Halberstadt l Aktuell ist der gebürtige Hallenser ohne Trainer-Posten.

So ganz damit gerechnet hat niemand, als Sven Körner kurz vor Saisonende erklärte, seinen Vertrag in Halberstadt auflösen zu wollen. Einige Monate später haben wir nun nachgefragt, wie es dem ehemaligen VfB-Coach geht. „Ich mache gerade eine ganz neue Erfahrung, Dinge einfach einmal ohne zeitlichen und mentalen Druck zu erledigen. Das ist super, tut mir gut und ich genieße das sehr“, berichtet der 38-Jährige, der nun wieder komplett in der Hansestadt Stendal lebt. „Ich gehe hier, wie jeder andere auch, ganz normal arbeiten. Darüber hinaus erweitere ich mein Blickfeld was die Bereiche Sport, Kultur aber auch das Leben betrifft. Beispielsweise lese ich derzeit Bücher über Fußball oder auch Biografien von herausragenden Persönlichkeiten.“

Körner offen für neue Angebote

Den Blick für das Trainer-Dasein hat er aber nicht verloren, ohne dabei konkrete Pläne zu haben. „Im Fußball-Geschäft kann man seine Laufbahn – schon gar nicht als Trainer – planen. Vielmehr beobachte ich die Situation, vor allem in der 3. Liga sowie der Regionalliga, schaue mir viele Spiele an, soweit es möglich ist. Darüber hinaus pflege und erweitere ich mein Netzwerk in der Szene. Natürlich habe ich auch immer einen Blick auf den Trainer-Markt und vakante Posten. Wenn es eine Aufgabe gibt, die zu mir passt, dann würde ich auch wieder als Trainer arbeiten. Dafür muss ich mich aber zu 100 Prozent mit der Aufgabe identifizieren, da ich sehr klare Vorstellungen und eben auch meinen eigenen Kopf habe.“

Bilder

Konkrete Anfragen liegen Körner aber nicht vor: „Ich bin mit verschiedenen Vereinen im Austausch und pflege, wie erwähnt, mein Netzwerk. Ob daraus zeitnah eine konkrete Anfrage entsteht, weiß ich nicht. In der aktuellen Zeit ist es ohnehin schwierig. Die Pandemie macht es den Vereinen nicht einfacher, für die Zukunft zu planen. Gegenwärtig einen Übungsleiter durch einen anderen zu ersetzen erhöht auch das finanzielle Risiko der Klubs, welches es jetzt noch sorgfältiger abzuwägen gilt, als ohnehin schon.“

Fußball benötigt die Emotionen

Darüber hinaus hat der frühere Germania-Trainer auch seine eigene Meinung zum Fußball ohne oder mit nur wenigen Zuschauern, wie es zuletzt praktiziert wurde. „Meiner Meinung nach gehören Zuschauer zum Fußball einfach dazu. Ohne sie fehlen ein Stück weit Emotionen und es ist für die Akteure auf dem Platz schwerer, sich zu motivieren. Es macht auch einfach keinen Spaß, vor leeren oder halbleeren Rängen zu kicken. Für die Spieler ist es ja gerade der Kick, die Fans durch die eigene Leistung auf seine Seite zu ziehen, den berühmten Funken überspringen zu lassen. Für Außenstehende ist es häufig nicht nachvollziehbar, doch Fußballer sind auf dem Platz in einem Tunnel. Dazu gehört auch die Stimmung durch die Zuschauer, um den Fokus zu behalten.“

Den aktuellen Lockdown sieht er aus zwei Perspektiven: „Im Sinne der Gesundheit für die Allgemeinheit ist die Entscheidung, den Sportbetrieb erneut ruhen zu lassen, meiner Meinung nach völlig korrekt. Ich hoffe auch, dass alle Menschen gesund bleiben. Dennoch glaube ich auch, dass die Infektionszahlen weniger aus dem sportlichen Bereich hervorgegangen sind, als aus Veranstaltungen mit vielen Menschen. Deshalb frage ich mich auch ein Stück weit, ob die Einschränkung des Freiluftsports tatsächlich notwendig ist. Dennoch gilt es für uns alle, die Entscheidung der Politik mitzutragen, um das Thema möglichst bald hinter uns zu lassen.“