Wernigerode l Bei den 13. Langdistanz-Weltmeisterschaften im Berglauf gewann der Harzer mit dem Deutschen Nationalteam die Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb. Der Wettkampf lockte ein eher kleines aber qualitativ sehr leistungsstarkes Feld nach Slowenien. Im Feld der 74 Starter aus 21 Nationen war auf der Marathon-Strecke von 42,85 Kilometern mit ihren Bergauf- und Bergabpassagen ein Höhenunterschied von 2800 Metern zu bewältigen.

Bei warmen äußeren Bedingungen um die 23°C verlangte die Strecke mit Start und Ziel in Podbrdo den Athleten alles ab. Auf den ersten 15 Kilometern führte der Kurs von 520 Metern Meereshöhe zum höchsten Streckenpunkt auf 1760 Meter. Von dort ging es über Stock und Stein wieder steil bergab mit einem größeren Zwischenanstieg zum tiefsten Punkt (361). Danach mussten die Bergläufer noch einmal auf 1590 Meter klettern, bevor der finale Abstieg zurück zum Ausgangspunkt folgte.

Die überragenden Athleten kamen aus Italien: Weltmeister wurde Alessandro Rambaldini in einer Zeit von 3:44:52 Stunden, gefolgt von seinem Landsmann Marco de Gasperi in 3:46:12 h und dem Slowenen Mitja Kosovelj in 3:46:33 h. Thomas Kühlmann absolvierte die anspruchsvolle Strecke in einer Zeit von 4:12:27 Stunden – dies bedeutete Rang 21 in der Einzelwertung. Im letzten Jahr hatte sich der 26-Jährige bei der reinen Bergauf-Weltmeisterschaft im Rahmen des Gornergrat Zermatt-Marathons noch auf Rang neun der Gesamtwertung platziert, diesmal verlor Kühlmann besonders auf den Bergabpassagen viel Zeit zur Spitze. Dennoch leistete der Wernige­röder als drittbester Deutscher seinen Anteil zu einer Premiere: Das Nationalteam mit dem Bundesadler auf der Brust platzierte sich als drittbeste Mannschaft hinter Italien und Großbritannien – für den deutschen Berglauf war dies die erste Medaille bei Langdistanz-Weltmeisterschaften. Auf dem Siegerpodest stand Kühlmann zusammen mit dem Freiburger Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn), der in 3:50:42 h einen starken fünften Platz in der Einzelwertung erkämpfte, und Lukas Naegele (PTSV Jahn Freiburg), der als Achter ebenfalls in die Top Ten lief.

Auch die nächsten Ziele von Thomas Kühlmann sind schon gesteckt: Neben einigen Bergläufen im Juli steht am 7. August mit der Deutschen Meisterschaft im Rahmen des Tegelberglaufs, der zugleich als Qualifikation für die Berglauf-Kurzdistanz-Weltmeisterschaft Mitte September dient, auf dem Programm. Bedanken möchte sich der Mechatronikstudent vor allem bei seinem Arbeitgeber, der PSFU Wernigerode GmbH, der durch flexible Arbeitszeiten ein zielgerichtetes Training ermöglicht.