Wernigerode l Neben den seit Jahren erstklassigen Herren spielen nun auch die teuflischen Damen in der 1. Floorball-Bundesliga. Zum Saisonauftakt bestreiten beide Vertretungen am Sonntag ein Heimspiel. In der Stadtfeldhalle Wernigerode müssen um 13 Uhr zunächst die Damen gegen den amtierenden Deutschen Pokalsieger vom MFBC Leipzig/Grimma ran, um 16 Uhr trifft das Team von Trainer Ralf Lisiecki auf die Floor Fighters Chemnitz.

In den letzten drei Jahren hatten die U17-Mädchen der Red Devils die Deutsche Meisterschaft auf Kleinfeld gewonnen. Nachdem ein Großteil der Talente nun nicht mehr im Nachwuchs spielberechtigt ist, wagen die Harzer Floorballerinnen in dieser Saison erstmals den Gang in die höchste deutsche Spielklasse. Für das Team und die Verantwortlichen des Vereins war dies ein logischer und notwendiger sportlicher Schritt.

1. Bundesliga als nächster Schritt

„Fünf unserer jungen Damen spielen aktuell in der Deutschen U19-Nationalmannschaft, mit Julia Diesener steht sogar eine Spielerin im Aufgebot des A-Nationalteams. Um sich sportlich weiterzuentwickeln, brauchen unsere Damen möglichst viele Spiele auf höchstem Niveau. Dies war in dieser Saison nur in der 1. Bundesliga möglich“, so Sport- und Vereinsmanager Mario Vordank.

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Die Teilnahme am Spielbetrieb in der höchsten Liga Deutschlands wurde vom Team gewünscht und wird auf vielen Schultern getragen. Die Vereinsführung hat die entsprechenden finanziellen, personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen, so dass sich nun alle auf den heiß ersehnten Saisonauftakt freuen. „Sicherlich wird es keine leichte Saison, aber nur wer sich neuen Herausforderungen stellt, wird am Ende wissen, ob er diesen gewachsen ist. Alle Spielerinnen und wir als Team können nur dazu lernen“, so Teamchef Julia Pradel.

Trainer kommen aus Schweden

Die sportliche Weiterentwicklung soll insbesondere durch die beiden schwedischen Trainer Linus Nilsson und Philip Andersson vollzogen werden, die neben ihrem Engagement als Damen-Trainer auch für das Herrenteam der Devils spielen.

Die beiden Schweden sind bereits seit Mitte Juli in Wernigerode, trainieren seitdem intensiv mit den Damen und Herren. Mitte August nahmen sie mit dem Damenteam an den Czech Open in Prag teil, einem der weltgrößten Floorball-Turniere. Ende August standen dann mit dem Renew-Cup in Holzbüttgen und dem Internationalen Sparkassen-Cup in Wernigerode für sie selbst mit dem Herrenteam zwei spielerische Härtetests auf dem Programm.

„Unsere Mannschaft hat sich zur Vorsaison stark verändert. Einige Spieler haben ihre Karriere beendet, andere setzen sie im Ausland oder in neuen Vereinen fort. Für uns war es wichtig, in dieser Saison vor allem den eigenen Nachwuchstalenten den Weg zu ebnen. Somit haben Lukas Kastner, Justin Tropschug, Artem Kovalenko, Florian Stroinski und Marc Charlet eine Lizenz für das Bundesligateam erhalten. Mit den erfahrenen Kräften um Kapitän Max Bandrock, Vojta Krupicka sowie unseren Gastspielern Linus Nilsson, Philip Andersson, Viktori Niemi und Joonas Poutanen bilden sie die stabilen Säulen des diesjährigen Teams“, so Trainer Ralf Lisiecki.

Trainer Liesiecki muss improvisieren

Lisiecki selbst hatte das Traineramt im Juni von Gary Blume übernommen, der nach vier Jahren an der Bande seine eigene spielerische Karriere fortsetzen möchte. Das Wernigeröder Team wird sicher einige Spiele brauchen, um nach dem personellen Umbruch in der neuen Besetzung in der höchsten deutschen Spielklasse anzukommen. Hier sollte das Team selbst, aber vor allem die Fans und Anhänger, die nötige Geduld haben und von der jungen Mannschaft keine Wunder erwarten. „Die Fans können sich sicher sein, dass die Jungs in jeder Partie alles geben werden, um die Spiele zu gewinnen. Aber wir brauchen als Team auch die Zeit, um uns entwickeln zu können“, so Ralf Lisiecki.

Im Zuge des ersten Bundesliga-Heimspiels am Sonntag gegen die Floor Fighters Chemnitz muss Trainer Ralf Lisiecki etwas improvisieren. Sebastian Mennigke steht verletzungsbedingt (Sprunggelenk) noch nicht zur Verfügung, Thomas Bothe und Joonas Poutanen fallen ausgesundheitlichen Gründen aus. Der Finne Viktori Niemi wird aus privaten Gründen erst Ende Oktober zur Mannschaft stoßen. Somit müssen die „jungen Wilden“ gleich im ersten Pflichtspiel Verantwortung übernehmen. Dass sie dieser Aufgabe gewachsen sind, haben sie nicht zuletzt mit guten Leistungen beim Sparkassen-Cup unter Beweis gestellt.