Quedlinburg l Während der HV Wernigerode mit einem deutlichen 34:26-Sieg im Harzderby den Anschluss zu den Medaillenrängen behält, wird der Klassenerhalt für den Quedlinburger SV immer schwieriger.

HVW in der Rolle des Favoriten

Derbyzeit war am Sonnabend in der Bodelandhalle angesagt. Der Quedlinburger SV empfing den HV Wernigerode in der Verbandsliga Süd. Die Vorzeichen waren klar. Die Hausherren stecken tief im Abstiegskampf, die Gäste wollen sich im oberen Tabellenbereich festsetzen. Beide Teams konnten nicht in Bestbesetzung antreten. Dennoch gingen die Wernigeröder als klarer Favorit in die Begegnung und entschieden diese deutlich mit 34:26 für sich.

Der HVW wurde von Beginn an seiner Favoritenrolle gerecht. In Angriff und Abwehr waren sie den Quedlinburgern überlegen. Die Defensive stand zwar nicht so gut wie in den letzten Spielen, aber den Gastgebern fehlte es in der Offensive einfach an Durchschlagskraft. Bis zur zehnten Minute war ein Fünf-Tore-Vorsprung heraus gespielt (4:9).

Quedlinburg spielt ohne Rückraum

Der QSV hatte zu wenig Tiefe in seinem Spiel. Praktisch ohne Rückraum agierte das Team fast nur über die linke Seite. Dort konnten sie sich einige Male durchsetzen, auch über den Kreis kamen sie zum Erfolg. Bis zur 17. Minute verkürzten die Hausherren den Rückstand auf 8:11. Ein ums andere mal wurde aber Zeitspiel gegen Quedlinburg angezeigt und die Mannschaft somit zum Abschluss gezwungen.

Anders die HVW-Aktionen, die druckvoller und zielstrebiger vorgetragen wurden. Von allen Positionen wurde Druck aufgebaut und die Abwehr der Domstädter in Bedrängnis gebracht. Auch die Fehlerquote blieb in der ersten Hälfte in einem erträglichen Maße. Einzig dem Umstand von fünf Strafzeiten in der ersten Spielhälfte war es geschuldet, das zur Pause nicht schon ein deutlicherer Vorsprung erzielt wurde.

HVW führt zur Halbzeit

Beim Stand von 13:18 pfiffen die Schiedsrichter zum Pausentee. Die zahlreich mitgereisten HVW-Anhänger waren zu diesem Zeitpunkt schon Chef in der Halle und unterstützten ihr Team dermaßen lautstark, dass es den Eindruck hatte, es wäre ein Heimspiel.

Vorentscheidung nach der Pause

Nach dem Wechsel begann HVW-Coach Jens Kaufmann sein Team umzustellen und allen Akteuren Spielanteile zu geben. Die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte waren geprägt von vielen Fehlern auf beiden Seiten, der Abstand blieb bei fünf Toren (17:22, 40.). Im weiteren Spielverlauf machte sich aber ein Leistungsunterschied bemerkbar. Die Hausherren mühten sich, aber es kam nichts wirklich Zählbares dabei heraus.

Immer häufiger fanden sie in den HVW-Torhütern ihren Meister oder blieben im Block der Wernigeröder Abwehr hängen. Dem QSV gelang bis zur 51. Minute nur ein Tor, während die Gäste ihre Chancen besser nutzten und den Vorsprung auf 18:31 ausbauten. Im Gefühl des sicheren Sieges schlichen sich aber viele leichte Fehler beim Auswärtsteam ein. So konnte Quedlinburg die Möglichkeit nutzen und das Ergebnis bis zum Abpfiff freundlicher gestalten. 26:34 hieß es zum Schlusspfiff auf dem Tableau.

Kaufmann gibt Einschätzung

Jens Kaufmann war nach dem Match zufrieden: „Wir haben dem Spiel von Beginn an unseren Stempel aufgedrückt. Einzig an der Abwehrarbeit kann man etwas aussetzen. Alle Spieler konnten mitwirken und den Sieg einfahren. Für den QSV wird es schwer, in den verbleibenden Partien die nötigen Punkte zu holen, um die Klasse zu halten. Es wäre schade, wenn wieder ein Verein aus der Herzregion aus den höheren Klassen verschwindet. Deshalb drücken wir den Quedlinburgern die Daumen, dass sie sich noch steigern können. Uns erwarten in den nächsten drei Spielen dicke Brocken, die kommenden Gegner liegen auf den Plätzen eins bis drei. Beginnend mit dem Heimspiel am 22. Februar gegen den Landsberger HV. Da müssen wir zeigen, das unsere Form stimmt und wir zurecht oben in der Tabelle dabei sind.“

Statistik

Quedlinburger SV: Köhler, Grempler, Leweling (10/4), Sorkalle (3), Fricke(6), Dickhut (3), Birkenfeld (1), Muschalla, Kamalev (1), Meusel (2), Buchholz, Ballin, Wilkerling, Henke;

HV Wernigerode: Reuter, Konstabel - König, Kaufmann (7/2), O. Christiansen (3), Hanke (6), Conradi (7), Bomeier (1), N. Christiansen (2), Tischer (1), Hoffmann (6), Jahn (1);

Zeitstrafen: Quedlinburger SV 7 - HV Wernigerode 5;

Siebenmeter: Quedlinburger SV 5/4 - HV Wernigerode 2/2