Leipzig l Beim Floorball Final4 2019 in Leipzig gewannen die Wernigeröder das Pokal-Halbfinale gegen den MFBC Leipzig im Penaltyschießen mit 6:5, wurden aber tags darauf im Finale vom TV Lilienthal überrascht.

Die Lilienthaler Wölfe überraschten mit dem 8:5-Finalsieg nicht nur die Roten Teufel, im Halbfinale hatten sie bereits den Deutschen Serienmeister und amtierenden Pokalsieger vom UHC Sparkasse Weißenfels ausgeschaltet. Für den TV Lilienthal war es der erste Pokalsieg in der Vereinsgeschichte – und das ausgerechnet im letzten Jahr der Bundesliga-Zugehörigkeit.

Führung nach 16 Sekunden

Im Pokal-Halbfinale gegen den MFBC Leipzig erwischten die Devils einen miserablen Start: Nach 16 Sekunden zappelte der Lochball zum ersten Mal im Devils-Tor, nach sieben Minuten stand es 3:0. Die Antwort der Harzer folgte im Mittelabschnitt, Samuli Granlund, Miro Kortelainen und Sebastian Mennigke mit sensationellem Rückhand-Volley glichen zum 3:3 aus. Den neuerlichen Rückstand konterte Samuli Granlund, ehe die Leipziger in den Schlusssekunden des zweiten Drittels in Überzahl zur 5:4-Führung trafen.

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Erfolg nach Penaltyschießen

Das Schlussdrittel war weniger spektakulär, knapp sechs Minuten vor dem Ende erzielte Samuli Granlund den wichtigen 5:5-Ausgleich. Vor ausverkaufter Halle (500 Zuschauer) lieferten sich beide Teams in der Verlängerung einen offenen Schlagabtausch, einige klare Torchancen blieben aber ungenutzt. Im Penaltyschießen benötigte es auf jeder Seite acht Schützen, bis der Finalist schließlich feststand: Miro Kortelainen erzielte den entscheidenden Treffer zum Einzug ins Pokalfinale. Zuvor hatte sich der TV Lilienthal gegen den UHC Weißenfels in einem Duell auf Augenhöhe überraschend mit 5:4 in der Verlängerung durchgesetzt.

Déjà-vu Erlebnis im Finale

Einen Tag später standen sich der TV Lilienthal und die Red Devils vor ebenso großartiger und lautstarker Kulisse im Finale gegenüber. Die Harzer und ihre Anhänger erlebten dabei ein Déjà-vu: Nach 117 Sekunden ging Lilienthal in Führung und legte im ersten Drittel drei weitere Treffer nach. Trotz intensiver Bemühungen und zahlreicher Torchancen traf im Mittelabschnitt nur Samuli Granlund zum 1:4.

Zu Beginn den Schlussdrittels stoppte Devils-Torhüter Karlis Svampe einen Lilienthaler Angriff zu rüde. Den anschließenden Strafstoß verwandelte Alexander Seitz zum 5:1. Jetzt starteten die Harzer Floorballer ihre Aufholjagd, nach Toren von Ramon Ibold, Sebastian Mennigke, Miro Kortelainen und Samuli Granlund war beim Stand von 6:5 knapp zweieinhalb Minuten vor dem Ende wieder alles offen.

Kontertor stoppt furiose Aufholjagd

Genau in dieser Phase erzielte Niklas Bröker nach einem Konter das 7:5 für die Lilienthaler Wölfe. Die Devils versuchten alles, nahmen auch den Torwart vom Feld. Mit einem Schuss ins verwaiste Devils-Gehäuse machte der entfesselt aufspielende TV Lilienthal alles klar.

Die Enttäuschung nach dem verlorenen Finale war nicht nur Trainer Gary Blume und Kapitän Max Bandrock ins Gesicht geschrieben, auch den vielen teuflischen Fans. „Wir haben uns definitiv mehr ausgerechnet. Wir wollten den Titel mit nach Hause nehmen, da wir über die Qualität in der Mannschaft verfügen“, so Ramon Ibold nach dem Spiel.

Playoffs stehen an

Nach dem verpassten Pokalsieg nehmen die Devils in den Bundesliga-Playoffs die zweite Titelchance in Angriff. Zum Start der Viertelfinalserie geht es am Sonntag zur DJK Holzbüttgen, das zweite und mögliche dritte Spiel steigt am Wochenende darauf in Wernigerode. Bei positivem Ausgang winkt – wie schon im Pokal – ein Halbfinale gegen den MFBC Leipzig.

Statistik

Red Devils Wernigerode: Svampe, Brandt - Krupicka, Trützschler, Ibold, Sundt, Bandrock, Mennigke, Mildner, Isoksela, Selzer, Zilling, Hellmund, Granlund, Kastner, Kortelainen.