Auch im zweiten Rückrundenspiel der Basketball-Oberliga ist den Baskets Wolmirstedt ein 87:76 (37:32)-Sieg gelungen. Beim Derby gegen Aufsteiger Niederndodeleben war der Erfolg jedoch bis zur letzten Minute nicht in trockenen Tüchern.

Wolmirstedt l Die Vorzeichen dieser Begegnung waren alles andere als positiv für die Baskets, denn mit Dieringer, Cotte, Weiß, Herbst, Albrecht und Heyer fehlten gleich sechs überaus wichtige Akteure. Hinzu kam, dass der Gast mit großem Selbstbewusstsein nach zuletzt zwei Siegen in Folge nach Wolmirstedt kam.

Und so begann die Partie auf beiden Seiten kämpferisch, denn jeder wollte an diesem Tag den Sieg nach Hause tragen. Zwar wandelten die Baskets ihre taktisch gut auf den Gegner eingestimmte Verteidigung in erfolgreiche Schnellangriffe um, doch sollte es nicht reichen, den Gast an erfolgreichen Einzelaktionen zu hindern. So entschieden die Hausherren das erste Viertel nur knapp 20:16 für sich. In Viertel zwei sollten die Baskets erfahren, was viele bereits im Vorfeld der Begegnung bestätigten. Der Aufsteiger Niederndodeleben ist in der Oberliga angekommen. Nur mit Mühe fanden die Baskets echten Spielfluss und verbuchten erst nach vier Minuten die ersten Punkte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Gast die Führung übernommen. Eine fällige Auszeit sollte diese Situation ändern. Mehr Druck in der eigenen Verteidigung sollte zur Korrektur des Spielstandes führen. Ein 9:0-Lauf der Baskets sorgte für die 37:32-Halbzeitführung.

Entschieden war die Partie noch lange nicht, denn jetzt begann ein offener Schlagabtausch. Keine einfachen Punkte - lautete die Devise beider Teams im dritten Viertel. Zahlreiche Fouls verhinderten den Spielfluss und machten diesen Spielabschnitt zu einer Art Freiwurfwettbewerb. Doch die Baskets hatten auch hier die Nasenspitze dank Kapitän René Scheider einen Hauch vorn. Er schulterte allein elf von 19 Basketspunkte in Viertel drei. Mit einem Sieben-Punkte-Vorsprung für die Gastgeber ging es in den letzten Spielabschnitt. Doch dieser Vorsprung war teuer erkauft. In der letzten Aktion des dritten Viertels verletzte sich Schneider (Diagnose Muskelfaserriss). Hinzu kam, dass der Gast letzte Kraftreserven mobilisierte und nun selbst unglaublich aggressiv verteidigte. In den ersten Minuten des letzten Viertels war es dann Christof Hacker, der die Verantwortung in seine Hände nahm und innerhalb von fünf Angriffen auf neun seiner insgesamt 19 Punkte kam. Doch wie schon im gesamten Spiel wurde der Gegner nicht abgeschüttelt. Eine Minute vor Ende war das Spiel wieder offen (73:70).

Alles oder Nichts hieß es in der letzten Auszeit von Trainer Toni Kohlmeyer. "Das war schon eine echte Charakterfrage. Alle waren müde und frustriert darüber, den Gegner wieder zurück ins Spiel gebracht zu haben." Unmittelbar nach der Auszeit was es dann Stefan Stagge, der mit einem erfolgreichen Dreier für etwas Luft sorgte. Anschließend musste Niederndodeleben foulen, um die Zeit zu stoppen. Doch der in der Zwischenzeit wieder eingewechselte verletzte René Schneider behielt einen kühlen Kopf. Er verwandelte im Laufe der letzten Minute 6 von 6 Freiwürfen und fand auch seine freien Mitspieler, welche die weit aufgerückte Verteidigung der Gäste ausnutzten. Insgesamt kam Schneider auf ganze 37 Punkte und eroberte damit auch Platz eins Top-Scorer-Liste der Oberliga.

Toni Kohlmeyer: "Es war ein harter Arbeitssieg. Wir waren personell stark dezimiert und haben dennoch als Team diese Herausforderung gemeistert. Reimann, Schneider und Hacker waren zwar die erfolgreichsten Punktelieferanten, doch war es auch der unermüdliche Einsatz von Stagge, Arndt, Bauer und Billowie in der Verteidigung, der den Gegner daran hinderte, das Spiel zu übernehmen."

Baskets Wolmirstedt: Arndt (2 Punkte), Bauer (3), Billowie (2), Hacker (19), Köhlert, Reimann (16), Riedel, Schneider (37), Stagge (8)