Wernigerode l Birgit Galler und Claudia Dalichow aus dem Vorstand fassen die wichtigsten Höhepunkte und Stationen des Corona geprägten Jahres 2020 zusammen. „Dieses Jahr 2020 wird uns allen wohl unvergessen bleiben. Wertvolle neue Erfahrungen mussten wir als Vorstand des TC Harz für unseren Verein sammeln, und dabei fing das Jahr doch eigentlich gut an“, beginnt Claudia Dalichow, Schatzmeisterin des Vereins, den Rückblick. Anfang Januar trafen sich wie immer ein paar ganz hart gesottene Taucher, um das neue Jahr bei einem gemütlichen Tauchgang am Kiessee in Wegeleben einzuläuten. Es war kalt, aber nicht regnerisch, so das alle Spaß am doch sehr kühlen Nass hatten.

Start in das neue Jahr gelingt

Neben den Tauchern fanden auch die „Flossis“ im Januar gut ins Wettkampfjahr. Bei den Thüringer Meisterschaften wurden erste Richtwerte gesammelt, auf die sich aufbauen ließ. „Wer hätte da schon gedacht, dass dies für einige der letzte Wettkampf des Jahres war“, so Dalichow. Für die großen Sportler ging es Ende Februar noch einmal nach Eger zum Weltcup. Gute Platzierungen im Mittelfeld ließen auch hier auf ein gut verlaufendes Sportjahr hoffen. Doch in Eger wurden die Stimmen immer lauter, ob wohl der Weltcup im März in Italien stattfinden würde. Denn dort stiegen die Corona-Zahlen von Tag zu Tag.

Ebenfalls im Februar begannen sechs Neulinge damit, die Grundtauchschein-Ausbildung in der Wernigeröder Schwimmhalle in Angriff zu nehmen. „Und dann war er da, der März und jeder hatte nur noch Gedanken für Corona und wann es bei uns soweit sein und alles geschlossen wird“, blickt Vereinschefin Birgit Galler zurück. Am letzten Wochenende vor dem Shutdown startete noch eine Jugendmannschaft aus Sachsen-Anhalt beim Länderpokal in Brandenburg. Eine Chance hatten sie nicht, denn kurz zuvor hatten Quarantäne-Anordnungen die Aussichten der Mannschaft auf eine vordere Platzierung zunichte gemacht.

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Lockdown verändert den Sportbetrieb

Am gleichen Wochenende fand für die Freizeitfußballer des Vereins noch der 2. Tauchercup in der Sporthalle Kohlgarten statt. Fünf befreundete Mannschaften waren der Einladung gefolgt und kämpften um den Sieg. „Und dann kam er, der Lockdown am 16. März 2020. Von jetzt auf gleich kein Tauchen, kein Training und keine Wettkämpfe, nicht einmal treffen durfte man sich. Einige von uns, die aktiv als Trainer und Ausbilder engagiert waren, hatten die ersten Wochen damit zu tun, sich an diese ungewohnte Langsamkeit zu gewöhnen und die viele Zeit, die man auf einmal hatte“, erzählt Claudia Dalichow.

Allerdings gab es auch andere Dinge zu erledigen. Vor allem den Vorstand plagte die Ungewissheit, wie etwa mit der Jahreshauptversammlung zu verfahren ist. Letztendlich fand in diesem Jahr keine statt, entsprechende Regelungen dazu wurden getroffen.

Wettkampfsport stark belastet

Den Bereich Wettkampf­sport traf es noch härter, viele Anzahlungen wurden für die Wettkämpfe im Jahr 2020 geleistet und im März war keinem klar, wie lange dieser Zustand anhalten wird. „Letztendlich meldeten wir Corona-Hilfen beim LandesSportBund an, denn keiner wusste zu diesem Zeitpunkt, ob wir für Flüge und Unterkünfte Gelder zurückerhalten würden“, erinnert sich Birgit Galler. „Ein Fernsehbeitrag beim mdr machte schließlich auf unsere Situation im Mai aufmerksam. Im Ergebnis kann man sagen, unser Verein hatte Glück, denn alle geleisteten Anzahlungen für In- und Auslandsreisen wurden zu 100 Prozent zurückerstattet. Auch wenn sich dies bis Mitte November 2020 hingezogen hat“, ergänzte die Vereinschefin.

Gerade die Seepferdchenprüfung bestanden, traf es den Schwimmkurs im März ebenfalls hart. In der darauffolgenden Woche sollten die Urkunden verteilt werden, doch dazu kam es nicht mehr. „Da halfen selbst viele aufmunternde Worte über WhatsApp oder E-Mail nicht. Die Enttäuschung bei den Kindern war erst einmal groß“, so Galler.

