Am Sonnabend boten die am Abend zuvor als Mannschaft des Jahres 2011 ausgezeichneten Bundesliga-Kegler des SKV Rot-Weiß Zerbst eine echte Gala-Vorstellung. Sie schickten den ESV Ravensburg mit einer 8:0 (3799:3401)-Klatsche zurück an den Bodensee.

Zerbst l "Das war gestern eine super Veranstaltung mit tollem Rahmen. Wir und unsere Sportart fühlen uns durch diese Auszeichnung extrem geehrt, stehen für unsere Arbeit auch mal im Rampenlicht", so Thomas Schneider unmittelbar vor der Partie.

Hoch motiviert von der Ehrung der Sportjournalisten am Vorabend in Halle gingen die Zerbster überaus konzentriert zu Werke. Nicht nur, dass der SKV nur um zwölf Kegel am eigenen Bahnrekord knapp vorbeischrammte. Die Rot-Weißen ließen insgesamt auch nur 2,5 Satzpunkte der Gäste zu. Ein Wert, der wohl ziemlich einmalig in der Bundesliga-Geschichte sein dürfte. Ersatz-Kapitän Axel Schondelmaier wertete dieses Ergebnis auch als "ein deutliches Zeichen für die starke, ausgeglichene Leistung" seines Teams.

Gleich zu Beginn wiesen sowohl Torsten Reiser (4:0, 635) als auch Marcus Gerdau (4:0, 637) die Startspieler der Gäste, Zdravko (553) und Darko Lotina (564), deutlich in die Schranken.

Im Mitteldurchgang hatten sich die Ravensburger beim Gegensetzen wohl "verzockt". Ihre beiden besten Akteure, Reiner Buschow (582) und Herbert Fäßler (581), waren gegen die besten Spieler des Tages machtlos. Zwar vergab Schondelmaier (3,5:0,5, 648) mit dem letzten Wurf seiner ersten Bahn noch den sicher geglaubten Satz, doch hielt er, im Gegensatz zu Fäßler, sein hohes Niveau und ließ zum Schluss mit einer 172er Bahn nochmals seine absolute Weltklasse aufblitzen.

Besonders gefeiert wurde Christian Helmerich (4:0, 649), der Nationalspieler Buschow von Beginn an so unter Druck setzte, dass der kaum zum Luftholen kam. Nachdem Helmerich in den letzten Heimspielen erfolglos seine persönliche Bestleistung (637) ins Visier nahm, klappte dies dieses Mal mit dem Tagesbestwert souverän.

Das Zerbster Schlusspaar ließ sich von den tollen Ergebnissen seiner Team-Kollegen anstecken und nahm von Beginn an den Mannschafts-Bahnrekord ins Visier. Allerdings verdarben sich sowohl Mathias Weber (3:1, 609) als auch Thomas Schneider (3:1, 621) mit einer verschlafenen zweiten Bahn ein Top-Resultat.

So musste kurz vor Schluss nochmals genau gerechnet werden, ob es für den Bahnrekord reichen würde. Die Gegenspieler, Andreas Steinke (555) und Markus Baumgartner (566), waren längst geschlagen. Durch ein schlechtes Räumerbild von Weber fehlte hier zum Schluss der Anwurf und auch Schneider traf zum Abschluss nur eine Drei.

So blieb das Gesamtergebnis zwar knapp unter der magischen 3800er-Marke stehen, die Freude über das tolle Resultat war dennoch riesig.

Schondelmaier, dieses Mal für den fehlenden Timo Hoffmann Mannschafts-Kapitän, war denn auch voll zufrieden: "Unser Kapitän hatte vorher ein 8:0 gefordert. Das haben wir souverän und mit einer ausgeglichenen Team-Leistung erreicht. Auftrag erfüllt." Und mit einem Lächeln auf den Lippen lobte er: "Toll, dass Christian Helmerich endlich seine Bestleistung geknackt hat. Das wird teuer."