Haldensleben l Es sind Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Rico Willner gab nach 371 Tagen Verletzungspause sein Comeback zwischen den Pfosten und das ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Calbe. Vor allem in der zweiten Halbzeit brachte der Keeper seine ehemaligen Teamkollegen zur Verzweiflung. 

Comeback in Calbe

Es war ein langer Weg zurück für Rico Willner. Am 4. März 2017 verletzte er sich im Heimspiel der TSG Calbe gegen Germania Olvenstedt am Knie. Kreuzband, Innenband, Meniskus, kaum etwas blieb heile. Doch Willner arbeitete an seinem Comeback, bis zur Winterpause in Calbe, dann in Irxleben. Am Sonnabend war es schließlich soweit. Der etatmäßige SVI-Keeper Daniel Koch erkrankte, Willner musste ran und machte seine Sache von Minute zu Minute besser, in der Schlussphase sogar überragend.

„Es freut mich unheimlich für ihn. Er hat uns mit seinen Paraden im Spiel und am Ende den Sieg festgehalten“, lobt Thomas Sauer seinen Keeper. Vor allem seine starke Reaktion gegen den Volleyschuss von Enrico Palm wird einigen im Gedächtnis bleiben und nötigte auch seinen ehemaligen Mitstreitern Respekt ab. „Er hat super gehalten“, erkannte Calbes Sportlicher Leiter Burkhard Faupel.

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RW holt sich Glückwünsche ab

So durfte sich der 28-Jährige, der von allen nur „RW“ gerufen wird, nach dem Spiel die verdienten Glückwünsche abholen, auch wenn er an diesem für ihn besonderen Tag nicht alle Wünsche erfüllte. „RW, einen hättest du ruhig reinlassen können“, merkte ein Calbenser Fan beim Verlassen des Platzes an.

Ohne Gegentor, aber auch ohne Punkte blieb Christian Beer. Der frühere Keeper des 1. FC Magdeburg und jetzige Torwarttrainer des FSV Barleben kam am Sonnabend zu seinem unverhofften zweiten Saisoneinsatz.

Nach der Roten Karte für Florian Stränsch brauchte der 37-Jährige einige Augenblicke, um ins Spiel zu finden, war dann aber voll da. Den selbst verschuldeten Elfmeter parierte der Routinier gekonnt. Gute Torhüter brauchen halt nicht immer Spielpraxis.