Wernigerode l Die Handballmädchen der weiblichen Jugend C vom HV Wernigerode haben sich den Meistertitel in der Bezirksliga West gesichert. Im entscheidenden letzten Saisonspiel setzte sich das Team von Trainerduo Yvonne Gessing/Sandra Priske-Schirmer beim Tabellendritten TSG Calbe mit 25:19 durch.

Vorher war alles möglich

Vor der letzten Partie war alles möglich: Bei einem Sieg winkte der Meistertitel, bei einem Unentschieden oder einer Niederlage mit bis zu fünf Toren wäre es die Vize-Meisterschaft, eine höhere Niederlage würde das Team auf Rang drei abrutschen lassen.

Die Partie begann mit einem offenen Schlagabtausch, beim Stand von 4:4 (6.) nahmen die HVW-Trainerinnen bereits ihre erste Auszeit. Die Harzerinnen taten sich schwer, gegen die sehr offensive 3:3-Abwehr der TSG Calbe zu Torabschlüssen zu kommen. Es folgte ein schönes Doppelpassspiel zwischen Aufbauspielerin Chantal Koebke und Außenspielerin Francesca Günther zum 4:5, doch im Angriff agierten die Harzerinnen weiter verunsichert.

Zwei Kreisläufer bringen keinen Erfolg

Auch die Variante mit zwei Kreisläufern brachte keinen Erfolg, zudem konnte Torhüterin Jasmin Gessing, von Bauchschmerzen geschwächt, nicht ihre gewohnte Leistung abrufen. Immer wieder legten die Wernigeröder vor, doch kurz vor dem Seitenwechsel drehte Calbe den Spieß um. Mit einem Siebenmetertor verkürzte Emilia Weiler zur Pause auf 12:11.

In der Halbzeitansprache zeigte Trainerin Yvonne Gessing ihren Spielerinnen Lösungen für das Angriffsspiel auf, die eigene Abwehr postierte sich mit einer 1:5-Variante defensiver an der Neunmeterlinie.

Chancen leichtfertig vergeben

Nach kurzer Anlaufphase, in der einige Chancen leichtfertig vergeben oder Bälle verloren wurden, sorgten Jasmin Gessing mit einigen guten Paraden und eine besser stehende Abwehr für die Wende. Mit fünf Toren in Folge gingen die HVW-Mädels mit 17:14 in Führung. Zwar stellte Calbe noch einmal den Anschluss her, doch die Harzerinnen waren nicht mehr zu stoppen.

Towartparaden und abgefangene Bälle münzte Maxima Deutschmann über Konter in Tore um. Beim Stand von 18:23 (47.) war die Partie entschieden. Chantal Koebke, die eine tolle Spielübersicht zeigte und ihre Mitspielerinnen mehrfach in Szene setzte, und Emilia Weiler, erzielten die letzten beiden Tore zum 25:19-Sieg.

Freudentränen, Plakate und eine Torte

Mit der Schlusssirene kannte der Jubel keine Grenzen, Spielerinnen lagen sich in den Armen, Freudentränen wurden vergossen. Die Trainerinnen überraschten ihr Team mit einem Siegerband, die Mädchen selbst bedankten sich mit einem Plakat bei den Eltern. Auch Vereinschef Michael Wiecker hatte eine Torte in Form eines Handballfeldes gebacken.

Beide Trainerinnen sind sehr stolz darauf, was ihre Schützlinge in den letzten drei Jahren erreicht haben. „Sie haben sich und uns mit dem Titel belohnt. In der ersten Halbzeit war ihnen die Nervosität anzusehen. Aus Trainersicht war es gut, mit einem Tor Rückstand in die Halbzeitpause zu gehen, so mussten die Mädels weiter kämpfen und durften nicht nachlässig sein“, so Trainerin Yvonne Gessing.

Dank an Vereine

Ein besonderes Dankeschön galt Emilia Weiler, die zu Saisonbeginn vom HT Halberstadt kam, und den beiden Sportschülerinnen Isabel Rothe (Barleber HC) und Jasmin Gessing (Union Halle-Neustadt), die dank eines Doppelspielrechts in den wichtigsten Spielen dabei waren. „Der Dank gilt ihren Vereinen ebenso wie den Spielerinnen und Eltern, für die das Training und die Spiele eine Doppelbelastung waren“, so Gessing.

Die Mannschaft dankte Lena Broschik, die sich kurz vor dem Spiel im Training verletzt hatte, Chiara Festerling, die aus gesundheitlichen Gründen lange pausieren musste, zum Saisonfinale aber dabei war, und den Spielerinnen der D-Jugend.

HV Wernigerode: Gessing, Pfennig - Liese, Ullrich, Chantal Koebke (5), Celine Koebke, Callicot, Rothe (3), Festerling, Günther (1), Deutschmann (5), Weiler (10), Wagenknecht (1).