Berlin l Die Red Devils vom Wernigeröder SV Rot-Weiß haben den Gewinn des Floorball Deutschlandpokals hauchdünn verpasst. Nach zwei dramatischen Partien beim „Final4“ in Berlin mussten die Harzer dem großen Favoriten UHC Weißenfels knapp den Vortritt lassen.

Hexenkessel wartet auf die Red Devils

Auf die Red Devils wartete im Halbfinale keine leichte Aufgabe. Die Harzer trafen nicht nur auf ein bärenstarkes Heimteam der SG BA Tempelhof Berlin, sondern auch auf eine riesige Berliner Fanwand. 1354 Zuschauer, darunter knapp 100 mitgereiste Devils-Fans, verwandelten die Sömmeringhalle in einen Hexenkessel.

Beide Kontrahenten lieferten sich von Beginn an ein Duell auf Augenhöhe, das in den ersten beiden Dritteln etwas überraschend torlos verlief. Selbst zwei Zeitstrafen konnten beide Teams in einer spannenden Partie nicht in Tore ummünzen. Erst in der sechsten Minute des Schlussdrittels ertönte der erste Torjubel: Nach Vorlage von Vojta Krupicka schoss Juha-Pekka Kuittinen die Red Devils in Führung. Genau 78 Sekunden später legte Vojta Krupicka zum 0:2 nach, die Partie schien entschieden.

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Tempelhof Berlin gleicht aus

Doch die Hausherren kämpften sich mit ihren Fans im Rücken wieder zurück ins Spiel. Knapp sieben Minuten vor Spiel­ende glich Samuli Känsälä per Doppelschlag aus. Die Partie drohte zu kippen, doch die Red Devils retteten das Unentschieden in die Verlängerung. Hier fackelten die Wernigeröder nicht lange: Nach genau 14 Sekunden machte Juha-Pekka Kuittinen den Finaleinzug perfekt.

Am Sonntag trafen die Red Devils im Endspiel auf den „FC Bayern des Floorballs“, den UHC Weißenfels. Die Rekordkulisse von 1820 Zuschauern bekam ein packendes und leidenschaftliches Sachsen-Anhalt-Duell geboten. Joni Lomakin schoss die Harzer früh in Führung, Axel Kuch glich Mitte des ersten Drittels aus.

Red Devils gehen in Führung

Im Verlauf des zweiten Abschnitts zeichnete sich eine ähnliche Situation ab: Arian Trützschler schoss die Red Devils nur drei Minuten nach Wiederanpfiff in Führung, Harri Naumanen konterte wenige Augenblicke später mit dem 2:2.

Die Wernigeröder zeigten sich jedoch wenig beeindruckt und zogen im weiteren Verlauf des Mitteldrittels durch einen Treffer von Kevin Starck und ein Eigentor auf 4:2 davon. Zwar konnte Weißenfels in Überzahl wieder verkürzen, doch Juha-Pekka Kuittinen stellte kurz vor der zweiten Pause mit dem 5:3 wieder eine Zwei-Tore-Führung her.

UHC Weißenfels gleicht aus

Im letzten Drittel nahm die Partie nochmals an Fahrt auf. Der Rekordmeister nutzte kleine Abstimmungsfehler der Red Devils binnen weniger Minuten zum Ausgleich. Es folgte der Paukenschlag: Zwei Minuten vor Schluss gerieten die Devils erstmals in Rückstand, der UHC Weißenfels spielte in dieser Phase erneut seine Cleverness aus.

Nach dem 6:5 durch Axel Kuch und einem verwandelten Penalty von Harri Naumanen gelang den Devils fünf Sekunden vor dem Abpfiff durch Vojta Krupicka nur noch der Anschlusstreffer.

Trainer ist dennoch zufrieden

„Mein Ziel war es, mit den Herren den Titel zu holen und daran sind wir knapp vorbei geschrammt. Wir haben mit unserer Leistung gezeigt, dass es möglich, meiner Meinung nach sogar verdient gewesen wäre. Mit der Leistung der Mannschaft und der Umsetzung der Vorgaben bin ich trotzdem zufrieden. Leider hat uns im letzten Drittel etwas die Coolness gefehlt, um unsere klare Torchancen zu nutzen und den Sack endgültig zu zumachen. Dazu kommen die für mich unverständlichen und einseitigen Strafen im zweiten Drittel. Trotzdem macht die Leistung Hoffnung für die anstehenden Meisterschafts-Playoffs. Wir werden in den kommenden Wochen hart arbeiten und hoffen, dass wir uns in dieser Saison revanchieren können. Danken möchte ich BAT Berlin für die unfassbare gute Organisation, unserem Leipziger Physiotherapeuten für seine Unterstützung und natürlich unseren mitgereisten Fans für den Support“, so Devils-Coach Gary Blume.