Ilsenburg l Vor einer lautstarken und stimmungsvollen Kulisse in der Stadthalle Wittenberg taten sich beide Teams etwas schwer, in die Partie zu finden. Trainer Andeas Simon hatte seine Mannen zwar gut auf die offensive Deckung des Tabellenführers vorbereitet, die Ilsestädter konnten die Vorgaben aber nicht wie gewünscht umsetzen. Das erste Tor der Partie ließ fast vier Minuten auf sich warten, bis zur elften Minute hatte der schnelle Außenspieler Kevin Auer mit drei Treffern maßgeblichen Anteil an der 5:2-Führung der Hausherren.

Mit guten Einzelaktionen verkürzte der HVI auf 5:4, zwei weitere Tore über die linke Anriffsseite ließen Wittenberg-Piesteritz wieder auf 7:4 enteilen. Ab Mitte der ersten Halbzeit folgte dann die schwächste Phase der Ilsenburger, mit einem 7:1-Lauf zogen die Hausherren auf 14:6 davon (20.). Vergebene Chancen und technische Fehler spielten dem Gegner ebenso in die Karten, wie eine umstrittene Zeitstrafe.

HVI-Coach Andreas Simon reagierte mit einem Torwartwechsel und stellte Jaroslav Zuzanek in den rechten Rückraum – eine Maßnahme, die sich im weiteren Spielverlauf als Volltreffer erwies. Die Ilsenburger waren nun deutlich besser im Spiel, verkürzten den Rückstand bis zur Pause dank eines starken Eric Kunze auf Außen bis zur Pause auf 16:13.

Deckung steht nach der Pause besser

Nach Wiederanpfiff stellte sich die 6:0-Deckung immer besser auf den Gegner ein. Die Abwehr rückte nicht mehr so früh heraus und kam dadurch deutlich besser in die Zweikämpfe. Im Angriff brachte die Taktik mit zwei Kreisläufern den gewünschten Erfolg. Entweder bot sich den Rückraumschützen der nötige Raum zum Abschluss oder die Kreisspieler profitierten von den sich bietenden Lücken. Binnen zehn Minuten glich der HV Ilsenburg zum 20:20 aus, fortan verlief das Duell bis zum 26:25 (48.) auf Augenhöhe.

Danach spielte Jaroslav Zuzanek mit drei HVI-Treffern in Folge stark auf. Durch vermeidbare Fehler, darunter gleich drei Fehlpässe des Keepers bei Tempogegenstößen, zog Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz dennoch auf 31:26 davon. Bei nur noch neun verbleibenden Minuten schien die Partie gelaufen, „doch in dieser Phase hat die Mannschaft richtig Moral gezeigt“, lobte HVI-Trainer Andreas Simon. Gegnerische Treffer wurden sofort gekontert, auch eine ärgerlich Zwei-Minuten-Strafe beim Stand von 34:31 blieb ohne Folgen.

Dennis Ninnemann trifft zum Ausgleich

In einer dramatischen Schlussphase blieb ein rotwürdiges Foul gegen Sebastian Kausch ungeahndet, die Ilsenburger blieben jedoch in Ballbesitz. Als die Referees kurz vor Schluss auf Freiwurf entschieden, schnappte sich Dennis Ninnemann den Ball und versenkte ihn eine Sekunde vor Schluss aus der Drehung zum 35:35-Endstand.

„Obwohl ein Punkt zu wenig ist, um den Titelkampf noch einmal spannend zu gestalten, fühlt sich das Remis nach diesem Spielverlauf wie ein Sieg an. Mit dem späten Ausgleich hat sich die Mannschaft für eine tolle kämpferische Leistung belohnt. Nach bisher drei Niederlagen war es für uns der erste Punkt gegen diesen Gegner, zudem sind wir die einzige Mannschaft, die beim SV Wittenberg-Piesteritz einen Punkt entführt hat“, zeigte sich HVI-Coach Simon stolz auf seine Jungs.

HV Ilsenburg: Hohmann, Lengyel - Gohlke (5/5), Rinke (4), Sadowski (4), Zuzanek (6), Kausch (6), Ninnemann (3), Kunze (5), Hoffmann (1), Bittner (1), Hain;

Zeitstrafen: Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz 4 - HV Ilsenburg 5; Siebenmeter: Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz 3/1 - HV Ilsenburg 5/5.