Fußball-Verbandsligist Haldensleber SC hat im Viertelfinale um den Landespokal für eine Sensation gesorgt. Die Mannschaft von Stephan Grabinski bezwang den Oberligisten VfL Halle mit 2:1 (0:0) Toren und zog ins Halbfinale ein.

Haldensleben l Die 143 Zuschauer an diesem kalten Dezembertag im Waldstadion erlebten eine der Sternstunden, soweit sie denn Anhänger des Gastgebers gewesen sind. Nachdem die Verbandsliga-Fußballer mit zu viel Respekt und Vorsicht die erste Halbzeit torlos überstanden hatten, trauten sie sich mehr zu und gingen durch Piele in der 52. Minute in Führung. Die verdienten sie sich dann immer mehr, auch weil der Oberligist an diesem Tag zu unterkühlt und einfallslos agierte. Nachdem Werner (68.) auf 2:0 erhöht hatte, mussten eigentlich gleich mehrere Konterchancen zu Toren führen, was der VfL-Keeper zu verhindern wusste. Die Hektik nach dem späten Anschluss-Treffer durch Haufe (89.) währte nur kurz - dann bescherte sich der HSC mit dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte einfach nur selbst.

Der etatmäßige VfL-Kapitän Sund und auch Angreifer Ströhl mussten bei den Gästen krankheitsbedingt passen, beim HSC - erstmals in den gelb-blauen Stadtfarben spielend - konnte eigentlich nur Palm deswegen nicht aufgeboten werden. Ruhig und besonnen wollten beide Mannschaften in diese Partie gehen, das Spiel mutete fast körperlos an. Als Gäste-Torwart Hartleib mit dem Ball in der Hand aus seinem Strafraum rutschte, gab es folgerichtig Freistoß für den HSC (9.). Den brachte Matthias maßgerecht auf den zweiten Pfosten, wo aber Werner um buchstäbliche Haaresbreite verpasste. Gar so viele Möglichkeiten dieser Güte würden wohl nicht folgen, dachten sich die frierenden Unentwegten auf der Tribüne. Gegenüber brachte Haufe mal einen harmlosen Kopfball in Richtung Boy (13.), ein Schuss von Reich (19.) im Anschluss an einen Eckball landete weit über der Querlatte. Gefährlicher wurde es für die Gäste, als Matthias einen langen Ball in den Strafraum (33.) zwar mitnahm, aber nicht voll traf. Beim nächsten Angriff war auch mehr drin, denn anstatt selbst abzuschließen, versuchte es Probst mit einer Flanke, die Hahn nicht mehr erreichte. Bei einem unglücklichen Zusammenprall (35.) zwischen Pientak und Neigenfink verletzten sich beide so, dass sie anschließend ausgewechselt werden mussten. Die Partie hätte vor dem Seitenwechsel fast doch noch einen Treffer hervorgebracht. Huth wurde im HSC-Strafraum zunächst geblockt, bekam dann aber die zweite Schusschance, die Boy großartig vereitelte. Zur Pause war ein späteren Sieger noch nicht auszumachen.

Ein geradlinig vorgetragener Angriff brachte dann den Führungstreffer. Matthias hatte bei seinem Einbruch in den gegnerischen Strafraum die ungeteilte Aufmerksamkeit des Keepers, legte wunderbar quer auf Piele, der bei seinem "Korbleger" im Fallen nur den Pfosten traf. Das reparierte er im zweiten Nachfassen dann noch, indem er das Leder unter die Latte drosch. Mit dem Tor im Rücken spielte die Grabinski-Truppe nun viel befreiter. Gleich mehrere Zweikämpfe hintereinander gewann auf der linken Außenbahn Eggemann (55.), seine scharfe Eingabe wurde jedoch geblockt. Knapp war es auch bei einem direkten Freistoß von Reich (57.) auf der Gegenseite. Nah dran war dann auch Zander (66.) nach Vorarbeit von Hahn. Einer der vielbescholtenen Eckbälle folgte, aus denen der HSC fast nie Kapital schlagen kann. Diesmal schlug aber Werner zu, der den zweiten Ball vor die Füße bekam und ins lange Eck vollendete. Nun spürten die Zuschauer, dass eine Sensa-tion im Bereich des Möglichen lag. Da waren ja noch 22 Minuten zu spielen. Doch der VfL hatte seinen besten Mann diesmal zwischen die Pfosten gestellt. Hartleib lenkte zunächst den Schuss von Matthias auf Vorarbeit Eggemann um den Pfosten (69.), holte einen Kopfball von Zander (70.) aus dem Winkel, musste bei einem Dropkick-Schuss von Eggemann (74.) nicht eingreifen und war wieder Sieger gegen Matthias (78.), der es mit einem Schlenzer probiert hatte. Von den Hallensern war nichts mehr zu sehen, denn die konnten nur aufatmen, dass der Heber von Burgdorf (82.) auf dem Tornetz landete, der Kopfball von Burgdorf (85.) auf Flanke Probst von Hartleib entschärft wurde und letzterer auch gegen den durchgebrochenen Eggemann den Winkel so spitz machte, dass der nur das Außennetz traf. So hätte der Fehlgriff von Boy nach einem Freistoß, den Haufe über die Linie stocherte, fast noch ein unverdientes Nachsitzen zur Folge gehabt, aber am Ende feierte die Mannschaft ausgelassen den Einzug ins Halbfinale.

Haldensleber SC: Boy - C. Madaus, Werner (87. Ch. Madaus), Probst, Stach, Zander, Girke, Pientak (35. Eggemann), Hahn, Matthias, Piele (70. Burgdorf)

Torfolge: 1:0 Piele (52.), 2:0 Werner (68.), 2:1 Haufe (89.)

Schiedsrichter: Warnecke. Zuschauer: 143

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