Wernigerode l Damit konnten die Harzer Floorballerinnen bei der Deutschen Meisterschaft in Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) ihren Meistertitel aus dem Vorjahr verteidigen. Der Weg dahin war ein hartes Stück Arbeit und eine emotionale Achterbahnfahrt.

Im ersten Gruppenspiel am Sonnabend mussten die Roten Teufel gegen den MFBC Leipzig/Grimma ran. In einem Spiel auf Augenhöhe kassierten die Wernigeröderinnen zu einfache Gegentore, so dass am Ende eine denkbar knappe und unglückliche 7:8-Niederlage zu Buche stand.

Erfolg gegen Dragons Bonn

Im zweiten Vorrundenspiel gegen die SSF Dragons Bonn verbuchten die Red Devils einen 12:7-Erfolg, der aber vorerst nur den dritten Platz in der Tabelle bedeutete. Im letzten Gruppenspiel gegen den bis dahin siegreichen Tabellenführer STV Sedelsberg musste ein Sieg mit mindestens sechs Toren Differenz her, um das Halbfinalticket noch zu lösen.

Die Harzer Floorballerinnen agierten mit großem Willen und jeder Menge Leidenschaft und schossen in der ersten Spielhälfte eine 7:2-Führung heraus. Auch in der zweiten Halbzeit hielten die Nachwuchsteufel an ihrer Marschroute fest und siegten am Ende mit 12:3. Einen großen Anteil an diesem souveränen Erfolg hatte Marie Suske, die in diesem Spiel insgesamt acht Tore erzielte und am Ende der Deutschen Meisterschaft auch als Torschützenkönigin geehrt wurde.

Gruppenerster durch Toreverhältnis

Dank des besseren Torverhältnis qualifizierten sich die Red Devils letztlich als Tabellenerster für das Halbfinale, wo sie am zweiten Turniertag auf die Dümptener Füchse trafen. Nach anfänglichem Abtasten schossen Luisa Diesener und Marie Suske (2) die Wernigeröderinnen mit 3:0 in Führung. Auch in der zweiten Hälfte konnten die Roten Teufel weiter nachlegen und zogen mit einem 8:3-Sieg ins Finale ein.

Hier kam es schließlich zu einer Neuauflage des letztjährigen Finalspiels, als ebenfalls der UHC Weißenfels als Gegner auf dem Parkett stand. In der ersten Halbzeit schossen Sina Bothe und Julia Diesener (3) eine beruhigende 4:1-Führung heraus. Auch im Verlauf der zweiten Hälfte konnten die Wernigeröderinnen ihre zwischenzeitliche Führung (6:2, 7:4) zunächst verteidigen, doch in den letzten zehn Minuten machte sich ein wenig Nervosität breit, was Weißenfels durch einen Dreierpack von Leonie Vogt zum 7:7-Ausgleich nutzte.

In Verlängerung gerettet

In einer dramatischen Schlussphase und unter massivem Druck des Gegners retteten sich die Red Devils zunächst in die Verlängerung. Hier behielt Marie Suske dann letztlich einen kühlen Kopf: Nach genau neun Sekunden schoss sie ihre Mannschaft mit dem „Golden Goal“ zum Sieg und damit ins Glück.

Nach dem entscheidenden Treffer lag sich die Mannschaft in den Armen und feierte gemeinsam mit den mitgereisten Eltern und Fans. Am Ende gelang zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte einem Floorball-Team der Red Devils vom WSV Rot-Weiß eine Titelverteidigung auf nationaler Ebene. Gleichzeitig bedeutete der Gewinn der diesjährigen Deutschen Meisterschaft – nach den Herren im Jahr 2011, den U13-Junioren im Jahr 2014 und den U17-Mädchen im Jahr 2017 – der vierte Titel in der 20-jährigen Vereinshistorie, die in diesem Jahr vom 17. bis 19. August in der Stadtfeldhalle Wernigerode mit einem Familienfest, einem AllStars-Game und einem Jubiläumsturnier gebührend gefeiert werden soll.

Statistik

Red Devils U17-Mädchen: Anny Lee Ellenberg - Marie-Lisette Böker, Jasmin Bauer, Jara Zilling, Anouk Wolf, Marie Siefke, Marie Suske, Julia Diesener, Jannika Willingmann, Sina Bothe, Emily Frieseke, Luisa Diesener;

Gruppe A

SSF Dragons Bonn – STV Sedelsberg 1:12

Red Devils WR – MFBC Leipzig/Grimma 7:8

SSF Dragons Bonn – Red Devils WR 7:12

STV Sedelsberg – MFBC Leipzig/Grimma 8:3

STV Sedelsberg – Red Devils Wernigerode 3:12

MFBC Leipzig/Grimma – SSF Dragons Bonn 14:2

Halbfinale

Red Devils WR – Dümptener Füchse 8:3

MFBC Leipzig/Grimma – UHC Weißenfels 1:5

Finale

Red Devils Wernigerode – UHC Weißenfels 8:7 nach Verlängerung