Zerbst l Mit dem Weißenfelser HV kam am Samstag eine Verbandsliga-Mannschaft nach Zerbst, die nach ihrem Abstieg aus der Oberliga vor zwei Jahren und einem enttäuschenden achten Platz in der letzten Saison nun wieder weiter vorn angreifen wollte. Aber gerade auswärts ging in dieser Spielzeit noch gar nichts. So blieb es auch dieses Mal. Der HSV gewann am Ende verdient mit 41:35 (20:17) Toren.

Nach zehn Minuten allerdings sah man den Zerbster Trainer Markus Zimmermann laut und wild gestikulierend am Spielfeldrand. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Abwehr des HSV überhaupt keinen Zugriff auf die Angriffe der Gäste. Mit schnellem, beweglichem Spiel rissen die Weißenfelser immer wieder große Lücken und erwiesen sich von allen Positionen als sehr torgefährlich. Der HSV hatte Mühe, dranzubleiben (5:7, 10.). Nach dem Ausgleich durch Fabian Schwenger (7:7, 12.) entwickelte sich ein offenes Spiel mit sehenswerten Toren auf beiden Seiten. Im Zerbster Tor kam Franz Lorenz für den glücklosen Christian Geilich zum Einsatz und konnte sich auch mit einigen Paraden auszeichnen. Aber es war nicht der Tag der Torhüter oder Abwehrreihen.

Mit zunehmender Spielzeit erhöhte sich die Torfrequenz merklich (15:15, 25.). Zum Ende der ersten Halbzeit gelang es dem HSV dann des Öfteren, die Angriffe der Gäste abzufangen und diese per Konter erfolgreich in Tore umzumünzen. Schwenger traf neun Sekunden vor der Pause zum 20:17-Halbzeitstand.

Nach der Pause machten die Zerbster gleich wieder Tempo. Der auch in diesem Spiel wieder kaum zu stoppende Sebastian Daudert (18 Tore!) traf in der 34. Minute zum 23:18. Erstmalig führte der HSV mit fünf Toren.

Im Bemühen, den Anschluss zu halten, gingen auch die Gäste nach jedem Gegentor über die schnelle Mitte sofort wieder ins Tempospiel. Beide Abwehrreihen hatten kaum Zeit, sich zu sortieren (28:25, 41.). Der an diesem Tag krankheitsbedingt fehlende Hallensprecher Tino Tiepelmann hätte gut zu tun gehabt.

Ab Mitte der zweiten Hälfte gelang es dem HSV, sich dann doch Tor um Tor abzusetzen. Die Abwehr war jetzt deutlich aufmerksamer und bei den Gästen ließen merklich die Kräfte nach. Sie kamen nur noch schwer zum Abschluss. Auch wenn nicht jeder Angriff klappte, blieb der HSV in der Offensive erfolgreich. Tore von Erik Hübner, Felix Gerke und einem auch am Samstag wieder spielfreudigen David Maerten sorgten beim 37:29 (53.) für die Vorentscheidung. Nach dem 39:30 (55.) betrieben die Gäste noch etwas Ergebniskosmetik. Beim HSV durfte der erst 17-jährige Felix Wuttke erste Erfahrungen sammeln.

Mit jetzt 10:4 Punkten bleiben die Zerbster auf Erfolgskurs. Ein Saisonverlauf, den man so nicht unbedingt erwarten konnte. Die Arbeit und harte Vorbereitung unter dem neuen Trainer trägt offensichtlich erste Früchte. So kann es weiter gehen.

HSV Zerbst: Geilich, Lorenz, Ostermann, Wuttke, Rummel (4), Gerke (1), Krümmling, Schwenger (5), Hohmann (4), Daudert (18), Maerten (3), Kretschmer(5), Hübner (1).