Wernigerode l In einem mitreißenden Handballspiel besiegte der HV Wernigerode mit 33:29 die HSG Wolfen.

Das Feld war bestellt für ein tolles Handballspiel in der Sporthalle „Unter den Zindeln“. In einer vollen Halle erwarteten die Wernigeröder den Spitzenreiter der HSG Wolfen 2000. Beiden Teams war vom Anpfiff weg der Siegeswille anzumerken. Die Wolfener agierten gefälliger, allerdings ohne den nötigen Druck. Die HVW-Spieler stellten eine dichte 6:0-Deckung dagegen. Damit gelang es den Hausherren, den Spielfluss der Wolfener zu stören und Ballgewinne zu verzeichnen. Der hochgewachsenen Wernige­röder Innenverteidigung gelang es immer wieder, die HSG-Würfe aus dem Rückraum zu entschärfen. Daraus resultierten eigene leichte Tore.

Tischer verletzt sich

Beim Stand von 4:2 erlitten die Einheimischen einen herben Rückschlag: Antreiber Moritz Tischer kam nach einem Wurfversuch unter Körperkontakt zu Fall und schrie vor Schmerz laut auf. Mit einer schweren Fraktur im rechten Sprunggelenk musste er noch am gleichen Abend im Harzklinikum operiert werden.

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Schlussphase bietet packenden Krimi

Das Trainerduo Jens Kaufmann/Ulli Meyer war zu Umstellungen gezwungen, die Gäste nutzten die kurzzeitige Unsicherheit zum 4:4-Ausgleich. Doch dann fing sich das Heimteam und knüpfte an die gute Anfangsphase an. Immer wieder wurde in der Abwehr hervorragend gearbeitet und mit Kontertoren leichte Treffer zur 9:5-Führung erzielt (21.). Wenig später folgte der nächste Aufreger: Wolfens Steffen Müller musste nach einer Tätlichkeit mit Rot/Blauer Karte vom Platz. Bis zur Halbzeit beruhigte sich das Spiel wieder, beim Stand von 14:11 wurden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause neutralisieren sich die Kontrahenten in den ersten zehn Minuten, bis zum 21:18 (40.) wurde jedes Tor umgehend beantwortet. Die Gastgeber mussten sich ihre Abschlüsse gegen eine gute HSG-Abwehr nun schwerer erarbeiten. Bis zur 50. Minute blieb es bei einer Drei-Tore-Führung (25:22). Die letzten zehn Minuten sollten es in sich haben. Mit fünf Toren in Folge übernahm der Tabellenführer die Führung, es wurde kurzzeitig etwas stiller in der Halle.

Die HVW-Coaches reagieren mit einer Auszeit und stellten ihre Mannen nochmal neu ein. Die Harzer hängten sich noch einmal voll rein und die ebenfalls von Verletzungspech gebeutelten Wolfener offenbarten Schwächen. Erst ein Tor vom Kreis, dann der Ballgewinn in der Abwehr und ein Kontertor – 28:28 und noch dreieinhalb Minuten Spielzeit. Dazu kam eine Strafzeit gegen Wolfen, die Begegnung war wieder völlig offen. Einen technischen Fehler nutzten die Hausherren zum Konter, bei dem der starke Noah Balint nur durch ein Foul gestoppt werden konnte – Siebenmeter und eine zweite Zeitstrafe gegen die Gäste.

Vorentscheidung durch Eilers

Den Strafwurf verwandelte Lucas Conradi zum 29:28 und die Halle bebte. Bei doppelter Überzahl für die Kaufmann-Sieben übertrat der Wolfener Akteur, auf der Gegenseite erhöhte Noah Balint mit seinem zehnten Treffer auf 30:28. Als Gustav Eilers das Spielgerät eroberte und zum 31:28 abschloss war die Vorentscheidung gefallen. Lucas Conradi mit seinem elften Treffer und Ole Christiansen, der für Moritz Tischer auf der Spielmacher-Position einsprang, erhöhten zum 33:29-Endstand, mit einem lautstarken „Hier regiert der HVW“ feierte das Publikum feierte sein Team.

Kaufmann mit gemischten Gefühlen

HVW-Trainer Kaufmann war emotional sehr mitgenommen nach dieser Begegnung. „Wir haben ein tolles Spiel gezeigt und ich kann meinen Spielern nur ein großes Kompliment aussprechen. Die schwere Verletzung von Moritz trübt den Siegesjubel allerdings erheblich. Die Mannschaft wünscht ihm alles Gute und hofft, dass er wieder auf die Beine kommt und hoffentlich wieder zum Team zurück kehren kann. Wir haben mit einer konsequenten Deckung das Spiel an uns gerissen, die Spielstärke der Wolfener konnten wir so entschärfen. Aus meiner Sicht war es eine intensive, aber faire, tolle Partie, die alles, was ein Spitzenspiel ausmacht, mitbrachte.“

Statistik

HV Wernigerode: Stein, Grawe - O. Christiansen (1), Tischer (2), Balint (10), Conradi (11/6), N. Christiansen (5), Eilers (3), Schulze (1), Richter, Günther, Jahn;

Zeitstrafen: HV Wernigerode 4 - HSG Wolfen 5;

Siebenmeter: HV Wernigerode 6/6 - HSG Wolfen 6/5.