Dessau l Die Wahl ist notwendig, weil Tim Niemeier, der erst 2016 zum KFV-Chef gewählt wurde, sein Amt im Juni des vergangenen Jahres niedergelegt hatte. Der Vizepräsident im KFV, Mario Pinkert, führte nach einem Vorstandsbeschluss amtierend die Geschäfte. Damals ließ Pinkert allerdings noch offen, ob er sich im Februar zur Wahl stellen würde. Bei einer teilweise öffentlichen Präsidiumssitzung am Freitagabend bestätigte der 55-Jährige, dass er sich die Aufgabe als KFV-Präsident erneut vorstellen kann.

Pinkert bestätigt Kandidatur

Vorgestellt hatte sich mit dem Fußballer der FSG Walternienburg/Güterglück, David Maerten, ein Gegenkandidat. Der 33-Jährige, Pinkert sowie die weiteren zur Wahl stehenden Janine Hetzel (Vizepräsidentin Finanzen) und Timo Stenke (Vizepräsident Recht, IT und Datenschutz) hatten am Freitagabend die Möglichkeit, sich den anwesenden Vereinsmitgliedern vorzustellen.

Maerten setzt auf altes Team

Dem Zerbster Maerten, der „noch nicht viel Erfahrung als Funktionär“ hat, aber „in der Region, in seinem Verein und im KFV sehr verwurzelt ist“, ist die „Verbandsarbeit ein ganz wichtiger Faktor“. Der 33-Jährige setzt auf das „bereits vorhandene schlagkräftige Team“, mit dem er die Arbeit bis zur nächsten Wahl im September 2020 leisten möchte.

Einen besseren Austausch zwischen den Vereinen aus der Zerbster und Dessauer Region sowie das Thema Spielgemeinschaften möchte Maerten anpacken. Aber auch könne er sich „eine bessere Kommunikation mit der Presse und über die sozia- len Plattformen, wie Facebook oder die Internetpräsenz des KFV“, vorstellen. Vorantreiben möchte der Einkäufer für Gewürze vor allem die Nachwuchsarbeit. „Es ist immer wichtiger, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene für den Fußball zu begeistern, wofür die Kommunikation auch über die sozialen Medien ein entscheidender Faktor ist.“

Schiedsrichter-Problematik

Pinkert, der 2011 das Präsidentenamt erstmals übernommen hatte, war zwischenzeitlich auch im Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) als Vizepräsident tätig. Er punktete vor allem mit seiner langen Erfahrung in der Verbandsarbeit und seinen guten Kontakten zu den Vereinen und zum FSA. Er möchte Themen wie Frauenfußball, Schiedsrichtergewinnung oder die Erhaltung des Hallenfußballs forcieren.

Zur Frage der Schiedsrichter (SR)-Problematik meinte Pinkert, dass der KFV in dieser Frage schon sehr aktiv ist. So werden beispielsweise Schiedsrichter-Lehrgänge und -Bekleidung teilweise bezahlt und die Ausbildung an die Möglichkeiten der Teilnehmer angepasst.

Maerten beklagte die „immer höher werdenden Strafen, wenn ein Verein keine SR stellen kann“. „Damit wird es für die Vereine einfacher, 500 Euro in die Hand zu geben, anstatt 1000 Euro oder mehr Strafe zu bezahlen.“ Dieser Entwicklung will er entgegen wirken und vor allem die Ursachen dieses Mankos hinterfragen. Einerseits beklagte er den Umgang mit den SR auf den Plätzen, andererseits aber auch die teils mangelhafte Qualität, die die SR auf den Plätzen zeigen.

Zum Thema Transparenz des KFV pochte Pinkert auf die „Holpflicht der Vereine“. „Wir bieten regelmäßige Gespräche und die Einsichtnahme in Unterlagen an. Es kommen von den Vereinen jedoch keine Anfragen.“

Maerten, der sich verwundert über die von Pinkert angesprochenen Möglichkeiten der Einsichtnahme äußerte, favorisierte hingegen auch hier die Präsenz wichtiger Informationen in Presse, Medien bzw. über das DFB-Net.

Wer von beiden Kandidaten am Freitag das Rennen machen wird, entscheiden die Vereine. Einfacher wird diese Entscheidung für die am Freitagabend anwesenden Vertreter der neun Vereine aus der Dessauer Region und der SG Dobritz/Garitz, die „ihren Präsidenten“ und dessen Auffassungen hier persönlich kennenlernten.