Zerbst l Entsetzen, Unglaube und Wut sah man in den Augen der Zerbster Spieler und Zuschauer des HSV in der Schluss-Sekunde des Spiels gegen Tabellenführer Halberstadt. Gerade eben hatte eine der Schiedsrichterinnen mit der Schluss-Sirene auf Siebenmeter für die Gäste entschieden.

Das zu Grunde liegende Vergehen hatte sie allerdings exklusiv gesehen. Für alle anderen war beim besten Willen kein Foul oder ähnliches zu sehen, welches einen Strafwurf gerechtfertigt hätte. Der an diesem Tag treffsicherste Spieler der Gäste, Marcel Lerich, brachte den Ball anschließend im Tor unter und sorgte so für einen äußerst glücklichen Sieg der Gäste.

Intensiv und umkämpft

Zuvor hatten die Zuschauer in der gut besuchten Halle ein intensives und umkämpftes Match gesehen. Negativer Höhepunkt sicher die schwere Verletzung des Halberstädter Torhüters Robin Deuring, dessen Schreie allen Anwesenden durch Mark und Bein gingen. Auch auf diesem Weg gute Besserung aus Zerbst.

Der HSV musste wieder ein wenig improvisieren. Er spielte ohne Ille, Wuttke, Hübner und Rummel. Auf Linksaußen begann Tobias Maerten, Fabian Schwenger ging an den Kreis.

Es entwickelte sich ein gutes Spiel. Zerbst führte auch Dank eines guten Christian Geilich im Tor nach 13 Minuten mit 9:7 Toren. Die Gäste reagierten mit einer Auszeit. Auch nach der etwas längeren Verletzungs-Unterbrechung kam der HSV wieder gut rein und ging mit einer Drei-Tore-Führung in die Pause. Einziger Wermutstropfen: Schon jetzt hatte der HSV Einiges liegen gelassen und hätte durchaus höher führen müssen.

Zu Beginn von Halbzeit zwei lagen die Zerbster Spieler gleich mal im Dauerclinch mit den insgesamt wenig überzeugenden Schiedsrichterinnen. Innerhalb von drei Minuten kassierten die Zerbster drei Zeitstrafen. Schon jetzt mussten einige HSV-Akteure auch auf der Bank lautstark beruhigt werden.

Aber dann wurde auch wieder Handball gespielt. Die Gäste gingen kurzzeitig in Führung (17:18, 36.), aber der HSV kam zurück. Vor allem Sebastian Daudert war jetzt nicht mehr zu halten. Höhepunkt war sicher der Treffer zum 23:21 nach Kempa-Trick mit Drehung in der Luft und Rückhandwurf. Die Zerbster zogen auf 25:21 (45.) weg. Die Halle war begeistert, die Gäste reagierten mit einer Auszeit und anschließend doppelter Manndeckung gegen Daudert und David Maerten. Diese Maßnahme brachte den HSV für die nächsten zehn Minuten leider völlig aus dem Tritt. Die Halberstädter nutzten diese Schwächephase eiskalt aus und in der 55. Minute (26:29) sahen sie schon fast wie der sichere Sieger aus.

Gäste mit glücklichem Ende

Aber die Zerbster kamen wieder zurück. Den viel umjubelten Toren zum 29:29 von Schwenger und D. Maerten zum 30:30 folgten die letzten 30 Sekunden mit dem glücklichen Ende für die Gäste in einem Spiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient hatte.

HSV Zerbst: Geilich, Lorenz, Ostermann – Gerke, Schwenger (4), Hohmann (4), Daudert (14), David Maerten (5), Kieler (2), Tobias Maerten, Lemke, Kretschmer (1); SR: Böhler, Diana/Felgentreu, Claudia.

Nächster Spieltag, 23. Februar

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