Wernigerode (mvo/fbo) l Im Nachhinein sind die Red Devils mit dem Punktgewinn beim amtierenden Deutschen Vizemeister TV Lilienthal durchaus zufrieden. Aber die Harzer Floorballer hätten auch gern drei Zähler mit in die Heimat genommen. Lange Zeit sah es auch nach einem Sieg bei den Lilienthaler Wölfen aus, doch die Gastgeber bissen kurz vor Ende der regulären Spielzeit und anschließend nochmals in der Verlängerung eiskalt zu.

Bastian Einecke schoss die Roten Teufel zunächst in der 13. Minute mit 1:0 in Führung. Im Zuge eines Überzahlspiels konnte Juha-Pekka Kuittinen nach Vorlage von Vojta Krupicka knapp vier Minuten später nachlegen. Kurz vor Ende des ersten Drittels verkürzten die Hausherren zum 1:2. Zu Beginn des zweiten Abschnitts sorgte Eemeli Kyllönen für die 3:1-Führung, doch der TV Lilienthal erhöhte im weiteren Verlauf den Druck: Folglich verkürzten die Wölfe genau 13 Sekunden vor der zweiten Pause zum 2:3.

Im letzten Durchgang lieferten sich beide Kontrahenten einen offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Dem aufkeimenden Offensivdruck der Gastgeber konnte die Defensive der Red Devils lange Zeit standhalten. Erst als der TV Lilienthal in der Schlussphase den Torhüter vom Feld nahm und durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, erzwangen die Wölfe – genau 55 Sekunden vor dem Abpfiff – den Ausgleichstreffer. Wenige Augenblicke später kassierten die Roten Teufel eine Zeitstrafe, so dass sie in Unterzahl in die anschließende Verlängerung gehen mussten.

In der Overtime dauerte es exakt 34 Sekunden, bis der TV Lilienthal seine Überzahlsituation zum 4:3-Siegtreffer nutzen konnte. Am Ende hatten die Wernigeröder in diesem Spiel ein wenig Pech, doch der Punktgewinn und die spielerische Leistung trotz dezimierten Kaders (es fehlten Ramon Ibold, Johannes Nowak, Lukas Berg, Sebastian Mennigke, Thomas Bothe, Florian Hellmund, Paul Riechel, Moritz Schmidt, Marvin Krause) und zwölf mitgereisten Feldspielern gibt Hoffnung auf die kommenden Spiele. Schon am kommenden Sonnabend können die Red Devils vor heimischer Kulisse gegen SG BAT Berlin ihre Qualitäten unter Beweis stellen.

„Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft! Wenn man unseren dezimieren Kader und die letzten Ergebnisse gegen Lilienthal bedenkt, können wir mit dem Punkt gut leben. Auch wenn bei dem Spielverlauf am Ende sogar mehr drin gewesen wäre. Besonders glücklich bin ich, dass wir es geschafft haben, unseren Matchplan so gut wie die kompletten 60 Minuten umzusetzen. Wir werden in dieser Trainingswoche die kleinen Fehler aufarbeiten und am kommenden Doppelwochenende versuchen, uns sechs Punkte zu schnappen“, so Devils-Coach Gary Blume.

Red Devils Wernigerode: Krogius, Michaelis - Einecke, Krupicka, Fiedler, Henneberg, Bandrock, Kuittinen, Riechel, Mildner, Mertens, Selzer, Zilling, Kyllönen;

Torfolge: 0:1 Bastian Einecke (12:18), 0:2 Juha-Pekka Kuittinen (16:37), 1:2 Frank Brinkmann (18:21), 1:3 Eemeli Kyllönen (24:34), 2:3 Niklas Bröker (39:47), 3:3 Niklas Bröker (59:05), 4:3 Mark Oliver Bothe (60:34).