Das Sportjahr 2013 geht zu Ende. Zentrale Themen sind die grundlegende Neuordnung der Strukturen der Sportförderung und eine Konsolidierungsvereinbarung. Volksstimme-Lokalsportredakteur Detlef Eicke sprach mit Ralf Geisthardt, Präsident des Kreissportbundes, und Torsten Winkelmann, 1.Vizepräsident des Kreissportbundes.

Volksstimme: Die Neustrukturierung der Sportförderung war im vergangenen Jahr beschlossene Sache. Wie hat sie sich auf die nachgeordneten Gliederungen, speziell den Sport im Landkreis Börde, ausgewirkt?

Ralf Geisthardt: Das Sportfördergesetz schafft für die Vereine Klarheit und Planungssicherheit. Jeder Verein kann sich an Hand der Kriterien grob ausrechnen, mit welcher Förderung er rechnen kann. Voraussetzung ist die Einhaltung des Meldetermins am 31. Dezember 2013. Leider nehmen einige Vereine das nicht so ganz ernst, so dass unser Hauptamt zwischen den Feiertagen auf Hochtouren rotieren muss, um die Vergesslichen anzumahnen. Auch die Mitarbeiter haben ein Recht auf ein paar freie Tage!

Torsten Winkelmann: Für die Vereine ist es jetzt einfacher, Geld für die Pauschalförderung vom Landessportbund zu bekommen, wenn sie die Bestandserhebung über das online-Programm vom LSB bis zum 31. Dezember 2013 beantragt haben. Wer diesen Termin nicht einhält, kriegt keine Pauschalförderung.

Volksstimme: Können der Kreissportbund und seine Vereine auch künftig in gewohnter Weise ohne Einschränkungen auf hohem Niveau tätig sein?

Torsten Winkelmann: Das ist richtig, wir haben bei uns sehr viele Vereine auf sehr hohem Niveau. Wenn es den Vereinen weiter gelingt, so viele Ehrenamtliche zu behalten beziehungsweise zu gewinnen, ist das schon mal eine wesentliche Grundlage. Weiter muss es gelingen, die Sportlerinnen und Sportler zu halten beziehungsweise neue zu motivieren. Das Geld ist auch sehr wichtig für die Vereine und uns. Darum sind wir sehr dankbar, dass der Landkreis und die Sponsoren uns so gut unterstützen. Ohne diese drei Säulen würde der Sport bei uns im Kreis nicht so gut laufen.

Volksstimme: Beurteilen Sie bitte die Arbeit des Kreissportbundes im Kalenderjahr 2013.

Ralf Geisthardt: Die Probleme nehmen nicht ab, wenn wir weniger Personal haben. Unsere Personalausstattung ist für einen Flächenkreis von der knappen Größe des Saarlandes, fast 29000 Mitgliedern und etwa 280 Vereinen schlicht zu gering. Wenn wir dann unter Anspannung aller Kräfte von Ehrenamt und Hauptamt unser Niveau in der Sportarbeit halten, dann heißt es schlicht: "Es geht doch!" Mittlerweile machen wir fast komplett die Arbeit des Vereinsservicecenters des LSB, was eigentlich die Mitarbeiter vor Ort entlasten sollte. Unsere Mitarbeiter arbeiten am Limit, als Präsident habe ich auch eine Verantwortung und Schutzfunktion für ihre Gesundheit.

Torsten Winkelmann: Wir haben ein tolles Team mit unserem Hauptamt und unserem Ehrenamt. Nur gemeinsam konnten wir das Jahr 2013 Meistern.

Volksstimme: Welche Pro-blemfelder sehen Sie als gravierend an?

Ralf Geisthardt: Die Ehrenamtler aller Ebenen machen eine sagenhaft gute Arbeit, sie sind die Träger der Erfolge im Sport. Sie dürfen nicht in Bürokratie ersticken und sie brauchen dringend jungen Nachwuchs, wenn das hohe Niveau gehalten werden soll. Wir versuchen über das Programm "Aktiv zur Rente" im neuen Jahr für Entlastung zu sorgen. Daneben ermöglicht das Programm geeigneten Sportfreunden eine sinnvolle Arbeit für den Verein und die Rentenversicherung.

Torsten Winkelmann: Die Entwicklung der Anzahl an Ehrenamtlichen, im Wesentlichen bei den Übungsleitern. Hier sind alle gefordert, damit das Ehrenamt seinen Stellenwert erhält. Über unsere personelle Situation und dass wir keinen dritten Arbeitsmarkt auch für die Vereine haben, wurde schon Oft darüber berichtet. Wir werden weiter uns dieser Herausforderung stellen.

Volksstimme: Was ist an Positivem für das Sportjahr 2013 zu vermelden?

Torsten Winkelmann: Gerade diese Herausforderung hat die Sportfamilie bei vielen Veranstaltungen gemeinsam gemeistert. Einige Beispiele, der Präventionstag, die Kinder und Jugendspiele und der Frauenaktionstag. Hier haben die Schulen, die Polizei und viele Ehrenamtliche und das Hauptamt sehr gut zusammengearbeitet. Die wesentlichen Jahreshöhepunkte sind die Sportlerehrung und die Nachwuchssportlerehrung. Die Sportlerehrung war in diesem Jahr sehr gelungen. Der Sport lebt im Bördekreis, das sieht man immer wieder bei den vielen Veranstaltungen in den Vereinen, es ist immer wieder beeindruckend, was unsere Vereine so alles auf die Beine stellen. Danken möchten wir auch unserem Landrat Hans Walker, der uns immer wieder unterstützt - moralisch und auch finanziell - anlässlich seines Ehrentages.

Volksstimme: Wie wird der Kreissportbund 2014 aufgestellt sein?

Torsten Winkelmann: Wir werden mit der gleichen Mannschaft aufgestellt sein. Das bedeutet, wir müssen die Kräfte weiter bündeln.

Volksstimme: Mit welchen Zielstellungen gehen Sie das Sportjahr 2014 an?

Ralf Geisthardt: Ich fordere die Sportfreunde auf, sich aktiv an den Kommunalwahlen im Juni zu beteiligen, Kandidaten für die Gemeinderäte aufzustellen. Nur wer am Entscheidungstisch sitzt, kann mitbestimmen über Hallenzeiten, Größe der Betriebskosten oder Investitionen für den Sport. Ich werde als Präsident des Kreissportbundes wieder für den Kreistag kandidieren, denn dort wird über die existenziell wichtige Förderung des Landkreises für den Sport entschieden. Bisher haben Kreistag und Landrat Hans Walker den Sport in außerordentlich guter Weise unterstützt. Dies wollen wir auch bei knapper werdenden öffentlichen Mitteln erhalten. Deshalb braucht es auch auf der Ebene Kreistag die kurzen Wege und das direkte Verhandeln, um weiter so vertrauensvoll und effektiv miteinander arbeiten zu können.

Torsten Winkelmann: Wir wollen unser Top-Niveau halten und so viele Veranstaltungen durchführen wie möglich und sinnvoll. Wo es in diesem Jahr nicht so gut gelaufen ist, wollen wir es besser machen. Im nächsten Jahr sind Kommunalwahlen. Alle Vereine sollten sich überlegen, wie sie ihre Interessen am besten umgesetzt bekommen. Genau das werden wir im Kreis auch machen. Bisher haben wir eine gute Unterstützung vom Landkreis, dafür danken wir recht herzlich.

Wir wünschen allen ein gesundes, erfolgreiches und sportliches Jahr 2014.