Magdeburg l SC-Trainer Dirk Bizuga erwartete nach der „blutleeren Vorstellung“ beim HSV Medizin eine entsprechende Trotzreaktion. Er appellierte vor dem Samstag-Spiel an jeden, an seiner Einstellung zu arbeiten. Dies klappte. „Die taktische Marschroute haben alle umgesetzt. Jeder stand für den anderen ein und es war von Beginn an zu sehen, dass die Mannschaft die Punkte haben möchte.“

Bizuga stellte sein Team, auch durch kurzfristige Absagen bedingt, um. Toni Haberland spielte im zentralen Mittelfeld. Mario Hosenthien rückte ins Zentrum der Dreierkette. Maximilian Müller agierte als linker Fügelflitzer und Marcel Kilz beorderte er in die Spitze. „So standen im Zentrum mit Schmidt, Haberland und Kilz drei ballsichere Akteure, die auch ihren Körper nutzen und den Ball abschirmen konnten“, so Bizuga.

Von der ersten Minute an wurden die Taktikvorgaben umgesetzt und der SSV in seiner Hälfte eingeschnürt. Die Heimelf hatte kaum Räume und ihr Torjäger von Ehrlich-Treuenstätt war völlig abgemeldet.

Die erste Möglichkeit hatte Eduard Hahn, der super freigespielt wurde und von der rechten Seite abzog. Doch SSV-Schlussmann Kolila parierte mit einem super Reflex (18.).

In der 23. Minute hatte Müller die nächste gute Chance. Er zog von halblinker Position ab, aber erneut war Kolila zur Stelle.

Nach 37 Minuten spielte sich wieder Hahn super durch und wurde gefoult. Da er sich aufrappelte und weiter lief, ließ Schiri Jens Becker aus Möhlau Vorteil laufen und der Pfiff blieb aus. „Die Berührung war da und Ede hätte sich wohl lieber fallen lassen sollen“, fand der Coach.

Vom SSV war nichts zu sehen. Er versuchte es aus Verzweiflung aus der Distanz, doch die SC-Defensive ließ nichts zu.

In der Pause gab es „nicht viel zu meckern“ (Bizuga). Der Trainer forderte sein Team auf, Kolila mehr unter Druck zu setzen, aber bei Kontern auf der Hut zu sein.

Nur drei Minuten war die zweite Hälfte alt, da ging der SC mit 1:0 in Führung. Bei einem Fehlpass von Kolila auf Rasche sprintete Müller dazwischen und versenkte sicher.

Diese Führung gab den Nedlitzern noch mehr Sicherheit. Der SSV reagierte und beorderte Rasche mit nach vorn. Die nächste Chance hatten aber erneut die Gäste. Nach einer Ecke zog Hahn ab, doch Kolila klärte erneut klasse. Der Ball kam zu Hosenthien, der aus acht Metern aufs kurze Eck schoss. Wieder konnte Kolila entschärfen (57.).

Das schien ein Weckruf für den SSV zu sein. Das Spiel wurde nun noch intensiver und schneller und ab der 75. Minute schwanden dann auch etwas die Kräfte. Besiegdas versuchte alles, doch bis auf ein Schüsschen kam nichts dabei heraus und der SC brachte den verdienten Sieg über die Ziellinie.

Spielerisch beste Leistung der Hinrunde

„So ein Auftreten wünschen wir uns immer. Alle haben hochkonzentriert gearbeitet und gezeigt, dass wir den Sieg wollen. Es war spielerisch die beste Leistung der Hinrunde“, lobte Dirk Bizuga, der nun hofft, dass seine Mannschaft, „die mehr als eine Trotzreaktion gezeigt hat“, diese Leistung und Einstellung auch in den verbleibenden drei Spielen abrufen kann.

Gleich am Samstag ab 13 Uhr hat der SC die Gelegenheit dazu. Dann gastiert der SSV Samswegen im Stadion am Eckernkamp. „Das wird ein ganz anderes Spiel. Wir wollen aber gewinnen, um unsere makellose Heimbilanz zu wahren“, blickte Bizuga schon auf die nächste Aufgabe voraus.

Nedlitz: Hoffmann – Mielchen, Tinaglia, Juskowiak, Barnetz (83. Gehrmann), Haberland (90. Wöge), Hosenthien, Hahn, Schmidt, Müller, Kilz; SR: Becker, Jens - Möhlau; ZS: 20.