Dessau l Die Ü40-Fußballoldies von Germania Wernigerode haben die Titelverteidigung bei der Hallen-Landesmeisterschaft knapp verpasst. Die Harzer mussten sich im Finale dem FC Grün-Weiß Piesteritz mit 0:2 geschlagen geben.

Drei Teams aus dem Harzkreis

Neun Teams wetteiferten in Dessau-Kochstedt bei den 5. Hallen-Landesmeisterschaften des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt für Ü40-Senioren um den Titel, dabei stellte der Harzkreis erstmals drei Mannschaften. Neben Vorjahressieger Germania Wernigerode und Olympia Schlanstedt, im Vorjahr noch unter SG Schwanbeck/Groß Quenstedt startend, waren erstmals die SG Nienhagener Kickers am Start.

Die Spielgemeinschaft mit Oldies vom Nienhagener SV, Blau-Weiß Schwanebeck und Eintracht Gröningen wurde dem Altkreisrivalen schon früh zum Verhängnis. Da Schlanstedts Keeper Marcel Klietz bei Blau-Weiß Schwanebeck gemeldet ist, diese aber Mitglied der Nienhagener Spielgemeinschaft waren, durfte er nicht als Gastspieler für den SV Olympia eingesetzt werden. Um nicht das komplette Turnier ohne Keeper und Wechselspieler bestreiten zu müssen und die lange Anreise nicht umsonst angetreten zu haben, spielten die Schlanstedter außer Wertung.

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Schlanstedt tröstet sich mit Derbysieg

In einem gewöhnungsbedürftigen Modus mit drei Vorrundengruppen, aus denen zwei Zwischen- und eine Platzierungsrunden gebildet wurden, trafen die beiden Ortsnachbarn bereits in der Vorrunde aufeinander. Zwar gewann Olympia Schlanstedt das Derby klar mit 5:1, durch die Spielwertung zogen die SG Nien­hagener Kickers als Gruppenzweiter in die Zwischenrunde ein.

Cupverteidiger Germania Wenrigerode hatte mit dem starken Neuling FC Grün-Weiß Piesteritz und dem Hallen-Landesmeister 2016, BSV Halle-Ammendorf, eine starke Vorrundengruppe erwischt, zog aber mit zwei Siegen als Staffelsieger in die Zwischenrunde ein.

Nienhagen scheitert

Hier war für die SG Nienhagener Kickers Endstation, einem 1:3 gegen den VfB Oschersleben folgte ein 1:8 gegen den späteren Landesmeister FC Grün-Weiß Piesteritz. Besser lief es für Germania Wernigerode, die Kohlgarten-Elf zog mit zwei knappen 1:0-Siegen über den FC Markwerben und SV Altenweddingen ins Halbfinale ein.

In der Zwischenzeit hätte sich Olympia Schlanstedt in der Platzierungsrunde mit einem 3:2 gegen einen enttäuschenden 1. FC Magdeburg und einem 1:1 gegen den BSV Halle-Ammendorf Rang acht gesichert – durch die Wertungen der Spiele wurde es der letzte Platz.

Grün-Weiß Piesteritz gewinnt

Es folgten zwei spannende Halbfinals, beide Male fiel die Entscheidung vom Neunmeterpunkt. Erst setzte sich Germania Wernigerode nach torlosem Spiel mit 5:4 gegen den VfB Oschersleben durch, dann hatte Piesteritz beim 4:3 gegen den SV Altenweddingen die besseren Nerven.

In den Platzierungsspielen blieb den Nienhagener Kickers ein abschließender Erfolg versagt, nach einem guten Turnier unterlag die Spielgemeinschaft im Duell um Platz fünf dem SV Markwerben nach spannendem Verlauf mit 2:4. Im Spiel um Bronze kam es zum Duell der beiden Bördekreis-Teams, der VfB Oschersleben belohnte sich mit einem 2:0-Sieg über Altenweddingen für die gelungene Turnierpremiere.

Das Endspiel brachte eine Neuauflage der Vorrundenpartie, diesmal jedoch mit dem besseren Ende für Piesteritz. Ein abgefälschter Schuss zum frühen 1:0 spielte dem FC Grün-Weiß in die Karten, Mitte des Spiels musste die Germania das zweite Gegentor hinnehmen. Zwar gelang Thomas Schmidt der Anschluss, doch nach langen Diskussionen wurde der Treffer zurückgenommen.

Grün-Weiß Piesteritz Finalsieger

Am Ende behielt der FC Grün-Weiß Piesteritz verdient die Oberhand, die Wernigeröder konnten sich mit Silber und einer Einzelehrung trösten. Carsten Bomeier, der sich schon am Morgen über die Geburt einer Enkelin gefreut hatte, wurde als bester Torwart geehrt. Eine weitere Auszeichnung ging in den Harz, Burkhard Stöhr von Olympia Schlanstedt wurde mit seinen 58 Jahren als ältester Spieler geehrt.