen des Zahnschutz‘.

Ringrichter zählt Salim an

Der Kampf war wieder freigegeben und der Schlaghagel begann. Beide Sportler nahmen Kopf- und Körpertreffer und plötzlich zählte der Ringrichter Nawres Salim an. Nach Betrachtung des Sportlers gab der Kampfrichter den Wettkampf wieder frei. Ein etwas übermotivierter Schwinger von Nawres Salim und leichter Kontakt mit dem Handschuh des Bundesliga-Boxers aus Mecklenburg-Vorpommern, animierte den Ringrichter auf Wirkung zum erneuten Anzählen von Nawres Salim. Zum Schutz der Gesundheit des noch jungen Sportlers und seiner ersten Teilnahme an dem Elite-Turnier der Männer, brach der Ringrichter den Kampf ab.

Es waren noch zehn Sekunden, aber punktetechnisch lag Nawres Salim drei Zähler zurück – nicht mehr einholbar. Die Erfahrung und das Wissen, das Nawres Salim zu den besten 20 Boxsportlern in der Gewichtsklasse der Männer in Deutschland gehört ist schon beachtlich.

Ziele sind gesetzt

2019 möchte er sich mit dem Trainerteam erneut für die DM qualifizieren und sich für die Teilnahme an Ligawettkämpfen empfehlen. Der Präsident und der Sportwart waren stolz auf die herausragende Leistung der beiden Aktiven aus der Boxerschmiede der SG Stahl Blankenburg und auf das gesamte ansässige Trainerteam in Blankenburg.