Nachdem der erste Lockdown aufgehoben war, ging es auch im Bereich der Tauchaus-bildung weiter. Die letzten Übungen zum Erlangen des Grundtauchscheins wurden im Freigewässer gemacht. Danach begann die Bronzetauchausbildung für elf Anwärter. „Um mit der Ausbildung zu beginnen, brauchte man Desinfektionsmittel. Schließlich fanden wir welches in England und ließen es uns nach Deutschland schicken“, erzählt Claudia Dalichow. Bis September hatten es alle Teilnehmer geschafft, sie können nun im Freigewässer tauchen. Das beliebte Sommergrillen in der Woche vor den Sommerferien konnte ebenfalls stattfinden.

Für einen Crossgolf-Nachmittag in Benneckenstein nach der Sommerpause interessierten sich zu wenige Mitglieder, eine Absage war die Folge. Geplant war dieser zur Vorbereitung auf die Teilnahme an der Disziplin der Harzer TeamChallenge, an der der TC Harz auch diesmal teilnahm. Coronabedingt konnten nicht alle Disziplinen durchgeführt werden, der sportliche Vergleich zwischen Vereinen und Firmen war dennoch wieder sehr interessant. „Leider stellen sich aus den Firmen immer die gleichen zum sportlichen Vergleich. Da sich unsere Mitglieder momentan schwer motivieren lassen und die Situation coronabedingt nicht absehbar ist, werden wir 2021 für ein Jahr pausieren“, berichtet Birgit Galler.

Trainingseinheiten vor den Sommerferien

Kurz vor den Sommerferien gab es endlich wieder einige Trainingseinheiten für die Wettkampfsportler und den Schwimmkurs, allerdings war das Wasser im Waldhofbad für ein richtiges Training einfach zu kalt. Nach den Sommerferien starteten die Wettkampfsportler wegen Sanierungsarbeiten in der heimischen Schwimmhalle zunächst mit dem Training in Halberstadt. Der Vorstand entschied sich bewusst gegen den Start eines neuen Schwimmkurses. „Wir wollten dem letzten Kurs die Möglichkeit geben, das Erlernte bis zum Jahresende im Frühjahr zu festigen. Selbst dies gestaltete sich schwierig“, erzählt Galler. Durch die Sanierung der Umkleiden wurde Ersatz im Foyer geschaffen, zudem gab es Einschränkungen in Pandemiezeiten bezüglich der Belegungszahlen. Nur weniger Sportler durften die Schwimmhalle zur gleichen Zeit nutzen, auch ein Vermischen der Vereine war untersagt. „Trotz veränderter Trainingszeiten und -tage lief es bis November super, wir konnten sogar kurz vor den Herbstferien noch einen Trainingswettkampf bei den Hallensern in der Robert-Koch Schwimmhalle durchführen“, erzählt Claudia Dalichow.

Alles war Corona konform, doch dann gab es wieder Einschränkungen und kein Training. Für die großen Sportler wurde eine Corona-Challenge ausgerufen. Tägliche Trainingspläne und Eigeninitiative brauchte jeder, um vorn mit dabei zu sein. Insgesamt elf Sportler beteiligten sich daran. Für die Jüngsten blieb wieder nur abwarten. Da die Taucher großenteils zu zweit unterwegs sind, konnten sie ihrem Hobby weiter nachgehen. Nur Vereinstreffen und Tauchsafaris fielen aus. Vor allem für die neuen Taucher mit wenig Erfahrung war es somit schwierig, Erfahrungen zu sammeln.

„Positiv in diesem Jahr ist noch einmal hervorzuheben, dass wir die Stadtwerke Wernigerode für zwei Jahre als Partner gewinnen konnten. Da wir nicht viele Sponsoren haben, freut uns diese Partnerschaft besonders“, erzäht Birgit Galler. Weniger erfreulich ist der Verlust des eigenes Tauchgewässers, der Eigentümer des Kiessee in Wegeleben kündigte trotz intensiver Bemühungen des Vereins den Pachtvertrag. Andere Tauchvereine boten bereits ihre Unterstützung in Form der Nutzung ihrer Gewässer an. „Wir hoffen aber immer noch, dass es für 2021 eine Lösung geben wird“, erzählt Claudia Dalichow. Kurz vor dem zweiten Lockdown konnte der TC Harz sein Weihnachts- bzw. Abschiedstauchen durchführen. Noch einmal trafen sich die mutigsten Taucher und unternahmen Entdeckungsreisen in die Unterwasserwelt.

„Wir hoffen als Vorstand des Tauchclubs Harz auf ein besseres Jahr 2021. Die wenigen gemeinsamen Erlebnisse und das Aussetzen des Trainingsbetriebes führten schon nach dem ersten Lockdown dazu, dass Mitglieder entdeckten, ihre Freizeit auch anders verbringen zu können. Vor allem im Kinder- und Jugendbereich haben wir so viele Mitglieder verloren. Auch anderen Vereinen dürfte es ähnlich ergehen, so drohen ganze Jahrgänge dem Sport durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen verloren zu gehen“, hofft Birgit Galler auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität.