Zerbst l  Die Personalsituation bleibt beim HSV weiter angespannt. Mit David Maerten, Lucas Ille und Paul Kretschmer fehlten drei Leistungsträger, so dass man für dieses Match die eigentlich schon im Handball-Ruhestand befindlichen Michael Zimmer und Jonas Hohmann reaktivierte, eine im Vorfeld angefragte Verlegung wurde von den Gästen abgelehnt.

Nach einem eigentlich guten Start (2:0, 4.) kam schnell Sand ins Getriebe des Zerbster Spiels. Die Gäste traten keineswegs wie ein Tabellenletzter auf und werden in dieser Form in der Rückrunde sicher noch vielen Gegnern das Leben schwer machen.

Beim Stand von 5:5 nach 13 Minuten nahm Markus Natho die erste Auszeit. Zu viele technische Fehler und Fehlpässe verhinderten einen flüssigen Spielaufbau, vor allem die rechte Angriffsseite hatte keinen guten Tag erwischt.

Aber auch nach der Auszeit wurde es nur kurze Zeit besser (7:5, 15.). Apollensdorf blieb nicht nur im Spiel, sondern ging jetzt selbst in Führung (8:10, 22.). Beim HSV war es jetzt vor allem Sebastian Daudert, der sich immer wieder durchtankte, aber auch Neuzugang Daniel Holtz erzielte seinen ersten Treffer. Doch mit der roten Karte für Felix Gerke (28.) schwächte sich der HSV wieder selbst und es ging mit einem 12:13-Rückstand in die Pause.

Zweite Halbzeit

Auch die zweite Hälfte blieb eine zähe Angelegenheit. Die Gäste legten immer wieder vor und der HSV hatte Mühe, dranzubleiben, fand zu selten spielerische Lösungen und fing jetzt auch an, den Gästetorhüter berühmt zu werfen. Reihenweise ließen die Zerbster klarste Chancen liegen, egal ob von außen oder beim Konter frei auf den Torwart zulaufend, es war zum Haare raufen. Hier muss sich die Qualität der Abschlüsse in den nächsten Spielen deutlich verbessern.

Aber wie schon in anderen Spielen vorher, der HSV kämpfte und zehn Minuten vor dem Ende erzielte Daudert den Ausgleich zum 22:22. Was das Torewerfen anbetraf, war Daudert gerade in Halbzeit zwei weitgehend auf sich allein gestellt, erzielte zehn der 13 Treffer und hielt den HSV im Spiel.

Jetzt schien trotz der schwachen Vorstellung sogar ein Sieg möglich. Die Gäste mussten einige Zeitstrafen hintereinander hinnehmen und die Zerbs- ter nutzten dies, gingen nach langer Zeit wieder mal mit zwei Toren in Führung (24:22, 55.) und hatten bei eigenem Ballbesitz die Chance, das Match zu entscheiden. Aber auch diese Möglichkeit blieb ungenutzt. 20 Sekunden vor dem Ende nochmal die Führung für den HSV, aber irgendwie ahnte man es schon, auch dies reichte nicht. Apollensdorf traf drei Sekunden vor Schluss zum verdienten Ausgleich und bejubelte dies wie einen Sieg.

Am Ende wurde Schlimmeres – die Niederlage – verhindert, aber der HSV wird sich steigern müssen. Am Samstag geht es zur Reserve des SV Anhalt Bernburg.

HSV 2000 Zerbst: Geilich, Fröhlich – Zimmer, Rummel (1), Brodowski, Schwenger, Daudert (16), de Vries (2), Dobritz (2), T. Maerten, Gerke (3), Holtz (1), Hohmann.