Halberstadtl l Sport sorgt in verschiedenen Situationen für vielfältige Emotionen. Jeder Sportler ärgert sich über ein verlorenes Spiel oder einen verpatzten Lauf. Mit Stolz wird der Sieg über den aktuellen Tabellenführer der Kreisliga nach dem Abpfiff  mit Bier und Bratwurst gefeiert. Jeder, der über viele Jahre Sport treibt und als Zuschauer verfolgt, hat unzählige Siege und Niederlagen erlebt. Geschichten über diese Ereignisse können ganze Abende füllen. Denn jeder weiß etwas über sein schönstes oder traurigstes Spiel zu erzählen. Manchmal spielt dabei auch gar nicht einmal das Ergebnis eine Rolle. Es sind die Umstände und vielleicht kleinen Randnotizen. Mancher Sportler schaffte es nah an die Profikarriere heran, anderen gelang es als ambitionierte Freizeitkicker den 1. FCM zu schlagen. Erstmals im neuen Jahr 2021 blicken vier Funktionäre und ein aktiver Fußballer, der allerdings auch schon als Trainer aktiv war, auf ihre schönsten und emotionalsten Erlebnisse als aktiver Sportler und Zuschauer zurück.

Schönstes Erlebnis Sportler

Ich war nicht wirklich ein besonders erfolgreicher Sportler, wenn man mal von den Medaillen bei den Kreisspartakiaden absieht. Vor meinem 40. Lebensjahr hatte mich nochmal der sportliche Ehrgeiz gepackt, sodass ich mich als mich als ambitionierter Freizeitläufer versucht habe.

Mein schönstes Erlebnis als Sportler hatte ich beim Sparkassenmarathon 2010 in Halberstadt. Damals gehörte ich zum Organisationsteam. Mit Landrat Dr. Michael Ermrich und Lauflegende Waldemar Cierpinski hatten wir zwei Schirmherren für die Veranstaltung gewonnen, die sich auch aktiv an der Veranstaltung beteiligen und sich für die zehn Kilometer Distanz anmeldeten.

Waldemar Cierpinski schlug noch vor dem Startschuss vor, dass die Schirmherren mit mir gemeinsam auf die Strecke gehen sollte. Ich war eher skeptisch, denn ich war schon den Halbmarathon gelaufen und hatte als Organisator eigentlich andere Aufgaben. Er hatte mich dann überredet, dass wir uns für ein Pressefoto gemeinsam in der ersten Reihe der Startaufstellung positionierten. Das eigentliche Ziel, nach dem Start wieder einfach zurückzulaufen, konnte dabei nicht umgesetzt werden. Wir hatten nicht bedacht, dass uns die mehr als 1000 Läufer eine Weile im Spitzenfeld antreiben würden. So war ein gesichertes Zurücklaufen erst nach dem ersten Kilometer möglich. Doch ich hatte mich bereits von der Euphorie der Läufer*innen anstecken lassen, die ich so noch nicht erlebt hatte.

Zudem hatte ich die Chance, von den beiden Laufexperten Dr. Ermrich und Waldemar Cierpinks wertvolle Tipps zu ergattern, um meine Bestzeit über die Marathondistanz zu verbessern. Dabei habe ich besonders eine Sache gelernt. Dass Laufen viel mehr sein kann, als die Jagd nach Bestzeiten und Altersklassen-Platzierungen. „Runners High“, das Glücksgefühl beim Laufen, war für mich bis dahin nur eine Legende. An diesem Tag habe ich es erlebt. Auf der Stadionrunde gab es dann noch einen Endspurt um die bessere Platzierung zwischen Dr. Ermrich, Cierpinski und mir. Ich weiß nicht mehr wer gewonnen hat, aber das war auch egal.

Schönstes Erlebnis Zuschauer

 

Mein schönstes Erlebnis als Zuschauer habe ich seit Jahren beim Start- und Zieleinlauf des Harz-Gebirgslaufes. Zwar bedauere ich schon, dass ich nicht mitlaufen kann, doch dafür komme ich den Genuss, die tolle Atmosphäre an der Himmelpforte über den ganzen Tag lang zu genießen. Die gute Stimmung unter den Läufer*innen, den Helfer*innen und dem Organisationsteam ist einzigartig. Besonders beim Start des Kinderlaufes geht mir sprichwörtlich jedes Mal das Herz auf. Wer es noch nicht erlebt hat, der hält es für eine Floskel. Doch ein „Finisher“ beim Brockenmarathon ist davon überzeugt: Hier ist jeder ein Sieger. Ich habe bei kaum einem anderen Lauf so viele erwachsene Läufer*innen erlebt, die auch noch am Abend ihre Zieleinlauf-Medaille mit Stolz tragen.