Zerbst l Annett Els ist eine der wenigen Frauen, die in der Tischtennis-Kreisliga Anhalt-Bitterfeld zum sportlichen Vergleich an die grünen Tische geht und sich in der "Männer-Domäne" gut durchgesetzt hat.

Seit dem Jahr 2002 spielt die Zerbsterin Tischtennis beim TV "Gut Heil" Zerbst. Der kleine Zelluloidball hat es ihr aber schon länger angetan, hat sie schon lange Zeit zu Hause und im Urlaub, als sie mit ihren Geschwistern gespielt hatte, magisch in den Bann gezogen.

Seit sieben Jahren steht die 43-Jährige nun im Punktspielbetrieb "ihren Mann", dass heißt, dass sie fast nur gegen Männer antreten darf, weil eben außer ihr mit Margitta Smolinski und Dany Geyer (beide Traktor Leps III) sowie Diana Zahn, Claudia Dossow und Kerstin Zein (alle ESKA Zerbst III) nur sechs Frauen in dieser Liga starten.

Mit "ihren Männern" im TV "Gut Heil" Zerbst II Achim Faßhauer, Horst Braune, Jürgen Handrich, Achim Fröbel, Maik Tuma und Lothar Blanck belegt sie zur Halbserie einen guten dritten Platz, ist im Team an Position eins gesetzt. Und vor all den Männern und Frauen in dieser Liga führt die Erzieherin in der Kita Breitestein auch die Einzelrangliste zur Halbserie 2011/12 an.

Dabei macht sie den Männern und Frauen mit ihrem ganz eigenartigen Spielstil das Leben so schwer wie möglich. Die Linkshänderin benutzt nur eine Seite ihres Schlägers, die andere Seite wird nicht benutzt. "So hält er länger", schmunzelt sie. Dieser Stil hat sich über die Jahre eingeschlichen und manifestiert.

"Es ist nur ein Hobby"

Sie selbst sagt, dass Tischtennis "nur ein Hobby ist" und, dass sie sich "sehr wohl fühlt". "Es ist viel einfacher mit Männern zu spielen als mit Frauen", erzählt sie. "Die sind unkompliziert".

Einmal wöchentlich geht die in Pulspforde Wohnende zum Training in die Zerbster Friesenhalle. Die Punktspiele finden unter der Woche statt. Ab und zu hilft Annett Els auch in der ersten Mannschaft ihres Vereins aus, die in der höheren Liga, der Kreisliga Nord, zur Halbserie den Vizeplatz einnimmt. "Im vergangenen Jahr habe ich öfter ausgeholfen, da wegen Krankheit mehrere Spieler ausgefallen sind", erzählte sie.

Da hat sie sich auch gut durchgesetzt und einige Spiele gewonnen. "Ich möchte trotzdem in meiner Mannschaft bleiben. Da gefällt es mir am besten", so Els augenzwinkernd.

Ihre bisherigen sportlichen Erfolge sind der Vizekreismeister-Titel 2010 und der Kreismeister-Titel 2011. Ihren größten sportlichen Erfolg feierte die Tischtennis-Spielerin jedoch erst kürzlich, als sie von den Bezirksmeisterschaften in Gerwisch mit Rang fünf im Einzel und dem Vizetitel im Doppel mit Michelle Schwarz vom TTC "Anhalt" Zerbst heimkehrte.

Im Einzel hatte sie dabei großes Pech, denn sie bezwang die spätere Siegerin Petra Linow mit 3:1, wurde jedoch nur Gruppendritte der Vorrunde, punktgleich mit der Landesliga-Spielerin Marion Kunkel von Turbo Dessau. Aufgrund des fünften Platzes gelang ihr die Qualifikation für die Landesmeisterschaften in Hettstedt. Es war ihre erste Teilnahme an einer Bezirksmeisterschaft.

Und es ist ihr gelungen, die "eingefleischten" Spielerinnen ganz schön zu ärgern und vielleicht gelingt ihr dies in Hettstedt noch einmal.