Wernigerode l Germania Wernigerode traf als Gastgeber des Landespokal-Finalturniers auf die vier Staffelkontrahenten der Landesliga. Im Modus „Jeder gegen Jeden“ standen zehn Partien á 20 Minuten auf dem Plan, der bis zum siebten Spiel anhaltende Schneefall machte es den Mannschaften nicht leicht.

Unmittelbar nach der Begrüßung gab es eine Gedenkminute, der Vater der Germania-Spielerin Melina Schmidt war wenige Tage zuvor verstorben. Die Gastgeber taten sich im Auftaktspiel gegen eine tief stehende Elf von Lok Aschersleben schwer, die sich bietenden Chancen auf dem schwierigen Geläuf blieben allesamt ungenutzt. Die Gäste waren mit langen Bällen deutlich gefährlicher, mit zwei Gegentoren in der 14. und 18. Minute und einer 0:2-Niederlage schien der Traum vom Pokal frühzeitig geplatzt.

Unmittelbar vor dem zweiten Spiel der Germania keimte wieder Hoffnung auf, Aschersleben war gegen den Magdeburger FFC nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Die eigene Partie gegen den Halleschen FC wurde mit viel Elan und druckvollem Angriffen begonnen, der Gegner kam nur gelegentlich vor das Wernigeröder Tor. Die gute Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld machte sich bei der Germania bezahlt. In der zwölften Minute fasste sich Kapitänin Amy Schock ein Herz und versenkte den Ball aus 18 Metern mit dem Außenrist im rechten Dreiangel – ein Traumtor.

Offensive Abwehrspielerinnen

Die Harzerinnen ließen nicht nach, auch die Abwehrspielerinnen Melina Schmidt und Lilly Renz mischten sich in die Angriffsbemühungen ein. Die hohen Zuspiele des HFC wurden von der umsichtigen Libera Pia Vogel abgefangen. Nach Rückpass von Charlotte Klein sorgte Melina Schmidt mit einer sehenswerten Bogenlampe aus gut 20 Metern für das entschiedende 2:0 (17.).

Nachdem Lok Aschersleben gegen ein aufopferungsvoll kämpfendes Team der SG Merseburg-Meuschau zwei weitere Punkte einbüßte, hatten es die Wernigeröder Mädchen wieder in eigener Hand, den Pokal zu gewinnen. Entsprechend motiviert gingen sie in die Partie gegen den Magdeburger FFC, in einer druckvollen Anfangsphase fehlte es aber an der nötigen Präzision. So dribbelte Yona Schulz bei immer noch schwierigen Witterungsbedingungen gleich vier Magdeburgerinnen aus, doch der anschließende Pass war zu ungenau.

Mit zunehmender Spieldauer wurde das Passspiel besser und die Aktionen zwingender. Anneli Reulecke per Flachschuss nach Zuspiel von Charlotte Klein (12.) und Amy Schock (14.) stellten per Doppelschlag binnen zwei Minuten die Weichen auf Sieg. Den Magdeburgerinnen gelang per Freistoß noch der Anschluss, dennoch übernahm die Germania mit dem 2:1-Sieg die Tabellenführung.

Entscheidung gegen Merseburg-Meuschau

Nach einem Spiel Pause ging es für die Meißner-Team um alles, ein Sieg war gleichbedeutend mit dem Pokalgewinn. Da die SG Merseburg-Meuschau nur mit sieben Spielerinnen auflaufen konnten, trat auch Germania – wie alle Teams zuvor – mit kleinerer Spielstärke an. Die Ergebnisse, die Merseburg-Meuschau ohne Wechselspielerin ablieferte – zwei Unentschieden und eine 0:1-Niederlage – waren beachtlich.

Germania musste dieses Spiel unbedingt gewinnen, Luisa Schulz belohnte den offensiven Beginn per Doppelschlag zur 2:0-Führung (3., 5.). Wenig später hatte Fine Geuke bei zwei guten Chancen etwas Abschlusspech, Yona Schulz hingegen krönte ihre starke Turnierleistung mit einem tollen Solo zum 3:0. Charlotte Klein stellte schließlich den 4:0-Endstand her, wenig später konnten die Germania-Mädels nach spannendem und fairen Turnier den Siegerpokal entgegen nehmen.

Der Schlüssel zum Erfolg lag in der geschlossenen Mannschaftsleistung, vor allem das Zusammenspiel von Abwehr und Torhüterin Karolin Kube zeigte sich besser als je zuvor. Es gab keine Schwachstelle an diesem Tag, der Pokaltriumph trotz Auftatniederlage spricht für den Teamgeist. Zum emotionalen Abschluss übergab die Mannschaft die Siegertrophäe an Melina Schmidt, deren verstorbenem Vater sie den Landespokal widmeten. Als Erinnerung gab es auch noch einen von allen Spielerinnen und Trainern signierten Ball.

Germania Wernigerode: Kube - Geuke, Klein, Renz, Reulecke, Schmidt, Schock, L. Schulz, Y. Schulz, Stech, Vogel.