Jeder Sportler ärgert sich über ein verlorenes Spiel oder einen verpatzten Lauf. Mit Stolz wird der Sieg über den aktuellen Tabellenführer der Kreisliga nach dem Abpfiff  mit Bier und Bratwurst gefeiert. Jeder, der über viele Jahre Sport treibt und als Zuschauer verfolgt, hat unzählige Siege und Niederlagen erlebt. Geschichten über diese Ereignisse können ganze Abende füllen. Denn jeder weiß etwas über sein schönstes oder traurigstes Spiel zu erzählen. Manchmal spielt dabei auch gar nicht einmal das Ergebnis eine Rolle. Mancher Sportler schaffte es nah an die Profikarriere heran, anderen gelang es als ambitionierte Freizeitkicker den FCM zu schlagen. Zum letzten Tag des Jahres blicken die Redakteure der Harzer Volksstimme, Agentur-Chef Thomas Wartmann und die aktuell für den Harzkreis verantwortlichen Florian Bortfeldt, Ingolf Geßler und Marco Heide, auf ihre schönsten und emotionalsten Erlebnisse als aktiver Sportler und Zuschauer zurück.

Schönste Erlebnisse Sportler:

In rund 40 Jahren als aktiver Fußballer und Trainer kommt da recht viel zusammen. In besonderer Erinnerung als Spieler bleiben die Meistertitel, ob im Männerbereich mit dem TSV Langeln oder bei den Ü40-Oldies von Germania Wernigerode. Natürlich auch die ausgiebigen Feiern, da ist man auch mal im Morgengrauen am Sportplatz auf der Partybank aufgewacht. Als Trainer erinnert man sich natürlich an den ersten Titel, dem Kreispokal mit den F-Junioren der SG Heudeber/Langeln 2006 und der Kreismeisterschaft mit den C-Junioren der JSG Nordharz sechs Jahre später. Und natürlich die Harzliga-Meisterschaft mit dem TSV 1893 Langeln in der Saison 2016/17, ohne jegliche Niederlage.

Bei besonderen Spielen stehen zwei an erster Stelle. Da war zum einen das Finale im KFV-Pokal 2019/10. Während wir das Halbfinale in Rodersdorf spielten, beobachtete unser Trainer Dieter Becker zeitgleich den Gegner Hausneindorf. Mit Erfolg, die taktischen Schachzüge verhalfen uns letztlich zum 4:3-Sieg. Um die 80 Anhänger waren damals mit nach Ballenstedt mitgefahren, bis zum Schluss war es – einschließlich Pyro-Unterbechung – ein packendes Spiel. Die Rückfahrt im vollen Reisebus wurde zur unvergesslichen Party. Gut zwei Jahre später trafen wir nach dem Durchmarsch in die Landesklasse als Aufsteiger im Eröffnungsspiel auf den FSV Grün-Weiß Ilsenburg. Der Gegner war als Landesliga-Absteiger haushoher Favorit, doch am Ende behielten wir mit 3:1 die Oberhand. Das Spiel vor über 360 Zuschauern war ein absolutes Highlight, schade dass es durch viele Ausfälle in der Saison letztlich nicht zum Klassenerhalt reichte.

Schönstes Erlebnis Zuschauer:

Auch hier gibt es eine Menge tolle Erlebnisse, fast ausschließlich in Verbindung mit „meinem FC“. Zweimal habe ich live im Stadion den Aufstieg miterlebt, 2014 im Heimspiel gegen Bochum und 2018 mit einem Auswärtssieg in Fürth. Die mit Abstand „geilste“ Auswärtstour erlebte ich mit meinem Sohn Nicky am 14. September 2017 beim Europa League-Spiel bei Arsenal London. Nach aufregendem Start – durch ein Chaos am Flughafen Schönefeld hatten wir den Hinflug (und das Spiel) eigentlich schon verpasst – werde ich nie vergessen, wie wir auf den Zug von 20000 FC-Fans gestoßen und singend durch London marschiert sind. Nachdem das Spiel mit einer Stunde Verspätung angepfiffen wurde, feierten wir zwischenzeitlich sogar eine 1:0-Führung. Es war wie ein Heimspiel. Obwohl die Partie letztlich 1:3 verloren wurde, feierten über 15000 Gästefans im Emirates-Stadion, während der Arsenal-Anhang schon fünf Minuten vor Spiel­ende verschwunden war.