Wernigerode (fbo/hbi) l Insgesamt 88 Turniertore sahen die erneut zahlreichen Zuschauer am Sonnabend in der Bodelandhalle. Dabei reichte es für den QSV nicht ganz, aber der Landesklasse-Vertreter schaffte es beim eigenen Turnier zumindest bis in das Finale. Hier siegte der Favorit aus Hasserode verdient mit 4:1. Beim seit 1999 ausgetragenen Hallenwettkampf um den Stadtwerke-Pokal folgte auf Platz drei die Quedlinburger Reserve. Nach dem 6:5 (3:3)-Erfolg nach 9-m-Schießen gegen den VfB Sangerhausen (Verbandsliga) konnte man durchaus stolz sein: gleich zwei Teams des Veranstalters im Halbfinale - das hatte es so noch nie gegeben.

Die Zuschauer und Fußballfans in der gut gefüllten Halle, unter ihnen Oberbürgermeister Frank Ruch, der auch das Turnier eröffnete, erlebten fast fünf Stunden spannenden Budenzauber, in der alle Teams guten Fußball zeigten und ohne das Neunmeter-Schießen 71 Treffer erzielten. Germania Neinstedt sprang sehr kurzfristig für den SV Edelweiß Arnstedt ein. Am Ende wurde das Team aus der Harzoberliga Letzter, musste der fehlenden Hallenerfahrung Tribut zollen. Mit Germania Gernrode nahm ein weiterer Harzoberligist teil. In den Gruppenspielen gab es ein 2:2 gegen Einheit Bernburg (Salzlandliga) und zwei knappe Niederlagen. Der TV Askania Bernburg II (Verbandsliga) scheiterte gegenüber dem QSV I nur auf Grund der schlechteren Tordifferenz. Wie der FC Einheit in Staffel A, wurde auch der VfB Sangerhausen ungeschlagen Gruppensieger, dies sogar gänzlich ohne Gegentor. Die beiden Favoriten der Veranstaltung wurden ihren Rollen in der Vorrunde gerecht.

Die Organisatoren und ihre zahlreichen Helfer hatten die Sportstätte einmal mehr optimal präpariert und sorgten zusammen mit den drei Schiedsrichtern Tim Heyer (Halberstadt), Oliver Backhaus (Eilenstedt) und Nick Kahlert (Schlanstedt) für einen reibungslosen Ablauf. Auf die Pauke im wörtlichen Sinne hieben in den Pausen die „Speedstixx“ aus Gernrode – für top Unterhaltung abseits des Fußballs war also auch gesorgt.

Die Euphorie der einheimischen Fans war vor der K.o.-Runde groß, standen doch beide Teams im Semifinale. Aber der QSV II war gegen Einheit auf verlorenem Posten. Ehe die Abwehr in die Zweikämpfe fand, hieß es durch Andy Wipperling und Nick Schmidt, mit acht Toren bester Schütze des Turniers, nach zwei Minuten 0:2. Durch Jonas Krause und Pascal Scheffler gelangen zwar zwei Gegentore, aber die Hasseröder gewannen souverän mit 5:2.

Im anderen Halbfinale hofften die Quedlinburger Anhänger auf einen Sieg des QSV I gegen Verbandsligist Sangerhausen. Anfangs sah es nicht danach aus. Martin Werner musste sich mächtig strecken, konnte aber wenig später das 0:1 nicht verhindern. Philipp Horn drehte jedoch die Partie mit zwei Treffern und als Nico Stertz gar zum 3:1 vollendete und Werner den Anschluss im Gegenzug verhinderte, stand die Halle Kopf. Sangerhausen geriet jetzt unter die Räder. Wieder Stertz und Horn schraubten das Ergebnis auf 5:1.

Das Spiel um Platz drei war an Dramatik nicht zu überbieten. Der VfB Sangerhausen war der Favorit, doch der „kleine QSV“ lieferte seine beste Turnierleistung ab. Schnell ging die Truppe durch Roman Wegert und Pascal Scheffler in Führung und erhöhte nach dem zwischenzeitlichen 1:2 durch Marcus Brenner auf 3:1. Der VfB bäumte sich auf, Schindler hielt mehrmals sensationell, die Südharzer schafften aber tatsächlich fast mit der Schlusssirene nach zwölf Minuten das 3:3. Das Neunmeter-Schießen musste entscheiden. Schindler wuchs hier über sich hinaus, hielt zweimal, so dass Schefflers Tor, nachdem Wegert und Marvin Steller getroffen hatten, Sieg und Platz drei bedeutete.

Michel Sauerzapf brachte sein Team im Finale mit 1:0 in Führung, Erik Brahmann vergab das 2:0. Der QSV überzeugte mit Einsatz und Laufbereitschaft. Sollte die Überraschung gelingen? – Nein! Die Hasseröder bedrängten den Gegner mit einer Pressdeckung, so dass kontrollierte Abspiele nicht mehr möglich waren. Das Agieren mit zusätzlichem Feldspieler statt Torhüter bei Ballbesitz erhöhte den Druck. Schnelle Positionswechsel und die individuelle Klasse zeigten die Vorzüge des FCE. Aber erst eine 2-Minuten-Strafe für Horn brachte die Wende. Ehe sich der QSV auf die Unterzahl eingestellt hatte, drehten Schmidt und Leventüez die Partie. Gegen aufsteckende Quedlinburger erhöhte der Pokalverteidiger noch auf 4:1.

Nach der Ehrung zogen der QSV-Vorsitzende Christian Kliefoth, „Vize“ Uwe Biermann und nicht zuletzt Abteilungsleiter René Hamann eine erfolgreiche Bilanz der Veranstaltung . „Wieder haben wir echte Werbung für den Quedlinburger Fußball betrieben.“

Für den FC Einheit geht es am Sonntag mit dem ersten Test im Freien weiter. Um 14 Uhr geht es in Halberstadt gegen den SV Langenstein.