Wernigerode l Während des Bundesliga-Heimspiels zwischen den Red Devils und dem MFBC Leipzig kochte die Stadtfeldhalle am vergangenen Sonntag in den letzten 14 Minuten des Spiels. Die Zuschauer standen auf den Rängen und peitschten ihre Mannschaft lautstark und euphorisch nach vorn. „Die Stimmung in der Schlussphase war atemberaubend und elektrisierend zugleich. Unsere Fans haben die Mannschaft meines Wissens noch nie so laut und so enthusiastisch unterstützt wie in diesem Spiel. Das war einfach Weltklasse und für unser Team enorm wichtig. Auch dank der Fans haben wir das Spiel noch drehen können. Dafür vielen Dank. Es wäre schön, wenn wir in jeder Partie auf so eine wahnsinnige Unterstützung bauen können“, so Devils-Coach Gary Blume.

Leipzig geht in Führung

In den 45 Minuten zuvor lief seine Mannschaft stets einem Rückstand hinterher. Leipzig ging dank eines platzierten Distanzschuss gegen Ende des ersten Drittels in Führung. Genau 18 Sekunden nach Wiederanpfiff des zweiten Abschnittes erzielte Juha-Pekka Kuittinen den Ausgleich. Im weiteren Verlauf zogen die Gäste mit 3:1 davon, doch Ramon Ibold sorgte gegen Mitte des zweiten Drittels für den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 2:3. Diesen beantwortete der MFBC Leipzig prompt mit der 4:2-Führung. In der verbleibenden Spielzeit des Mittelabschnitt lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch: Zunächst verkürzte Tom Fiedler zum 3:4, Leipzig stellte aber durch einen verwandelten Straßstoß den Zweitorevorsprung wieder her, schließlich schoss Julius Jousi die Harzer kurz vor Ende des zweiten Drittels wieder auf 4:5 heran.

Ein Ruck geht durch die Mannschaft

Zu Beginn des dritten Drittels kassierten die Red Devils einen schnellen Gegentreffer und wenig später legte Leipzig zum 7:4 nach. Viele Fans dachten in diesem Moment, die Partie ist gelaufen, doch wenig später – also knapp 14 Minuten vor Spielende – ging mit dem 5:7 durch Tom Fiedler ein Ruck durch die Mannschaft. Kurz darauf ließ Eemeli Kyllönen das 6:7 folgen. Spätestens jetzt waren auch alle Fans wieder wach! Genau 37 Sekunden später hämmerte Robert Müller nach einem Sololauf den Ball aus knapp zehn Metern unhaltbar in den rechten oberen Torwinkel. Jetzt bebte die Stadtfeldhalle und Leipzig war beeindruckt. Es kam noch besser: In einem anschließenden Überzahlspiel benötigten die Red Devils nur fünf Sekunden bis der nächste Ball zur 8:7-Führung im Leipziger Netz zappelte. Und es ging weiter:  Ein weitere Überzahlsituation nutzte Eemeli Kyllönen zum 9:7 – jetzt klappte plötzlich alles.

Binnen acht Minuten versenkten die Harzer Floorballer fünf Treffer im Kasten des MFBC und damit stellten sie in Windeseile das Spielgeschehen auf den Kopf. „Einige Fans reagierten beim 4:7-Rückstand schon frustriert, doch ein Spiel dauert immer 60 Minuten und am Ende reichen eben auch mal acht Minuten, um ein Spiel zu drehen bzw. zu entscheiden“, so der Trainer.

Es wird dramatisch

Doch es war noch lange nicht Schluss. Sechs Minuten waren noch zu spielen und es wurde noch dramatischer. Knapp vier Minuten vor Spielende wurde gegen Julius Jousi eine Fünfminutenstrafe ausgesprochen, was bedeutete, dass die Red Devils bis zum Spielende mit vier Feldspielern auskommen mussten. Die Gastgeber kämpften mit Mann und Maus, um das eigene Tor zu verteidigen, doch genau 42 Sekunden vor dem Abpfiff fanden die Leipziger die Lücke und trafen zum 8:9-Anschluss. Die Gäste erhöhten jetzt nochmal den Druck, nahmen den Torhüter raus und brachten einen sechsten Feldspieler. Aber alles half nichts:.die Red Devils brachten mit der lautstarken Unterstützung ihrer Fans den knappen Sieg über die Zeit.

Am kommenden Wochenende pausiert der Ligabetrieb. Am 20. Dezember gastieren die Harzer Floorballer zum Pokal-Achtelfinale bei den Floorball Grizzly’s Salzwedel und dann geht die Mannschaft in die wohl verdiente Weihnachtspause. Am 10. Januar 2016 können die Red Devils vor heimischer Kulisse zum nächsten Streich ausholen: Dann geht es gegen den VfL Red Hocks Kaufering im direkten Duell um den dritten Platz der 1. Floorball Bundesliga.

Red Devils: Ecklebe, Severin - Niederlein, Einecke, Krupicka, R. Müller, Ibold, Fiedler, Suske, Kuittinen, Kiikkala, Schmidt, Jousi, Bothe, Zilling, Lisiecki, Hellmund, Löwenberg, Kyllönen, Berg;

Torfolge: 0:1 (15:02) Robert Ecke, 1:1 (20:18) Juha-Pekka Kuittinen, 1:2 (26:13) Stanislav Kanta, 1:3 (27:18) Max Patzold, 2:3 (30:36) Ramon Ibold, 2:4 (31:25) Torsten Harnisch,3:4 (32:11) Tom Fiedler, 3:5 (37:14) Lukas Hruby, 4:5 (38:03) Julius Jousi, 4:6 (40:25) Lukas Hruby, 4:7 (42:44) Henrik Koivistoinen, 5:7 (45:59) Tom Fiedler, 6:7 (49:56) Eemeli Kyllönen, 7:7 (50:33) Robert Müller, 8:7 (51:58) Ramon Ibold, 9:7 (53:54) Eemeli Kyllönen, 9:8 (59:18) Henrik Koivistoinen.